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Lebende Taube in Tiefkühltruhe: Erneut Vorwurf gegen ehemaligen Tierheimchef in Taucha

Lebende Taube in Tiefkühltruhe: Erneut Vorwurf gegen ehemaligen Tierheimchef in Taucha

Die komplette Führung des Tierheimes Taucha hat gewechselt. Der bisherige Vereinschef Steffen Greiser habe seine Sachen geholt, das Konto geräumt und das Heim im Stich gelassen, begründete der neue Vereinschef Uwe Dittrich den Wechsel.

Taucha. Greiser weigere sich, die Buchführung offen zu legen, den Tresorschlüssel herauszugeben und die Verantwortung zu übernehmen, so Dittrich. Er werde jetzt Anzeige gegen ihn erstatten. Greiser soll dem Vernehmen nach eine Gaststätte in Leipzig übernommen haben, antwortete gestern nicht auf Anfragen, war damit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dem Machtwechsel vorausgegangen sind erneute Vorwürfe der Tierquälerei. Nach Angaben von Tierheimleiterin Ramona Beylich soll Greiser eine Taube, die in der Auffangstation zuvor wieder aufgepäppelt worden war, lebendig in eine Tiefkühltruhe gesperrt und zu Tode gequält haben.

„Es gibt Zeugen, die das Gurren in der Truhe gehört haben“, sagte sie. Die Taube habe ihn offenbar gestört, weil sie immer wieder den Eingang zugekotet habe. Das Veterinäramt sei von dem Vorfall informiert worden, sagte Carmen Limbach. Sie will Beylich demnächst als Tierheimchefin ablösen. Limbach und Dittrich gehörten im Vorjahr zu den Unterzeichnern der Anklagen gegen Greiser wegen mehrfacher Tierquälerei. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren jedoch eingestellt.

Als Greiser im Juli seine Sachen gepackt und das Heim Hals über Kopf verlassen habe, sei kaum noch Futter für die Tiere dagewesen so Beylich. Das Konto sei leer, dafür der Schuldenstand hoch gewesen, erzählte Limbach. Die Tiernothilfe Leipzig und das Tierheim der Messestadt hätten Futter gespendet, der Tierarzt weitergearbeitet, dadurch sei es erstmal vorangegangen. Drei der fünf Mitglieder des Vereins hätten sich dann zu einer außerordentlichen Sitzung am 31. Juli getroffen und die Veränderungen auch formell umgesetzt. Alle Vertragspartner der Mobilen Tiernothilfe, die unter anderem in Taucha, Borsdorf und Markranstädt herrenlose Tiere aufnimmt, versorgt und bei Bedarf weitervermittelt, seien über den Wechsel in der Vereinsleitung informiert worden.

„Wir versuchen jetzt, das Ding wieder in gerade Bahnen zu kriegen“, erläuterte Dittrich gestern. Seine Stellvertreterin im Vorstand ist Annett Kußmann, Tierarzt Heiko Schreiber kümmert sich um die Finanzen.

Schwierig beim Neuanfang sei vor allem, dass Greiser nicht mitmache, so Dittrich. Daher müsse erst die Änderung im Vereinsregister abgewartet werden, um beispielsweise ein neues Konto errichten zu können. Gestern gab es dazu einen Notartermin.

Greiser sei wegen der Unregelmäßigkeiten auch nicht als Vorstand entlastet worden, sagte Dittrich. Er wirft ihm vor, das Konto geplündert und privat Geld aus der Vereinskasse vereinnahmt zu haben. So gebe es jede Menge Bargeldabhebungen von Greiser, aber die Belege für die Verwendung fehlten. Weder die Miete noch die Tierarztkosten seien zum Beispiel von Greiser beglichen worden.

Das Tierheim sei mit sieben Hunden und 16 Katzen derzeit voll belegt, erläuterte Limbach. Süße Katzenbabys seien abzugeben, Spenden für den Weiterbetrieb dringend nötig, könnten jedoch wegen der Querelen derzeit nur in bar entgegen genommen werden. „Wir stellen hier vor Ort jedem eine Quittung darüber aus“, so Limbach. Die Rufnummer der Tiernothilfe habe sich außerdem geändert. Hilfe rund um die Uhr gebe es jetzt unter Tel. 0157 83586029.

Das Veterinäramt des Kreises bestätigte die neue Führung. Es sei positiv zu bewerten, wenn Greiser nicht mehr als Vereinsspitze fungiere, so Amtsleiter Dr. Michael Preuß. Der Vorfall mit der Taube werde geprüft.

Jörg ter Vehn

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