Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Mords-Taucha, Fischer-Buch und eine Vespa-Reise
Region Taucha Mords-Taucha, Fischer-Buch und eine Vespa-Reise
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 19.05.2015
Susanne Ullrich und Jürgen Rüstau mit neuem Taucha-Buch. Quelle: Matthias Kudra

Unter anderem gab es im Weinkeller auf dem Rittergutsschloss eine Lesung mit dem Leipziger Schriftsteller Uwe Stöß, der 2009 den Literaturpreis der Stadt Taucha gewann. Das war zugleich der kulturelle Saisonauftakt des Schlossvereins Taucha. Ein Höhepunkt weiterer Lesungen in der Parthestadt war die Premiere des Buches "Mörderisches Taucha" von Jürgen Rüstau und Jürgen Ullrich.

Jenes Buch, das in kurzer Redaktionszeit mit einem von Anke Rüstau gestalteten Cover soeben im Engelsdorfer Verlag erschien, entstand im Ergebnis vieler Besucherreaktionen auf die thematischen Nachtwächtertouren. Denn seit 2010 schlüpft Ullrich zuweilen in die Rolle des historischen Nachtwächters Johann Christoph Meißner. An der Buchpremiere konnte er krankheitsbedingt aber nicht teilnehmen. Seine Ehefrau Susanne verlas einen Gruß des Autors und übergab persönlich signierte Autogrammkarten. Damit war Ullrich zumindest bildlich präsent.

Co-Autor Jürgen Rüstau hat eine fiktive Rahmengeschichte geschrieben. Dadurch bettet er die Kriminalfälle geschickt in die Gegenwart ein und vermittelt zugleich zwischen den Jahrzehnten beziehungsweise Jahrhunderten, die zwischen den Einzelepisoden liegen. Ausdrücklich betonen die Autoren, dass sich alle dargestellten Fälle tatsächlich so zugetragen haben. Nach etlichen Recherchen unter anderem im Sächsischen Staats- und Polizeiarchiv, im Leipziger Stadtarchiv und im Kirchenarchiv der evangelischen Landeskirche können das die Autoren belegen. Dennoch gestaltete sich die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes sehr schwierig, weil die Fälle teilweise erst 100 Jahre nach dem Ereignis zu Papier gebracht wurden und damit natürlich auch subjektiven Charakter tragen. Zudem haben Brände und Kriege gerichtliche Aufzeichnungen vernichtet und natürlich steckten damals kriminalistische Labortechniken noch in den Kinderschuhen.

Dennoch - oder gerade deshalb - vermittelt das Buch ein Stück Heimatgeschichte, die nach Meinung der Autoren nicht in Vergessenheit geraten sollte. Die Besucher im ausverkauften Café Esprit lauschten andächtig der Lesung von Jürgen Rüstau und den einfühlsamen, rockigen Gitarrenklängen von Frank Walter und Lutz Pohlers, die als "Jahrgang 65" musikalisch die Lesung umrahmten. Unter Gästen auch Frank und Sabine Halt aus Norderhamm bei Bremerhaven, die regelrecht von einer übervollen Buchmesse ins Kulturcafe geflüchtet sind. Ausdrücklich lobten sie das gute Niveau der Lesung und die gemütliche Atmosphäre im Esprit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2015
Matthias Kudra

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadtratssitzung in Taucha verlief anders als geplant. Im Ratssaal waren rund ein Dutzend Zuhörer erschienen, denen ein Thema unter den Nägeln brannte: der geplante grundhafte Ausbau des Gärtnerweges.

19.05.2015

Vor zehn Jahren lebte in Taucha die Tradition des Frauentages wieder auf. Damals hatte der heute nicht mehr existierenden Stadtmarketing-Club zum ersten Mal zu einem Fest aus diesem Anlass eingeladen.

19.05.2015

Strahlrohre, Einreißhaken, Rettungsschere und -spreizer oder die Feuerwehraxt waren mehr als 50 Jahre die Werkzeuge der heutigen Alters- und Ehrenabteilung der Tauchaer Feuerwehr. Für einige der Mitglieder sind jetzt, nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, der Kugelschreiber und vielleicht auch mal die Lupe das wichtigste Hilfsmittel geworden.

19.05.2015
Anzeige