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Parkplatz nicht mehr öffentlich

Parkplatz nicht mehr öffentlich

Nachdem das Parken neben dem Tauchaer Kino jahrelang geduldet wurde, weist nun ein Schild am Grundstück darauf hin, dass hier Stellplätze zu mieten seien. Unberechtigtes Parken löst eine Vertragsstrafe von 30 Euro aus, zudem muss damit gerechnet werden, dass der Wagen abgeschleppt wird.

Taucha. Kinobesucher, Patienten der umliegenden Ärzte, Kunden der Apotheke oder Besucher parken seit vielen Jahren auf der Stellfläche an der Karl-Große-Straße. Lediglich ein kleines Schild hat bislang darauf hingewiesen, dass es sich um Privateigentum handelt. Abkassiert wurde allerdings nicht. „Das Parken haben wir bislang geduldet“, sagt Axel Fischer, Geschäftsführer des Tauchaer Modehauses, dem als Teil einer Erbengemeinschaft das Grundstück gehört. „Weil Grundsteuer, Regenwasserabgabe und Reinigung aber Geld kosten, haben wir uns jetzt entschlossen, den Platz zu vermarkten“, erklärt er.

Das übernimmt das Unternehmen Wemax aus Halle/Saale. Inhaber Torsten Märker erläutert: „Wer dort unberechtigt steht, dessen Auto wird in der Regel beseitigt. Nur wenn der Abschleppwagen gerade nicht greifbar ist, verhängen wir eine Vertragsstrafe von 30 Euro.“ Als Rechtfertigung dafür sieht er das große Schild an der Einfahrt zum Grundstück, das seit vergangenem Sonnabend klar zeige, dass hier der öffentliche Verkehrsraum verlassen wird. „Damit haben wir allen Anforderungen genüge getan. Mehr als ein Schild aufstellen kann man nicht“, sagt der Kaufmann.

Jenes Schild wird von vielen nicht wahrgenommen, da es zum Teil hinter einem Busch steht. Das hat gestern Mittag ein Blick auf den Parkplatz bewiesen. Elf Autos und ein Motorrad haben die Stellflächen belegt. „Das ich hier nicht mehr stehen darf, habe ich nicht gewusst. Das Schild sieht man nicht. Wer in die kleine Straße biegt, muss auf den Gegenverkehr achten“, sagt Bernd Rosenbusch. „Ich parke seit fünf Jahren immer mittwochs hier“, so der Mitarbeiter einer Reinigungsfirma. Darauf angesprochen zeigt Parkplatzpächter Torsten Märker wenig Verständnis: „Wer einen so großen Hinweis nicht sieht, sollte seine Teilnahme am Straßenverkehr überdenken“, meint er. Allerdings will er sich die Situation vor Ort demnächst selbst anschauen. „Wenn das Schild wirklich schlecht zu erkennen ist, werden wir handeln. Wir wollen ja keine Fallen aufstellen“, sagt er weiter. Eine Schranke vor dem Grundstück oder Bügel, die jedem Verkehrsteilnehmer unmissverständlich zeigen würden, dass hier Parken verboten ist, lehnt Märker ab: „So etwas kostet viel Geld. Zudem sind Schranken und Bügel anfällig für Vandalismus.“

Als „rechtlich bedenklich“ stuft der Tauchaer Rechtsanwalt Frank Küas die Lage ein. „Hier herrscht nach meiner Meinung Bestandsschutz. Man kann nicht von heute auf morgen die Situation umdrehen. Zudem halte ich die Vertragsstrafe für überhöht und das Abschleppen für nicht verhältnismäßig. Natürlich steht ein parkendes Auto dort auf privatem Grund. Ein Abschleppen ist aber nur angemessen, wenn jemand behindert wird oder Gefahr im Verzug ist“, begründet Küas.

Kinobetreiber Daniel Grahl zeigt Verständnis für Axel Fischer und Wemax. „Allerdings hätte ich mich gefreut, wenn mich vor der Verpachtung jemand gefragt hätte, ob ich interessiert bin. Für das Kino ist die Lage nun recht katastrophal, wenn meine Besucher damit rechnen müssen, sich nach dem Film auf die Suche nach ihrem Auto zu machen“, bedauert er.

Die Stadt Taucha hält sich aus der Angelegenheit raus. Bei Privatgelände habe die Kommune keine Möglichkeit, zu handeln, heißt es aus dem Ordnungsamt.

Daniel Große

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