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Milder Winter und Trockenheit

Milder Winter und Trockenheit

Das Wetter kann von Ort zu Ort recht unterschiedlich ausfallen. Wie es sich konkret in Taucha entwickelt, verfolgt seit Jahren in der Parthestadt Wolfram Lenk. Er ist für den Deutschen Wetterdienst (DWD) ehrenamtlicher Wetterbeobachter.

Taucha. Hier sein Bericht über den Winter und das erste Halbjahr 2015:

Es waren wiederum besondere Witterungsabläufe festzustellen, wenngleich sie auf keinen Fall so spektakulär wie beispielsweise 2013 ausfielen. Werden Temperaturverlauf und die wenigen Schneefälle der frühlingshaften Wintermonate betrachtet, lässt sich sagen: Der Winter fiel fast total aus. Die niedrigste Temperatur des meteorologischen Winters wurde am 28. Dezember mit -8 Grad Celsius gemessen, die höchste mit +15 am 10. Januar. Die Temperaturen lagen sehr oft im einstelligen Plusbereich und die seltenen Schneefälle fielen so mager aus, dass in drei Monaten an lediglich fünf Tagen eine Schneedecke von bis zu drei Zentimetern lag. Von weißer Winterpracht war also nichts zu spüren. Ganz anders ist der lange und strenge Winter von 2013 in Erinnerung. Bodenfröste wurden im Zeitraum von Januar bis März an 63 Tagen beobachtet. Hinzu kamen Sturmtiefs und Orkane.

Im niederschlagsarmen ersten Halbjahr lagen nur die Januar-Niederschläge mit 132 Prozent über den langjährigen Mittelwerten. Die Folgemonate bis einschließlich Juni waren viel zu trocken, wobei der Februar einen Negativrekord mit nur 8,3 mm aufstellte. Stärkere Niederschläge fielen nur am 2. April und 23. Juni. Sie erreichten aber gerade mal niedrige zweistellige Werte. Laut DWD waren der Januar um 3,2, der Februar um 0,8 sowie der März um 1,4 Grad Celsius zu warm. Dieses frühlingshafte Wetter währte einige Wochen, sodass viele Pflanzen mit vorzeitigem Wachstum reagierten. Auch der April und Mai waren etwas zu warm, lediglich der Juni lag geringfügig unter dem vieljährigen Mittelwert. Er fiel ziemlich kühl aus, insbesondere um den 17. Juni herum, bekannt auch als Schafskälte. Erst im Verlauf des letzten Juni-Drittels setzte eine zunehmende Erwärmung ein.

So fallen nach dem ersten Halbjahr vor allem die extremen Niederschlagsdefizite auf. In den sechs Monaten fielen in Taucha an 99 Tagen 205,3 mm Niederschläge (Leipzig 196,8 mm), das sind 72 Prozent der üblichen Mengen. Die Menge fehlenden Regens summierte sich auf 81,2 mm, das entspricht etwa zwei Monatsmengen. Die Monate Januar bis Mai waren zu warm. Der Trend zur "Wärme", der von Klimaforschern seit 1990 festgestellt wird, setzte sich also fort. Bei den Sonnenscheinstunden zeigte sich, dass dem vieljährigen Mittelwert von 746,3 Stunden im ersten Halbjahr laut DWD ein Ist von 909,2 Stunden gegenübersteht. Damit war Sachsen in dieser Zeit das sonnenscheinreichste Bundesland.

Wenig Niederschläge sind aber gar nicht so selten. Sie lagen in Taucha in den letzten zehn Jahren sieben Mal unter dem Mittelwert von 286,5 mm. Die geringsten Halbjahresniederschläge seit Beginn der Tauchaer Aufzeichnungen wurden 1996 mit 166,2 mm gemessen. Das erste Halbjahr 2013 hingegen war viel zu nass. Es fielen 491,9 mm, der höchste Wert der letzten 40 Jahre.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2015
lvz

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