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Taucha Mountainbiker trotzen der Schwerkraft
Region Taucha Mountainbiker trotzen der Schwerkraft
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13:59 19.05.2015
Radsportler Niels Gehrke beim Training auf der Tauchaer Anlage. Quelle: Olaf Barth

Das mag zwar nicht der korrekte englische Szene-Begriff für das Geschehen in dem Backyard (Hinterhof) genannten Gelände sein, doch beschreibt er so ziemlich genau, was die 15 bis 20 jungen Leute dort treiben. Mit ihren BMX-Rädern oder Mountainbikes beschleunigen sie auf den Rampen, um dann der Schwerkraft zu trotzen und während hoher Sprünge Saltos und andere Tricks, Dirt-Jumps zu zeigen. Bei Wettkämpfen gibt es dafür Punkte und viel Applaus. Auf Tauchas Trainingsgelände neben der Kleingartenanlage Einigkeit gibt es nur das anerkennende Nicken der Sportkameraden. Die sind inzwischen als Abteilung Radsport unter dem Dach der TSG 1861 organisiert. Eine feste Organisationsstruktur war Bedingung für die Erlaubnis, sich auf dem Brachgelände selbst einen neuen Parcours aufbauen zu dürfen. Denn auf ihrem einstigen Übungsplatz im Mimo-Wald waren die als Mimo-Rider bekannt gewordenen Jungs vom Eigentümer nicht mehr geduldet worden (die LVZ berichtete).

Seit den Anfängen im Jahr 2010 mit dabei ist Niels Gehrke, der europaweit auch an Contests teilnimmt. "In das jetzige Gelände haben wir seit Januar 2013 unzählige Stunden Arbeit gesteckt. Der Wildwuchs und die ganzen Steine mussten erst mal weg", erzählte der 20-Jährige. Inzwischen steht hier eine "Line" mit acht Elementen sowie ein "Pumptrack", auf dem Anfänger üben können, den Rundkurs ohne Pedaltritte zu überwinden. Noch ist nicht alles fertig, denn für die geplante größere "Line" soll eine Startrampe entstehen, für die noch die behördliche Genehmigung fehlt.

"Von der Stadt sind wir hier aber sehr unterstützt worden. Auch von Unternehmen, die uns mit Material halfen", sagte der Tauchaer, der ganz in der Nähe bei einer Dachdecker-Firma arbeitet. Allerdings haben die jungen Leute auch noch Sorgen: "Ein Strom- sowie Wasseranschluss und Toiletten brauchen wir dringend. Anfangs würde auch schon ein Dixi-Klo helfen. Hier ist ja jetzt unsere offizielle Sportstätte und selbst haben wir ja schon viel aufgebaut", hofft Gehrke auf zeitnahe, weitere Unterstützung.

Die Anlage vorstellen und von den Problemen erzählen will der junge Mann auch am Sonnabend. Ab 13 Uhr haben sich auf Initiative des Bürgermeister-Kandidaten Tobias Meier Vertreter des Tauchaer Stadtrates angekündigt, um sich selbst ein Bild vom Geschehen auf dem "Backyard" zu machen. Auch alle anderen interessierten Tauchaer sind eingeladen, mit Meier und mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2015
Olaf Barth

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