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Taucha Lehrgarten in der "Einigkeit" widmet sich den Bienen
Region Taucha Lehrgarten in der "Einigkeit" widmet sich den Bienen
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13:57 19.05.2015
Vereinschef Karl-Heinz Zeckei, Imker Garrelt von Eshen und Schriftführer Matthias Bretschneider sind stolz auf den Schau- und Lehrgarten (von links). Quelle: Reinhard Rädler

Und in dem spielen eben auch Bienen eine Rolle.

Als 2010 in einem aufgegebenen Garten die Laube nach einem Brand in Schutt und Asche versank, machten die Gemeinschaftsmitglieder dem Namen ihrer Sparte alle Ehre und beräumten und begrünten die brachliegende Fläche. Dabei entstand die Idee für einen Schau- und Lehrgarten über die Biene und ihren natürlichen Lebensraum. Diese Initiative passte sehr gut in das Konzept "Natura 2000" der Europäischen Union, so dass dazu Fördermittel des Sächsischen Umweltministeriums und des Sächsischen Kleingartenverbandes beantragt und letztendlich auch bewilligt wurden.

So entstand in der Parzelle 118 am Grasmückenweg ein offener Garten mit einem kleinen Biotop, Bänken und einem Blockhaus. In einem Schau-Bienenstock kann man hinter Glas das echte Leben eines Bienenvolkes beobachten und an Schautafeln erfährt man viel Wissenswertes über die fleißigen Honigsammler. Als Glücksfall bezeichnete es der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Zeckei, dass mit dem Hobby-Imker Garrelt von Eshen ein Fachmann gefunden wurde, der gerne und bereitwillig sein Wissen weitergibt, wenn er sich bei seinen Bienen aufhält. "Der Schau-Garten ist tagsüber für alle offen, so wie die Wege in unserer Anlage auch", informierte Vorstandsmitglied Matthias Bretschneider. Das sei schon aus Gründen der Gemeinnützigkeit erforderlich. "Wenn ich oder unser Imker in der Anlage sind, dann steht auch das Blockhaus offen", informierte Zeckei. Dort fände man weiteres Informations- und Anschauungsmaterial, fügte der 78-Jährige hinzu.

Manchmal wird aus dem Lehrgarten sogar ein "Klassenzimmer im Grünen". So erst Ende Mai, als 25 Schüler der Klasse 6 b der Oberschule von Garrelt von Eshen viel Wissenswertes und Interessantes über die Bienen erfuhren, vor allem, dass und wie wichtig sie für die spätere Obsternte sind. Genauso interessant war für die Kinder, wie die Arbeitsteilung in einem Bienenvolk funktioniert und welche Rolle dabei die Königin spielt. Letzteres löste natürlich die Frage aus "Und was ist mit dem König"? Der Leipziger Imker weiss natürlich darauf und auf viele andere Fragen rund um die Imkerei eine Antwort, schließlich interessiert er sich schon seit seinem sechsten Lebensjahr dafür. Ernsthaft betreibt es der 74-Jährige seit 1978. Zuletzt betreute er Bienenstöcke im Staditzwald. Das Informationsangebot nutzen die Klassen der Oberschule und auch der Regenbogenschule recht gut. "Seitens des Gymnasiums gab es noch keine Anfragen, obwohl unsere Möglichkeiten auch dort bekannt sind", wunderte sich der Vorstand.

Die Kleingartenanlage am Ende der Matthias-Erzberger-Straße, gelegen zwischen Bahngelände und Lösegraben, gibt es seit 1954 unter dem Namen "Einigkeit". Hervorgegangen war die Anlage aus einer Gemeinschaft einer 1946 eigens für Mitarbeiter des Bibliographischen Instituts Leipzig gegründeten Gartenanlage. Wurde früher der typische Kleingarten noch dazu genutzt, für den eigenen Bedarf Obst und Gemüse anzubauen, dient er heute vorrangig der Erholung. Viele Tauchaer und auch Leipziger entspannen sich hier bei körperlicher Tätigkeit in der freien Natur. "Die 120 Parzellen unserer 4,4 Hektar großen Anlage sind bis auf zwei alle bewirtschaftet", verkündete Zeckei stolz.

Bei Gesprächen über den Gartenzaun wird natürlich auch heiß über eine mögliche Schließung des Bahnübergangs Gerichtsweg und die daraus resultierende Verschlechterung der Erreichbarkeit der Gartenanlage diskutiert. "Die Bienen können über die Gleise fliegen", kommentierte das Schriftführer Bretschneider mit Galgenhumor, "aber wir und vor allem unsere älteren, nicht mehr so mobilen Gartenfreunde hätten einen Riesenumweg". Alle hoffen auf eine verträgliche Lösung, bei der nicht nur wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen sollten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2014
Reinhard Rädler

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