Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Musikerstammtisch in Gefahr
Region Taucha Musikerstammtisch in Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:59 16.09.2009

. Je nach Größe der Lokalität und Eintrittsgeld sind die Preise gestaffelt. Bei einem bis 333 Quadratmeter großen Saal und zehn Euro Eintritt werden zum Beispiel regulär 266,30 Euro fällig – eine Ausgabe, die sich kleine Vereine gerne klemmen und ihre öffentliche Karnevalsfeier mit Musik auch nicht in der Zeitung angekündigt haben wollen.

Der KuKuTa wirbt hingegen mit seinen Veranstaltungen und zahlt etwa für Musikveranstaltungen im kleinen Café esprit. Das ist mit seinen nicht mal hundert Quadratmetern in der untersten Gebühren-Kategorie angesiedelt. Trotzdem werden je Musikabend 21,50 Euro fällig. In einem Brief an den stellvertretenden Gema-Aufsichtsrat Tobias Künzel hat KuKuTa-Chef Hans-Jürgen Rüstau jetzt vorgerechnet, dass bei einem solchen Abend ohne Eintritt, einem durchschnittlichen Verzehr von zehn Euro auf jedem der 25 Sitzplätze und 150 Euro Gage für den Künstler gerade mal 75 Euro für den Kneiper übrigbleiben. „Es ist also nur grenzwertig finanzierbar“, meint Rüstau. Bei fünf Euro Eintritt sei zwar die Gage leichter wieder rein, aber dann verlange die Gema 78,90 Euro. Solche Veranstaltungen könnten, wenn man Kleinkunst nur kommerziell betrachte, nicht mehr stattfinden, so Rüstau in dem Brief an Künzel.

„Die durchweg zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter, die Anzahl der Konzerte zu reduzieren“, heißt es auch in einer Petition zu den Gema-Gebühren an den Deutschen Bundestag, die derzeit in Berlin geprüft wird. Viele Kleinveranstalter würden schon gar keine Konzerte mehr durchführen. Rüstau sieht darin auch ein gesellschaftliches Problem und schlägt für Kleinkunstbühnen und einen Eintrittspreis bis zehn Euro eine Pauschalgebühr von 25 bis 30 Euro vor, um Kultur für solche Bühnen wieder attraktiv zu machen.

Die Gema verweist auf ihr Rabattsystem, das bei Vorausmeldung von einem Jahr bis zu 40 Prozent Nachlass gewährt. Außerdem gebe es Härtefallregelungen und einen Sondertarif für musikalische Nachwuchsarbeit, so Isabel Palmtag von der Gema.

In Taucha spielen gestandene Musiker. Rüstau sorgt sich denn auch um den Musikerstammtisch. Seit längerem habe er Diskussionen mit der Gema, jetzt wolle sie die Runde mit einer Gebühr belasten. „Diese Kosten kann ein kleiner Verein, wie wir es ja sind, nicht aufbringen“, warnt er. Beim Stammtisch kommen zehnmal im Jahr drei bis 15 Musiker zusammen, um Projekte zu besprechen und zu jammen – laut Gema-Statut werden für den ganzen Abend Gebühren fällig, wenn auch nur ein geschütztes Stück gespielt wird. Rüstau will nun morgen ab 20 Uhr im Café esprit die Meinung der Musiker einholen, über die Zukunft der Runde reden – und Zeit zum Jammen soll auch sein.

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!