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Parkende Güterzüge machen Gerichtsweg zur Sackgasse

Grünes Licht für Bahnhofsumbau Taucha Parkende Güterzüge machen Gerichtsweg zur Sackgasse

Dem Vorhaben der Deutschen Bahn AG für den Umbau des Haltepunktes Taucha steht nun nichts mehr im Wege. Am Mittwoch traf im Tauchaer Rathaus der lang erwartete Planfeststellungsbeschluss ein. Einwände wurden kaum berücksichtigt, die Stadt will sich erst nach eingehender Prüfung der Unterlagen äußern.

An diesem Bahnübergang im Gerichtsweg fällt bald die letzte Schranke.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Am Mittwoch erhielt das Tauchaer Rathaus Post vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Im Umschlag befand sich der lang erwartete Planfeststellungsbeschluss für das Tauchaer Großprojekt der Deutschen Bahn AG. Wie berichtet, soll der S-Bahn-Haltepunkt in der Parthestadt umgebaut und die Portitzer Straße unter die Bahngleise verlegt werden. Damit einher gehen weitere Maßnahmen, unter anderem die Schließung des Bahnübergangs im Gerichtsweg. Das EBA weist Einwendungen von der Stadt und Privatpersonen dagegen ab.

„Wir werden uns den Planfeststellungsbeschluss jetzt genau anschauen und erst danach äußern“, sagte Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Im Stadtrat bezeichnet er am Donnerstagabend die Entscheidungen des EBA als ernüchternd. Die Stadt werde auf jeden Fall eine weitere Stellungnahme dazu verfassen. Außerdem soll das 184 Seiten umfassende Werk vier Wochen im Rathaus öffentlich ausliegen. Die Deutsche Bahn AG hat laut Meier angekündigt, dazu einmal in der Woche einen Mitarbeiter zu schicken, der dann Fragen beantwortet.

Wer Interesse hat, dem gewährt das Eisenbahn-Bundesamt ab sofort online Einblick in das Dokument. Was darin zu lesen ist, dürfte die an der Erörterung Beteiligten enttäuschen. Das EBA hatte über die Einwendungen und Forderungen in 58 Fällen von Privatpersonen, darunter Anwohnern der Schillerstraße und Kleingärtnern der Anlage „Einigkeit“, zu entscheiden. Dabei ging es oft um die Abwendung einer Schließung des Bahnüberganges im Gerichtsweg, um Grundstücksfragen, Entschädigungen und um Lärmschutz. Fast durchgängig lautet der erste Satz der Entscheidung des EBA: „Die fristgerecht erhobenen Einwendungen werden zurückgewiesen.“ Auf die zweiseitige Stellungnahme der Stadt Taucha, die sich wie viele Privatpersonen auch mit dem Hinweis auf die verkehrlichen Auswirkungen gegen die Schließung des Bahnüberganges im Gerichtsweg gewandt hatte, reagierte das EBA auf elf Seiten mit Gründen, weshalb diese Forderung sowie die von Taucha vorgeschlagenen Alternativen aus seiner Sicht nicht umsetzbar sind. Die Entscheidung: „Die Forderungen werden zurückgewiesen.“

Die Notwendigkeit der Schließung wird damit begründet, dass die Deutsche Bahn künftig das neue Gleis zum Abstellen von in Taucha beginnenden und endenden S-Bahnen und Reisezügen nutzen will. Darüber hinaus sollen auf dem „Überholungsgleis mit Vorstau- und Wartefunktion“ auch Güterzüge abgestellt werden, die dann den Bahnübergang blockieren. Eine Antwort der DB auf die LVZ-Anfrage, weshalb in Taucha Güterzüge geparkt werden müssen, obwohl dadurch eine für den Verkehr wichtige Verbindung zwischen B 87 und Portitzer Straße gekappt wird, steht noch aus.

Das EBA hält die Schließung und damit einhergehende Umwege für zumutbar. Es stellt zwar ebenso fest, dass das Bauvorhaben tiefgreifende Auswirkungen auf die Verkehrsströme der kommunalen Straßen sowie der B 87 hat. Doch werde sich die Eisenbahnüberführung in der Portitzer Straße positiv auf „die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Straßenverkehrs“ auswirken. Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann jetzt noch Klage beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden. Der Planfeststellungsbeschluss kann online beim Eisenbahn-Bundesamt hier eingesehen werden: https://www.eba.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/PF/Beschluesse/Sachsen/51_Bf_Taucha.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Von Olaf Barth

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