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Mit Allgemeinplätzen aufräumen

Mit Allgemeinplätzen aufräumen

Eigentlich kennen Antje Hansow und Julia Hontzea ihre Gäste aus Israel schon etwas länger. Und das obwohl keine der beiden jungen Damen Elinor Shacham und Sagi Goldberg schon jemals gesehen hätten.

Taucha. Das Internet macht alles möglich.

Via Chat- beziehungsweise Telefonprogramm Skype oder per Nachricht im sozialen Netzwerk Facebook klärten die Schüler schon mal vorab kulturelle und geschichtliche Fragen, denn die 17-jährigen Israelis Shacham und Goldberg sind derzeit auf Stippvisite in der Parthestadt.

Bereits zum dritten Mal hat sich das Geschwister-Scholl-Gymnasium beim Pädagogischen Austauschdienst beworben, am Johannes-Rau-Stipendiatenprogramm teilzunehmen.Dabei bewerben sich nicht etwa Lehrer, sondern die Schüler selbst, einen israelischen Gast in ihre Obhut zu nehmen. „Per Aufsatz haben wir uns beworben“, erklärt die 17-jährige Hansow. „Es ging darum, wie die Beziehungen der Länder verbessert werden können. Zwischen drei Kategorien konnte gewählt werden“, erinnert sich die junge Rackwitzerin, „Jugend, Wirtschaft und Kultur“. Mit ihr hatte sich Lisa Hoyer beworben, die aber wegen Krankheit passen musste. So sprang kurzerhand und ohne mit der Wimper zu zucken Julia Hontzea ein.

Das Tauchaer Gymnasium ist das einzige in Sachsen, was am deutsch-israelischen Austauschprogramm teilnahm, sagt Betreuungslehrerin Ramona Hübner. 20 Israelis bekommen so die Möglichkeit in zehn Tagen Deutschland kennenzulernen. „Es klingt zwar wie eine Phrase, aber nur wenn man sich persönlich kennenlernt, können Vorurteile abgebaut werden“, sagt Hübner. Und so räumen die 17-jährige Elinor und der gleichaltrige Sagi mit bestehenden Allgemeinplätzen auf. So ist es in ihren Heimatstädten Caesarea und Cholon ruhig, kein Schlagabtausch zwischen Arabern und Christen. Gläubig sind die beiden Jugendlichen auch nicht. „Wir sind nicht hier, um mit dem Finger auf Euch zu zeigen. Es braucht sich niemand schämen“, erklärt Sagi Goldberg. Dennoch sei es wichtig, den Holocaust im Unterricht zu behandeln, „es gehört zur Geschichte“. Beide Stipendiaten machten im Geschichtsunterricht lediglich eine andere Perspektive aus, die Fakten stimmten. Bis Montag schauen sich die beiden mit ihren Gastgeberinnen in der Gegend um, bevor es gemeinsam weiter in die Bundeshauptstadt geht.

Alexander Bley

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