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Taucha Malen nach dem Schlaganfall - Tauchaer Rüdiger Bartels stellt zum ersten Mal wieder aus
Region Taucha Malen nach dem Schlaganfall - Tauchaer Rüdiger Bartels stellt zum ersten Mal wieder aus
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17:05 19.05.2015
Peter Franke, Ralph Arnold, Claudia und Rüdiger Bartels (von links) mit jeweils einem ihrer Werke. Mehr von der Gruppe Kunst 4 ist an den Tagen des offenen Ateliers über Pfingsten in Taucha zu sehen. Quelle: Olaf Barth

Die dabei entstandenen Werke sowie die von anderen Künstlern sind zu Pfingsten an den Tagen des offenen Ateliers in Taucha zu sehen.

Der Schock saß tief, nicht nur in der Familie, sondern auch bei Freunden und Bekannten des Malers Rüdiger Bartels. Die grandiose Eröffnungsfeier auf dem Tauchaer Rittergutsschloss zu seiner Ausstellung Maskenbilder war noch gar nicht lange her, als der 57-Jährige am 4. Oktober einen schweren Schlaganfall erlitt und komplett seine Erinnerungen verlor. "Er musste alles neu lernen: Reden, Schreiben, Rechnen. So wie ein Kind, und so verhielt er sich teilweise auch", beschrieb Ehefrau Claudia.

Doch nicht nur die Familie, sondern auch Freunde standen Bartels von Beginn an zur Seite. Der Tauchaer Maler Peter Franke (54) ebenso wie der Leipziger Fotograf Ralph Arnold (52). Gemeinsam mit den Bartels schlossen sie sich zur Gruppe Kunst 4 zusammen und treten als solche zu Pfingsten erstmals gemeinsam öffentlich auf. Angeregt wurde das Ganze von Rüdiger Bartels selbst. Arnold zeigt in speziellen Techniken entstandene Fotos, Peter Franke bringt einige seiner Gemälde mit und Claudia Bartels präsentiert aus ihrem Schaffen Malereien und Zeichnungen. Zu sehen sind natürlich auch die neuen Bilder, die Rüdiger Bartels während seines Genesungsprozesses schuf, die nun unter dem Titel "Zurück ins Leben" gezeigt werden. "Es ist, als ob jemand die Hand drüber gehalten hat. Seine Fähigkeit zu malen blieb zum Glück erhalten", sagte Franke. Und er nickt zu Claudia Bartels Erklärung: "Nach Weihnachten in der Reha in Bad Düben hat mein Mann zu malen angefangen. Aber mit einer ganz neuen Art, mit viel mehr Seele, weg von der Grafik." Wie wichtig die Malerei für den Patienten in dieser Zeit war und ist, unterstreicht Rüdiger Bartels selbst so: "Diese Bilder sind für mich gemacht, nicht um damit Geld zu verdienen."

"Uns ist wichtig, an den Tagen des offenen Ateliers mit Besuchern in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen", sagte Arnold. Franke möchte mit seiner aufgebauten Staffelei und wechselnden Bildern zu einer "lebendigen" Ausstellung beitragen. Geöffnet ist die kleine Galerie im Restaurant sowie im Kräutergarten des Klosterschankhauses in der Lindnerstraße 28 Sonntag und Montag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Zeitweise wird eine Musikerin mit ihren Klangschalen für sphärische Töne sorgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Olaf Barth

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