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Nachwuchssorgen auch im süßen Metier

Tauchaer Kaffeehaus Kraus Nachwuchssorgen auch im süßen Metier

Es war kein Plauderstündchen zur Kaffeezeit, zu dem sich der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, und der Landrat des Landkreises Nordsachsen, Kai Emanuel, im Tauchaer Kaffeehaus Kraus in der Leipziger Straße  1 eingefunden hatten. Vielmehr wollten beide mit Unternehmern ins Gespräch kommen.

In der Kaffeehaus-Manufaktur von Konditor Sebastian Kraus (Mitte) informieren sich Bürgermeister Tobias Meier, Landrat Kai Emanuel (von rechts) sowie Handwerkskammerpräsident Claus Gröhn (2. von links) und Vizepräsident Frank Tollert.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Es war kein Plauderstündchen zur Kaffeezeit, zu dem sich der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, und der Landrat des Landkreises Nordsachsen, Kai Emanuel, im Tauchaer Kaffeehaus Kraus in der Leipziger Straße  1 eingefunden hatten. Vielmehr war es das Anliegen, im Rahmen einer Reihe von Betriebsbesuchen, mit Unternehmern ins Gespräch zu kommen. Die Handwerkskammer zu Leipzig betreut fast 12 000 Handwerksbetriebe ihres Direktionsbezirkes, zu dem, neben der Messestadt, auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen gehören.

„Wie geht es oder wo klemmt es?“, fragte der Präsident den Kaffeehausbetreiber Sebastian Kraus dann auch. Der 33-Jährige schilderte, wie er im Mai 2011 erst einmal nur mit dem Café angefangen hatte, mittlerweile acht Mitarbeiter beschäftigt, dass seine Schwester und Eltern mithelfen und dass er 2005 in der Leipziger Straße 3 sein Geschäft um das Ladenlokal „Kaffeehaus-Manufaktur“ erweitert habe. „Ich merke, dass meine Produkte angenommen werden. Das ist auch meine Motivation, täglich 15 Stunden im Café oder in der Backstube präsent zu sein. Ich möchte, dass alles perfekt ist, koste jeden Teig. Wir stellen alles selbst her, egal welchen Aufwand wir dabei betreiben müssen“, erklärte er leidenschaftlich.

Die Wünsche der Kunden seien manchmal schon recht außergewöhnlich. Dennoch zaubert Kraus mit seinem Team sogenannte 3-D-Torten mit den ausgefallensten Motiven auf die Kaffeetafeln. „Das spricht sich rum, die letzte Bestellung kam aus Dresden“, freute er sich. Zu Schulanfängen sei die ganze Palette der Trickfilm- und Comic-Helden als Krönung für die süßen Backwerkskreationen gefragt.

„Wie sieht es denn mit Nachwuchs aus?, fragte Gröhn weiter. „Für meinen persönlichen Nachwuchs habe ich gesorgt. Er ist ein Jahr alt und fühlt sich in einer Tauchaer Kita wohl“, antwortete Kraus lachend. Bis sein Sohn aber soweit ist, sei Nachwuchs aus der Konditorenbranche momentan schwer zu finden. „Das Fachkräfteproblem hat begonnen“, pflichtete ihm Gröhn bei. Man müsse den „Akademisierungswahn“ dämmen und den jungen Menschen lieber vermitteln, dass auch nach einer Berufsausbildung der Weg zu einem Studium immer noch offen ist. Es sei aber auch im normalen Berufsleben möglich, sich auch hier weiterzubilden, um so seinen Weg zu machen. Es lohne sich immer, Berufsorientierungs-Veranstaltungen zu besuchen oder bei Ferienjobs oder Praktika in Handwerksunternehmen praktische Erfahrungen zu sammeln. „Ich habe mit meiner offenen Manufaktur in dem Zusammenhang schon gute Erfahrungen gemacht“, erzählte Kraus. „Dadurch, dass man uns vom Verkaufsraum aus bei der Arbeit zusehen kann, haben tatsächlich schon Schüler Interesse gezeigt und gefragt, ob sie bei uns mal einen Ferienjob machen können“, beschrieb er.

Auf Veränderungen im Umfeld reagierte der umtriebige Unternehmer sofort, denn mit der Schließung der Backfiliale gegenüber dem Schusterhaus, wird er sein Ladenlokal in der Leipziger Straße  3 im neuen Jahr täglich von 7 bis 17 Uhr öffnen und zwei weitere Mitarbeiter einstellen.

„Der Kunden-Zuspruch im Kaffeehaus Kraus tut auch der Belebung der Tauchaer Innenstadt gut“, sieht Bürgermeister Tobias Meier (FDP) einen positiven Nebeneffekt. Am 1. Advent am Sonntag, wird er gemeinsam mit Sebastian Kraus um 14.30 Uhr auf dem Markt den traditionellen Stollenanschnitt zelebrieren.

Beim Leipziger Weihnachtsmarkt wird das Kaffeehaus Kraus aus Taucha übrigens auch vertreten sein und dort den Besuchern unter anderem in der Grimmaischen Straße, Höhe Nikolaistraße, seinen selbst kreierten „Tauchaer Kaffeehaustaler“ anbieten.

Von Reinhard Rädler

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