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Taucha Partheland wird eigene touristische Marke
Region Taucha Partheland wird eigene touristische Marke
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21:00 05.01.2010

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Es war eine hochkarätig besetzte Runde, die am Montag in der Naturschutzstation Plaußig, dem Sitz des Zweckverbandes Parthenaue, über die Zukunft des Tourismus im Partheland beriet: Aus Taucha und Brandis waren die Bürgermeister gekommen, aus Leipzig Stadtgrün- und Gewässer-Chefin Inge Kunath, einzig der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin hatte einen Vertreter geschickt.

„Es ging darum, wie dem Partheland im Leipziger Neuseenland eine größere Bedeutung zukommen kann“, erklärte Sandra Brandt vom Tourismusverein Leipziger Neuseenland (TVNL) den Grund des Treffens. Das Partheland, räumlich zwischen den Bergbaufolgeseen im Norden und im Süden gelegen, solle daher seine Identität als regionale Untermarke behalten, nannte sie ihr Ziel.

Thematisch gebe es schon über die Parthe eine Menge Anknüpfungspunkte ans Leipziger Neuseenland, meinte sie. Da seien die Erlebbarkeit der Gewässer, Radfahren, Wandern, Reiten – „es muss ja nicht jede Kommune einen See haben, um zur Region zu gehören“, so Brandt. Ihr sei aber wichtig, dass die Untermarke sich einbindet in das Leipziger Neuseenland. Auch der Freistaat hatte in der Vergangenheit bei den touristischen Vermarktern die Konzentration auf weniger, aber stärkere Dachmarken gefordert.

„Als erstes wollen wir ein Kooperationsnetzwerk auf die Beine stellen, in dem wir mit den Dienstleistern der Region das Partheland touristisch aufbauen können“, erklärte Brandt. Wichtig sei dafür, dass sich die örtliche Wirtschaft zum Partheland bekennt und ihre Ideen einbringt. Geklärt müsse nur, so Brandt, mit welcher Struktur die Untermarke touristisch entwickelt werden soll. Über den Zweckverband Parthenaue sei das schwierig, weil dafür die Verbandssatzung von allen beteiligten Kommunen angepasst werden müsste. Sie sei aber zuversichtlich, noch im Frühjahr einen Weg aufzeigen zu können. So oder so werde aus der Diskussion um die Untermarke womöglich ein Pilotprojekt im TVNL, wie auch in anderen Bereichen des Leipziger Neuseenlandes lokale Identitäten stärker berücksichtigt werden können.

Andreas Gumbrecht, Geschäftsführer des Zweckverbandes Parthenaue, zeigte sich zufrieden und unzufrieden zugleich über das Beratungsergebnis. Auf der einen Seite sei er froh, dass der Schritt zur Marke unter dem Dach des TVNL unternommen werde, „aber zugleich fehlt das klare Bekenntnis zur Finanzierung als konsequenter zweiter Schritt“.

Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck würdigte die Beratung als einen großen Schritt. Immerhin hätten sich Leipzig sowie zwei nicht zum TVNL gehörende Kommunen entschieden, unter dem Dach des Leipziger Neuseenlandes gemeinsam das Partheland zu entwickeln. Schließlich habe die Region um Taucha eigentlich nur marginal zu tun mit den Bergbaufolgelandschaften, die Landschaft hier sei ja noch ursprünglich. „Wir wollen uns dabei aber nicht ausklinken aus dem TVNL, sondern organisieren sogar noch zusätzliche Partner“, so Schirmbeck.

Jörg ter Vehn

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