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Taucha Oiiingoiiingoiiing – Kurs lehrt Maultrommel
Region Taucha Oiiingoiiingoiiing – Kurs lehrt Maultrommel
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10:00 11.06.2011
Leicht zu spielen, schwer zu meistern: Kristina Russ (2.v.l.) und einige Kinder ihres Ensemble-Kurses nahmen teil am ersten Maultrommel-Workshop der Volkshochschule in Taucha. Eine Wiederholung im Herbst ist geplant. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Und Musikschullehrerin Kristina Russ ist quasi von Beruf aus immer auf der Suche nach neuen Klängen: Sie alle und 25 weitere nahmen teil am ersten Maultrommel-Workshop der Volkshochschule in Taucha diese Woche.

Männer, Frauen, Mädchen, Jungs – das Interesse an dem kultigen Instrument in Taucha war riesig. Selbst Leipzigs Hauptamtsleiter Christian Aegerter outete sich als Maultrommel-Interessierter – und er war nicht der einzige Leipziger in der großen Runde.

Jeder auf seine Art: Die Maultrommel ist fast auf der ganzen Welt verbreitet, ihr Spiel wird mancherorts gar als heilend empfunden. Quelle: Jörg ter Vehn

Clemens Voigt, Weltreisender und Mitbegründer des weltgrößten Maultrommel-Versandhandels mit Sitz in Taucha, gab vor dem ersten Ton einen Abriss über Verbreitung und Geschichte des Instruments. Weil es von Jungs im Alpenraum gern beim „Fensterln“ gespielt wurde und als Liebesinstrument galt, sei es eine Zeit lang von der Kirche als Teufelswerk verboten worden, sagte er in die amüsierte Runde. In Jakutien sei es noch heute das wichtigste Instrument im Land, die Schamanen dort würden den Klängen sogar eine heilende Wirkung zuschreiben.

Wie bei einem Didgeridoo gebe es nur einen Ton, der aber in so ziemlich jeder Weise mit dem Mundraum, der Anschlag- und Atemtechnik verändert werden könne, erzählte Voigt und machte es vor. „Und weil wir Menschen die Meister im Reden sind und dabei mit dem Mundraum die Vokale formen, ist die Maultrommel so leicht zu erlernen“, meinte Voigt. Gesagt, getan: Lippen wurden geschürzt, Münder verformt, Finger in Anschlag gebracht – Paowpaowpaow, oiiingoiiingoiiing und vereinzelt auch mal nur ein leises Pling tönten im Klasenzimmer. Voigt erklärte dann den richtigen Ansatz und Druck gegen die Zähne beim Metallmodell und die Haltung der Lippen bei der Dan-Moi-Ausführung – „die Maultrommel ist leicht zu spielen, aber schwer zu meistern“, gab Voigt zu.

Die Meister des Instruments kommen vom 15. bis 17 Juli zum Ancient Trance Festival nach Taucha. Zur Einstimmung war der Workshop gedacht. „Die Resonanz war so groß, wir werden ihn auf jeden Fall wiederholen“, so Gabriele Suck von der VHS.

Jörg ter Vehn

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