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Taucha Nachfahren der Haugwitz-Herren besuchen Tauchas Rittergutsschloss
Region Taucha Nachfahren der Haugwitz-Herren besuchen Tauchas Rittergutsschloss
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15:49 07.09.2018
Gemeinsam mit Tauchaer Vereinsmitgliedern finden sich die von Haugwitzens am Schlosstor zum Erinnerungsfoto zusammen. Die Flagge mit dem ursprünglichen Familienwappen ist ein Geschenk an den Verein. Quelle: Foto: Hans-Jörg Moldenhauer
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Taucha

Mitglieder des Fördervereins haben historische Gewänder angelegt, Bürgerschützen stehen in ihren Uniformen bereit für einen Salut. Tauchas preisgekrönte Parforcehornbläser komplettieren in ihrer blau-gelben Kluft das feierliche Empfangskomitee. Die vorwiegend aus den Regionen um Lüneburg und Hamburg kommenden Gäste trauen ihren Augen kaum, als sie aus dem Bus steigen. „Total cool und beeindruckend, das alles nur für uns. So sind wir noch nie empfangen worden, einfach überwältigend, wir sind unglaublich dankbar dafür“, fasst die 22-jährige Cecilie von Haugwitz (v. H.) die Eindrücke der Reisegruppe zusammen. Sie studiert in Münster Erziehungswissenschaft und hat mit der zweijährigen Arwen eine Verwandte und das an diesem Tag jüngste Familienmitglied auf dem Arm.

Familienwurzeln in Schlesien

Der älteste Gast ist der 86-jährige Hans-Wilhelm v.  H., der gerührt ob des freundlichen Empfangs gemeinsam mit Martin Wickland-v. H. (77) Tauchas Bürgermeister Tobias Meier und dem Schlossvereins-Vorsitzenden Jürgen Ullrich eine Familienchronik und eine Flagge mit dem ursprünglichen Familienwappen der Haugwitzens überreicht. Die familiären Wurzeln der Besucher liegen überwiegend in Schlesien. Die Präsente gehören nun dem Schlossverein, desen Vorstand das Treffen gemeinsam mit dem Vorstand des Familienverbandes derer von Haugwitz geplant, vorbereitet und durchgeführt hatte. Dem Gästebuch war zu entnehmen, dass 67 Erwachsene und sechs Kinder aus der Familie in Taucha zugegen waren, informierte Ullrich.

Informationen über aktuelle Schlosspläne

Als Hauptort für das alle zwei Jahre stattfindende Familientreffen wurde vom Familienverband in diesem Jahr Wurzen gewählt, weil dort ein von Haugwitz als Bischof wirkte. Die Fahrt nach Taucha wurde aber viel mehr als eben nur mal ein Abstecher. Sowohl Meier als auch die historisch bewanderten Schlossvereinsmitglieder Ullrich und Detlef Porzig verstanden es im Schlosshof, unterhaltsam und charmant auf die Traditionen des als Tauchas Wiege geltenden Standortes und die Bemühungen für dessen Erhalt und Weiterentwicklung aufmerksam zu machen. Der Ehrensalut der Schützen und die musikalische Einlage der Parforcehornbläser samt historischer Erläuterungen von Frank Apitz trugen dazu bei, Augen, Ohren und Herzen der Besucher zu öffnen. In der Kulturscheune hatte der Haugwitz-Familienverband einen Imbiss vorbereitet.

Schlosswein und Gemälde für die Gäste

„Erst hieß es, sie haben gar nicht so viel Zeit. Am Ende wollten sie gar nicht mehr gehen“, freut sich Ullrich über die erfolgreiche Begegnung. Er und Porzig hatten vor Jahren erste Brief-Kontakte zur der Familie geknüpft. So erhielt Ullrich 2008 von Wilhelm v. Haugwitz einen Brief mit Familiensiegel. In dem erkundigte sich der Absender nach dem Zustand des ehemaligen Familienbesitzes in Taucha. „Seit diesem Zeitpunkt besteht ein loser Briefkontakt zwischen Verein und Verband“, so Ullrich.

Eine kleinere Gruppe des ursprünglich 1884 gegründeten und 2003 reaktivierten „Verbandes der Familie von Haugwitz“ hatte sich bereits voriges Jahr hier umgeschaut und so den jetzigen Ausflug mit in die Wege geleitet. Zum Abschied schenkte der Schlossverein den Gästen einige Flaschen des hier am Berg gewonnenen Schlossweines, Broschüren über die Entwicklung des Rittergutsschlosses sowie ein Gemälde des Weißenfelser Kunstmalers Reinhard Bergmann, das den Schlosseingang zeigt.

Beeindruckt vom Taucha-Besuch zeigte sich auch Thilo von Haugwitz. Der 56-jährige Finanzberater hält es nun für nicht ausgeschlossen, dass im Jahr 2025 das 800-Jahr-Jubiläum der Familie am historischen Ort in der Parthestadt gefeiert werden könnte. Bis dahin könnte die weitere Sanierung des Gebäude-Ensembles dank auch der vom Freistaat gewährten Fördermittel weit fortgeschritten oder gar beendet sein.

Von Olaf Barth

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