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Neue B 87 soll laut Marian Wendt nördlich von Taucha verlaufen

Bundesverkehrswegeplan 2030 Neue B 87 soll laut Marian Wendt nördlich von Taucha verlaufen

Die Veröffentlichung des Entwurfs für den Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) hat unlängst auch rund um Taucha für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Denn die Meinungen, ob laut Planung die neue B 87 nun südlich von Taucha durch die Parthenaue oder nördlich verlaufen soll, gehen auseinander.

Banner gegen den Straßenbau in der Parthenaue wie dieses in Sehlis sind zwischen Panitzsch und Taucha zahlreich zu finden.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Die Veröffentlichung des Entwurfs für den Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) hat unlängst auch rund um Taucha für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Denn zu den vom Freistaat Sachsen angemeldeten und in den Plan aufgenommenen Straßenbauvorhaben zählt ebenso der bei Taucha verlaufende Neubau der B 87 von Eilenburg nach Leipzig. Unklar war bisher immer, wo die neue Trasse auf die A14 treffen wird: südlich oder nördlich von Taucha? Laut des nordsächsischen Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) ist die Südvariante vom Tisch (die LVZ berichtete). Doch stimmt das wirklich? Thomas Becher, Sprecher der Tauchaer Bürgerinitiative (BI) Alternative B 87 n sieht das anders.

Bei einer südlichen Trassenführung würde die B 87 das Eilenburg-Tauchaer Endmoräenen-Gebiet sowie die geschützte Parthenaue zwischen Borsdorf-Panitzsch und Sehlis zerschneiden. Dagegen hatte sich in den letzen Jahren eine breite Ablehnungsfront aus Bürgerinitiativen, Naturschützern und parteiübergreifend aus Kommunalpolitikern gebildet. Wendt bekräftigte auf LVZ-Nachfrage noch einmal: „Meine Aussage basiert auf dem Vorschlag des BVWP-Entwurfs und einem Gespräch im Sächsischen Wirtschaftsministerium. Wenn die Bundesregierung eine Variante vorschlägt, die nicht durch die Parthenaue geht und es keine Abgeordneten beziehungsweise politische Vertreter gibt, die dies anders sehen, dann ist meine Aussage schon sehr substantiiert. Die Parthenaue-Variante will keiner, weder die Bundesregierung, die politischen Vertreter, die Bürger, die Umweltverbände oder jemand anders.“

Wenn dem so ist, stellt sich allerdings nicht nur der BI von Thomas Becher die Frage, wieso in dem BVWP 2030 zur B 87 folgende Sätze zu finden sind: „Der Planentwurf wurde nochmals überarbeitet und um die Variante Nord S 4 ergänzt. Im Ergebnis dieser Überarbeitung wird Variante Süd als Vorzugsvariante bestätigt.“ Und außerdem heißt es in dem Dokument aus Berlin: „Der in den nachfolgend aufgeführten, herunterzuladenden Lageplänen dargestellte Verlauf des Projekts stellt eine der Lösungsmöglichkeiten dar. ... In den nachfolgenden Planungsstufen kann sich der Verlauf verändern.“ Außerdem wird an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass die Nordvariante zu einer Überlastung der A 14 im Bereich des Anschlusses Leipzig-Mitte führen kann und diese Variante im Vergleich die unwirtschaftlichste Lösung ist. Klar, dass angesichts solcher Aussagen bei Bürgerinitiativen und anderen Betroffenen die Alarmglocken läuten und aus deren Sicht von Entwarnung bezüglich der Parthenaue keine Rede sein kann. „Angesichts dieser Sätze in dem Entwurf muss man weiterhin von einer Gefährdung der Parthenaue und der Endmoränenlandschaft bei Taucha ausgehen. Daher werden wir als Bürgerinitiative das Thema B  87  n natürlich auch in Zukunft weiterhin aufmerksam verfolgen“, teilte Becher mit.

Auf nochmalige Anfrage versuchte Wendt ausführlich zu erklären, weshalb die Bedenken der BI unbegründet sind. Warum der Satz mit der „Vorzugsvariante Süd“ enthalten ist, wusste aber auch er nicht zu deuten. Denn die als Vorzugsvariante bezeichnete Südtrasse ist gar nicht Bestandteil des aktuellen Bundesverkehrswegeplanes. Wendt: „Die Projektskizzen mit der Südvariante sind komplett verworfen worden und diese Vorzugsvariante ist definitiv nicht mehr Bestandteil der Projektanmeldung. Für die spätere Linienführung wird nur ein Korridor nördlich von Taucha aufgezeigt, womit die Variante ,Parthenaue’ seitens des BVWP 2030 ausgeschlossen ist.“ Würden die Anmeldungen zum Plan so bleiben wie sie jetzt sind, wäre die Südvariante raus aus den weiteren Planungen

„Der Bund beteiligt sich nur im Rahmen des umschriebenen und damit feststehenden Nord-Korridors“, so Wendt. Auch persönlich sei ihm in Gesprächen in Sachsens Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bestätigt worden, „dass eine Streckenführung durch die Parthenaue nicht mehr geplant wird“. Aus fachlichen wie auch politischen Punkten mache dies wenig Sinn. Insbesondere, wenn der Bund die Planung für diese Trassenführung nicht mehr finanziert, sei es für den Freistaat wenig lukrativ, diese Variante umzusetzen.

Offen bleibt allerdings, wann überhaupt jemals mit dem Bau einer neuen B 87 begonnen wird. Denn Wendts ursprünglicher Wunsch, dieses Vorhaben in die Priorität „Vordringlicher Bedarf“ eingeordnet zu bekommen, erfüllte sich nicht. Die B 87 n läuft unter „Weiterer Bedarf“, was immerhin die Fortsetzung der Planungen erlaubt. Die jetzt gestartete Anhörung und Bürgerbeteiligung wollen Vertreter aus Wirtschaft und Politik speziell auch aus dem Raum Torgau-Oschatz nutzen, um doch noch eine höhere Priorität für das Vorhaben zu erreichen.

Das Projekt B 87 n ist hier einsehbar, Stichwort Straße: www.bvwp-projekte.de

Von Olaf Barth

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