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Nach 25 Jahren: Schirmbeck tritt nicht wieder an

Nach 25 Jahren: Schirmbeck tritt nicht wieder an

In 235 Tagen wird in Taucha ein neuer Bürgermeister gewählt. Eines steht dabei seit gestern fest: Es wird tatsächlich einen neuen geben. Denn wie der derzeitige Rathauschef Holger Schirmbeck (SPD) gegenüber der LVZ exklusiv mitteilte, wird er 2015 nicht wieder zur Wahl antreten.

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Holger Schirmbeck

Quelle: Olaf Barth

Taucha. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, mich lange damit befasst. Die Gründe dafür sind vielschichtig und teils sehr persönlich, den einen relevanten Grund gibt es nicht", sagte der Sozialdemokrat.

Bei den Feierlichkeiten zur Friedlichen Revolution sei ihm zusätzlich klar geworden, dass sich nach 25 Jahren auch für ihn ein Kreis schließe: "Zusammen mit meiner Frau war ich damals aus einer gewissen oppositionellen Haltung heraus in den Wendeherbst gegangen, was dann in dem Punkt kulminierte, auch Verantwortung zu übernehmen." In dem entscheidenden Moment habe er damals gemeinsam mit seiner Frau Barbara binnen Minuten den Entschluss gefasst, als Bürgermeister zu kandidieren. "Meine Familie hatte mir von Anfang an und die ganzen Jahre hindurch den Rücken gestärkt." Überlegungen, 2015 ganz offen wenigstens noch einmal für eine halbe Amtszeit zu kandidieren, habe er schließlich ad acta gelegt: "Das widerspricht meinem Selbstverständnis. Und es heimlich so zu planen, widerspricht meiner Einstellung. Die Leute müssen wissen, woran sie sind, wofür ich stehe."

Wenn Schirmbeck nächstes Jahr nach der Wahl am 7. Juni sein Amt abgibt, geht nach einem Vierteljahrhundert einer der dienstältesten Bürgermeister im Großraum Leipzig. Bereits jetzt ist Schirmbeck einer der ganz wenigen, die noch seit ihrer Erstwahl nach der Wende 1990 im Amt sind. Damals war der jetzt 58-Jährige noch vom neu konstituierten Stadtrat gewählt worden, ehe dann ab 1994 nach geändertem Wahlgesetz auch in Sachsen die Bürgermeister für sieben Jahre direkt vom Volk gewählt werden konnten. Bei dieser Wahl erhielt Schirmbeck 82 Prozent der Wählerstimmen. Auch die nächsten Urnengänge entschied er für sich: 2001 mit 64,7 und 2008 mit 68,4 Prozent.

Von Anfang an als Stadtrat und einer der stellvertretenden Bürgermeister war Thomas Kreyßig (SPD) Schirmbecks Wegbegleiter. Der 70-Jährige meinte gestern: "Wir hatten gehofft, er tritt noch einmal an. Doch die lange Entscheidungsfindung ließ ahnen, dass es auch anders kommen kann. Man muss das respektieren, aber ich bedauere die Entscheidung sehr. Doch es wird weitergehen. Wir müssen das jetzt verdauen und uns sammeln." Kreyßig habe die Nachricht gerade erst per Mail an Tauchas SPD-Mitglieder geschickt: "Mit den nächsten Gesprächen im Ortsverband und in der Fraktion werden wir in die Findungsphase gehen, bis zur Wahl sind ja noch ein paar Tage Zeit."

Schirmbecks Hauptwidersacher bei den letzten Wahlen kam aus den Reihen der CDU. Da unterlag als Zweitplatzierter jeweils der inzwischen verstorbene Ralph Nietzschmann, der die CDU auch als die stärkste Stadtratsfraktion angeführt hatte. Deren jetzige Vorsitzende Claudia Henn sagte auf LVZ-Anfrage zu Schirmbecks Kandidatur-Verzicht und den Aussichten für die bevorstehende Wahl: "Die Persönlichkeit Doktor Schirmbecks und die Tatsache, dass er viele Jahre den Job des Bürgermeisters gut erledigt hatte, haben sicher zu seinen Wahlerfolgen beigetragen. Nun wird es für alle einen Wahlkampf ohne Amtsbonus geben. Wir sehen da für uns eine klare Chance und werden einen geeigneten Kandidaten suchen und finden." Die 44-Jährige selbst wolle definitiv nicht als Kandidatin antreten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2014
Olaf Barth

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