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Nachwuchs bei Tauchas Hochlandrindern

Weinbergwiese wird beweidet Nachwuchs bei Tauchas Hochlandrindern

Die Weinbergwiese am Tauchaer Stadtpark ist eigentlich Überschwemmungsgebiet für die Parthe. Doch zugleich lebt hier auch eine Familie Schottischer Hochlandrinder. Die ganzjährige Beweidung soll für mehr Pflanzenvielfalt auf der Wiese sorgen.

Am 16. Juni gab es Nachwuchs: Caspar lässt sich seitdem die Milch der Mutterkuh schmecken.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Die Spaziergänger am Tauchaer Stadtpark nahe des „Schmiedehöfchens“ haben derzeit wieder einiges zu sehen. Auf der angrenzenden Weinbergwiese hat sich Nachwuchs eingestellt. Seit dem 16. Juni wächst und gedeiht hier ein kleiner Bulle, sodass die Gruppe der hier lebenden Galloway-Rinder nun auf sechs Tiere angewachsen ist.

Für Tierhalter Thomas Schade ist das auch eine ausreichende Anzahl an Rindern, die sich auf der 5,5 Hektar großen Wiese das ganze Jahr über selbst versorgen. 2014 hatte der jetzt 54-Jährige als Vertreter des 2011 gegründeten Parthelandwiesen-Vereins die ersten zwei Kühe geholt, 2015 kam der Zuchtbulle hinzu, ein Jahr später der erste Nachwuchs. „Drei erwachsene Tiere mit Nachwuchs sind genug auf dieser Wiese. Hier findet ja eine ganzjährige Weidehaltung statt, nur bei viel Schnee im Winter wird zugefüttert“, erklärt Schade.

Thomas Schade verteilt hin und wieder ein paar „Leckerli“, um den vertrauensvollen Kontakt mit den Tieren zu pflegen

Thomas Schade verteilt hin und wieder ein paar „Leckerli“, um den vertrauensvollen Kontakt mit den Tieren zu pflegen. So gewöhnen sie sich an ihn und folgen ihm, wenn ein Ortswechsel auf der Wiese angesagt ist.

Quelle: Olaf Barth

Diese hörnerlose Rasse Schottischer Hochlandrinder komme mit winterlicher Kälte besser klar als mit sommerlichen Temperaturen, weiß der studierte Diplom-Agrar-Ingenieur. Ist es heiß, liegen sie gern an einer schattigen Stelle im Gras. Der gebürtige Thüringer ist in seinem Heimatort mit Tierhaltung aufgewachsen und hätte ohne politische Wende 1989 die Schäfermeistertradition in seiner Familie wahrscheinlich fortgesetzt, zumindest aber nach seinem Studium in der Tierhaltung gearbeitet. Mit der Wende änderten sich die beruflichen Möglichkeiten, Schade studierte Betriebswirtschaft und wurde Steuerberater. Das Interesse an Tieren ist aber noch immer da.

Seit dem 16

Seit dem 16. Juni wächst und gedeiht hier ein kleiner Bulle.

Quelle: Olaf Barth

„In unserem Verein bin ich für die Tiere verantwortlich, dabei unterstützt mich die ganze Familie. Wir wohnen ja auch gleich neben der Wiese, deshalb betreuen und kontrollieren wir sie hier auch. Wenn Hilfe benötigt wird, kommen auch andere aus dem Verein“, erzählt Schade. Zwei weitere Familien hatten den Verein mitgegründet. Wobei Domenik Pudmenski (38) für alles Bauliche ein Händchen hat und die Pläne umsetzt. Wie zum Beispiel die notwendige Einzäunung mit den Holz- und Elektrozäunen, die solarbetriebene und aus Grundwasser gespeiste Tränkanlage oder den Windschutz für die stürmische, kalte Jahreszeit.

Nachdem in diesem Parthe-Überschwemmungsgebiet bereits ein anderer Tierhalter vor einigen Jahren zahlreiche Wasserbüffel stehen hatte, habe sich das Areal nach einer Pause und mit der jetzigen Beweidung inzwischen wieder erholt und gewandelt. „Wir halten die begrenzte Anzahl der Tiere zur Biotoppflege und wollen so wieder eine pflanzliche Artenvielfalt erreichen. Bei dem Monitoring des Zweckverbandes Parthenaue mit Unterstützung wissenschaftlicher Einrichtungen wurden bereits drei geschützte Arten gefunden, die nun neu auf der Wiese vorhanden sind“, berichtet Schade nicht ohne Stolz. Diese Entwicklung soll weitergehen, was nicht nur eine reichhaltigere Insektenwelt zur Folge habe, sondern auch weitere Tiere für Offenlandbereiche anlocke: „Fuchs, Marder, Fasane, Wildschweine, Rehe und Waschbären haben wir hier schon beobachtet.“

Diese hörnerlose Rasse Schottischer Hochlandrinder komme mit winterlicher Kälte besser klar als mit sommerlichen Temperaturen

Diese hörnerlose Rasse Schottischer Hochlandrinder komme mit winterlicher Kälte besser klar als mit sommerlichen Temperaturen.

Quelle: Olaf Barth

Spaziergänger beobachten gern die stattlichen Galloway-Rinder. „Die sind ja auch ein Hingucker in der Landschaft. Wir bitten nur dringend darum, die Tiere nicht zu füttern. Das kann zu gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod der Tiere führen“, warnt Schade. Auch sollten Hundeführer auf ihre Vierbeiner acht geben. „Der Bulle ist schneller als die Hunde“, weiß Schade. Bei der Flucht vor dem gereizten Rind würde mancher Hund durch den Zaun springen und ihn beschädigen. „Das kann mal passieren, es sind ja Tiere. Es wäre aber nur fair und anständig, uns wenigstens Bescheid zu sagen, damit wir den Zaun wieder reparieren können“, appelliert Schade an Hundehalter und Spaziergänger.

Von Olaf Barth

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