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Märchenhaftes Merkwitz versteht zu feiern

Märchenhaftes Merkwitz versteht zu feiern

Dass die Merkwitzer ordentlich feiern können, haben sie schon oft bewiesen. Anlässe dazu gibt es über das ganze Jahr und kaum einer wird ausgelassen. Erst vor vier Wochen war das 15-jährige Jubiläum ihrer am 9. November 1999 gegründeten Interessengemeinschaft (IG) zünftig begangen worden.

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Die Merkwitzer Märchengruppe sorgt auch diese Jahr wieder zur Freude der großen und kleinen Dorfbewohner für ein Märchen-Spektakel.

Quelle: Reinhard Rädler

Merkwitz. Nun ging es im Dorf schon wieder hoch her, denn zum Nikolaustag treffen sich Bewohner und Gäste auf dem Innenhof des ehemaligen Gutshofes beim traditionellen Weihnachtsmarkt.

Und wer hat es organisiert? Natürlich wieder die rührige Truppe um den IG-Vorsitzenden Roland Wagner. Es gab alles, was ein zünftiges Weihnachtsspektakel ausmacht: Glühwein, Bratwurst, Mutzbraten, Kaffee sowie selbstgebackenen Kuchen. Ebenso gab es auch einen kleinen Flohmarkt und weihnachtliche Musik vom Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde Hohenheida.

Zu den Merkwitzer Traditionen gehörte natürlich auch wieder das Weihnachtsmärchen. "Die Märchenaufführung wird jedes Jahr sehnsüchtig erwartet. Und da zum Weihnachtsfest auch die Heimlichkeit gehört, verraten wir vorher den Titel nicht", so IG-Chef Wagner. Die Gäste konnten zwar auf der Spielfläche die Einrichtung eines Wohnzimmers sowie auch ein weißes und rotes Rosenbäumchen erkennen, was aber nun genau gespielt werden sollte, wurde bis zuletzt geheim gehalten. Nur die LVZ durfte kurz vor der Aufführung mal hinter die Kulissen schauen und war sofort von einem Bären, einem Zwerg, zwei Prinzen und einer Großmutter umzingelt. Lediglich zwei Mädchen, das eine blond, das andere schwarzhaarig, saßen unzertrennlich auf ihren Stühlen. Das konnten nur Schneeweißchen und Rosenrot aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm sein. Das bestätigte schließlich lachend auch Elke Stück, die Märchenerzählerin bei der Aufführung. Die Gruppe um Regisseurin Corinna Preiß hat sich aus der Originalvorlage ein kleines Theaterstück zusammengebastelt und ein Vierteljahr lang einstudiert. Wenigstens zehn Helfer sorgten derweil im Hintergrund für die Requisiten, den Bühnen-Auf- und Abbau und die Lautsprechertechnik. Der Stamm der Märchengruppe ist schon jahrelang zusammen. Neu-Merkwitzer, wie Schneeweißchen Kerstin Petzold und Rosenrot Anke Dietz, fanden schnell Anschluss in der gut aufgelegten Truppe, wie sie versicherten.

Das Märchen wurde von den Zuschauern gut aufgenommen. Die Erwachsenen hatten ihren Spaß daran, die Kinder gingen begeistert mit und freuten sich riesig, dass der Bär den bösen Zwerg besiegte. Als nicht nur Schneeweißchen ihren Prinzen heiraten konnte, sondern auch Rosenrot unter den Klängen der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" mit "Ich bin der Märchenprinz" ihren blaublütigen Partner abbekam, wollte der Beifall nicht enden. Der fünfjährigen Maja Irmler und ihrer neunjährigen Schwester Anna hatte es der Zwerg angetan, der neunjährigen Fabian Kolbig war vom starken Bären beeindruckt.

Kaum war das Märchen zu Ende, wussten die Kinder, was nach Merkwitzer Tradition noch folgen musste: Sie warteten auf den Weihnachtsmann. Doch der hatte wohl wieder mal zu lange an der Bahnschranke gestanden, denn er kam und kam nicht. Angefeuert von den Märchendarstellern riefen sie im Takt nach dem Weihnachtsmann. "Der soll mal hin machen!", rief es ungeduldig aus der Menge. Doch dann kam er endlich in Begleitung von "Engel Renate" und verteilte, begleitet mit kabarettreifen Bemerkungen, große und kleine Päckchen an die Kinder, deren Familien sie vorher "heimlich" dem Weihnachtsmann zugesteckt hatten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.12.2014
Reinhard Rädler

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