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Taucha Ob Groß-, Mittel- oder Klein- : Hauptsache Spitz
Region Taucha Ob Groß-, Mittel- oder Klein- : Hauptsache Spitz
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21:00 19.09.2010
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Taucha

Die Hundeschnauze nähert sich langsam. Ein kurzes Schnüffeln, dann die erste Berührung. Kathi, eine Wolfspitz-Dame, mag die andere Dame sofort und schmiegt ihr spitzes Riechorgan in Lydias Hand.

Die goldene Ehrennadel steckt stolz neben dem obersten Knopfloch in der blauen Jacke der 78-Jährigen. 2008 hat sie die Auszeichnung für 30 Jahre Mitgliedschaft im Verein für Deutsche Spitze überreicht bekommen. Zudem haben Lydia und ihr Ehemann Hans-Jochen zahlreiche Preise mit ihren Deutschen Spitzen gewonnen – den letzten bei der 12. Internationalen Zuchtschau in Leipzig im Jahr 2007. Auch erblickten über 100 Spitz-Welpen aus 24 Würfen das Licht der Welt, immer unter den wachsamen und liebevollen Augen des Paars. Ob Wolfsspitz, Großspitz, Mittelspitz, Kleinspitz oder Zwergspitz, weiß, schwarz oder orange – Lydia liebte und verwöhnte jedes einzelne Tier.

Den krönenden Abschluss ihrer Hundezuchtkarriere feierte das Ehepaar am Wochenende auf ihrem drei Hektar großen Anwesen, liebevoll auch Hundespielplatz genannt, mit ihren Freunden. Danach werden sich die zwei aus dem Vereinsleben zurückziehen. Daher freute sich die Rentnerin besonders, dass vier Wolfsspitze, zwei weiße Großspitze, drei schwarze und ein orangener Kleinspitz sowie vier Zwergspitze mit ihren Frauchen und Herrchen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt den Weg zum Grundstück gefunden hatten.

Torsten Föllner, stellvertretender Vorsitzender des Vereins für den Bereich Leipzig, war sehr traurig, sich von seiner geschätzten Kollegin verabschieden zu müssen. „Ich bin einfach zu alt“, gab Lydia zu und erinnerte sich zurück. Angefangen hatte alles vor über 70 Jahren, als die damals Fünfjährige ihren ersten Hund geschenkt bekam: einen Großspitz. „Der war so putzig und hieß auch Putzi“, erzählte sie. Seit dieser Zeit befindet sich ein Vierbeiner an ihrer Seite. Nach ihrer Vertreibung aus Oberschlesien, kam die junge Frau mit 27 Jahren nach Taucha. In der Parthestadt lernte sie ihren Mann Hans-Jochen kennen und übernahm dessen elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. Auf so einem großen Gelände fand sich immer ein Plätzchen für einen, zwei oder mehrere Hunde. Im Laufe der Jahre prägte sich dann das besondere Interesse an dem Deutschen Spitz heraus. Diese Rasse ist ein ausgeprägter Familienhund, bindet sich eng an die Menschen in seinem Lebensraum und liebt besonders die Streicheleinheiten – und die liebt Lydia auch.

Karoline Maria Keybe

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