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Metalltafel soll die Wandbild-Schöpfer in Taucha würdigen

Metalltafel soll die Wandbild-Schöpfer in Taucha würdigen

In der Zwickschen Siedlung in Taucha wird aufwendig saniert. "Mit den Fassaden sind wir nahezu fertig. Dann geht der Innenausbau los", sagte Sören Hartleb, der für die Sanierung einiger Häuser in der Zwickschen Siedlung Objektüberwacher vom Leipziger Büro Hansen ist.

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An diesem Märchenmotiv haben sich die Restauratoren verewigt.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. In der Karl-Marx-Straße habe das Büro die Hausnummern 21 bis 35 am Wickel. "In vier der acht Häuser wollen wird bis Ende des Jahres fertig sein. Die anderen vier Häuser sollen bis April abgeschlossen sein", informierte Hartleb. Insgesamt seien 16 Wohnungen zu machen.

Im Zuge der Fassadensanierung, die nun diesen Monat beendet werden soll, sind auch Wandbilder - sogenannte Sgraffito - restauriert worden. An einem der in historischer Putztechnik entstandenen Bilder hatten die Restauratoren "Verfasser unbekannt" und ihre eigenen Namen vermerkt.

Doch unbekannt waren, jedenfalls Christian Schnabel die Schöpfer der Wandbilder mitnichten: "Ich weiß, wer die Sgraffiti an den Häusern gefertigt hat. Es waren mein Vater Rudolf Schnabel und der Tauchaer Künstler Rudolf Ölzner." Der einst in Leipzig wohnende und heute in Lüneburg lebende Schnabel-Junior hatte sich mit dieser Information im April letzten Jahres sowohl an das sanierende Büro, als auch an die LVZ gewandt. Wie berichtet, gab der Objektüberwacher Hartleb damals das Versprechen ab, die Wandbildschöpfer in geeigneter Form zu würdigen.

"Wir werden das in Form einer Metalltafel auch tun", bestätigte Hartleb gestern auf Anfrage der LVZ. Auch wenn noch nicht 100-prozentig feststehe, was auf der Tafel stehen wird, "an der Hausnummer 25 soll sie angebracht werden", verriet Hartleb. Dort befinde sich das Wandbild-Motiv "Hahnschrei" - ein Hahn, der auf einem Misthaufen kräht.

Insgesamt 22 Motive waren 1938 als Entwürfe im "Goldenen Löwen" in Leipzig ausgestellt. Im April gleichen Jahres waren die ersten Häuser der Zwickschen Siedlung bezugsfertig. Dem Tauchaer durchaus bekannt, wurde die Siedlung gebaut, um neuen Arbeitern der Mitteldeutschen Motorenwerke (MiMo) Wohnraum zu schaffen. Die neuen Bewohner kamen in der Mehrzahl aus dem Raum Zwickau. Deshalb werden die Häuser Zwicksche Siedlung genannt.

Die Wandbild-Motive, so ist es alten Zeitungsberichten zu entnehmen, sollten auch das "Gefühl heimatlicher Verankerung" der "Umgesiedelten" am neuen Wohnsitz verstärken. Der Bergmann ist somit wohl eins der wichtigsten Motive gewesen. Hinzu kamen "Waldlandschaft und Rehe, Bauer und Tier-Idyll, Klöpplerin, Wasserträgerin und Hahnschrei". Die Märchenmotive sollten Ausdruck dafür sein, dass die Siedlung auch als "Kinderparadies gelten muss", hieß es damals. Immerhin wurde die Aufteilung der Wohnblöcke mit Aussparung für Grünflächen im "Anzeiger für Taucha und Umgebung" bereits vor dem Bezug als nicht nur "neuartig, sondern direkt vorbildlich" angepriesen.

"So weit ich das aus Gesprächen erinnere, hat Rudolf Ölzner die Berufe dargestellt und mein Vater die Märchen und Tiere", hatte Christoph Schnabel im letzten Jahr berichtet. Sein Vater Rudolf Schnabel war 1909 in Leipzig geboren worden und an den Folgen des Zweiten Weltkrieges schon am 1. Januar 1949 gestorben, berichtete der Sohn. "Mein Vater war Maler, Grafiker und zuletzt Dozent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Wir wohnten in der Könneritzstraße", sagte er.

Wann die metallene Tafel angebracht wird, steht laut Hartleb noch nicht fest. "Bis April wird das aber spätestens passieren", sagte er. Die Namen der Wandbild-Schöpfer sollen in Erinnerung bleiben, das sieht auch der für die Sanierung Zuständige so. Diese Würdigung in der historischen Sgraffito-Technik, bei der mehrere Putz-Lagen aufgetragen und die Motive dann eingeritzt werden, auszuführen, hält er allerdings für zu aufwendig. Die Restauratoren-Bezeichnung von 2012 am Märchenmotiv des Fuchses, der die Gans stiehlt, bleibe ebenfalls erhalten.

Im Denkmalamt des Landratsamtes Nordsachsen wusste man bis zum LVZ-Artikel nicht, wer die Werke ursprünglich geschaffen hatte. "Wir führen aber auch kein Archiv", hatte Jürgen Liebau aus dem Amt gesagt. "Und wenn vor der Sanierung nicht zu lesen war, wer der Künstler ist, muss es auch nicht danach verzeichnet werden", ergänzte Liebau damals.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2014
Roland Heinrich

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