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Neue Gedenkstätte eingeweiht - Taucha erinnert an Ereignisse des 17. Juni 1953

Neue Gedenkstätte eingeweiht - Taucha erinnert an Ereignisse des 17. Juni 1953

Feierlich wurde gestern in Taucha während einer Gedenkstunde zur Erinnerung an den 17. Juni 1953 ein Gedenkstein eingeweiht. Fast 100 Tauchaer und Gäste aus Politik, Wirtschaft, Schulen, Kirchen und Behörden sowie viele Bürger waren gekommen, um der Opfer des damaligen Aufstandes gegen SED und DDR-Regierung zu gedenken sowie ein Zeichen für Demokratie und Freiheit zu setzen.

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Gedenkfeier am vom Klaus-Dieter Münch (links) initiierten Gedenkstein in Taucha.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Von Taucha aus waren am besagten Tag Arbeiter der Eisengießerei Klug gen Leipzig gezogen, um für die Freilassung ihres verhafteten Chefs Walter Klug zu demonstrieren. Zudem schlossen sie sich den Protesten gegen Normerhöhungen an. Daran erinnerte Tauchas CDU-Chef Jens Bruske in seiner kurzen Ansprache. Ein Schild am ehemaligen Werksgebäude erinnert an die Ereignisse. "Das war mir aber nicht würdig genug, deshalb habe ich mit Freunden diese kleine, nicht übertriebene Gedenkstätte geschaffen", sagte CDU-Stadtrat Klaus-Dieter Münch (77). Er hatte als 17-Jähriger mit seiner Frau in Leipzig an den Protesten teilgenommen. "Die Ereignisse sollen unvergessen bleiben, es geht um das Gedenken, nicht um eine parteipolitische Veranstaltung. Deshalb fand ich auch gut, dass Pfarrer Matthias Taatz in seiner Ansprache auch an die Opfer der anderen Seite, bei Polizei und Sicherheitskräften, erinnerte", sagte Münch.

Der neue Gedenkort mit Stein und Bank liegt an der Kreuzung Straße des 17. Juni/Gießereistraße nahe der Eisarena. "Das ist sehr schön angelegt worden, ich möchte Ihnen allen dafür danken", sagte Klugs gerührte Tochter Christine Afifi. Als Zehnjährige hatte sie miterlebt, wie Arbeiter der Gießerei loszogen. Nach der Wende hatte die heute bei Eckernförde lebende 69-Jährige lange um die Rehabilitation ihres Vaters gekämpft. Der wurde zwar nach den Protesten frei gelassen, hatte aber seinen Betrieb nicht weiterführen dürfen und verließ dann mit der Familie die DDR. Enkelin Britta Larmann erinnert sich: "Mein Großvater war sehr ehrlich, geradlinig und gerecht, immer auch ein Kämpfer. Als ich 1990 das erste Mal sein ehemaliges Wohnhaus in Taucha besuchte, entstanden aus all den Erzählungen die Bilder im Kopf, ich fühlte mich gleich zu Hause." Die 46-jährige Hamburgerin fand die gestrige Veranstaltung sehr schön und freute sich auch über die zahlreichen jungen Leute.

"Es ist wichtig, dass das alles nicht vergessen wird, gerade auch von uns jungen Leuten. Es ist ja auch eine Gedenkstätte für Demokratie und Freiheit", sagte die 16-jährige Mareike Suck. Die Gymnasiastin hatte gemeinsam mit den Mitschülern Thomas Meier und Elina Williamson mit Klarinetten die Veranstaltung musikalisch umrahmt. Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasium verteilten zudem weiße Rosen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2013

Olaf Barth

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