Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Partnerschaft geht durch den Magen
Region Taucha Partnerschaft geht durch den Magen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 20.04.2010
Anzeige
Taucha

Doch zum Vereinsleben gehört noch viel mehr. „Eine Städtepartnerschaft muss mehr sein als ein Briefwechsel zwischen den Bürgermeistern” sagte der Vereinsvorsitzende Michael König. „Solche Partnerschaften funktionieren nur, wenn die Mitglieder diese leben.“ Konkret praktizieren das die Parthestädter mindestens einmal im Monat. Für den April entschieden sich die Mitglieder für einen Kochabend in fünf Gängen. Menü und Raumgestaltung folgten dem Motto „Frühlingserwachen”. Die Räume im Haus 10 auf dem Rittergutsschloss verwandelten sich unter dem blauen Himmel in ein französisches Restaurant. Rote und gelbe Tulpen verzierten die Tische. Gekocht wurde natürlich á la francaise. Auf dem Speiseplan standen Avocado mit Serranoschinken dazu Vinaigrette mit roten Zwiebeln, als Hauptgericht Huhn à la Provence mit Couscous, angereichert mit Feldsalat und weißen Champions. Das Ganze abgerundet mit einer Eis-Surprise. Und wer kochte was? „Jeder macht das, was er am besten kann“, lächelte Antje Brumm „Die Männer waschen den Feldsalat und wir verkosten den Wein”. Ganz so lief es dann doch nicht ab. Fünf Frauen drängten sich in der winzigen Küche um die Arbeitsplatte. Das Gemüse wurde gewaschen, geputzt und geschnitten. Die Männer deckten plauschend den Tisch. Die Zutaten wurden von den 25 beteiligten Mitgliedern mitgebracht, anfallende Kosten geteilt, wie es sich in einer Gemeinschaft eben gehört. Nicht nur das, auch die guten Nachrichten aus dem privaten Kreis wurden verkündet. Angela Schneemann stellte vier Flaschen Sekt auf den Tisch. Die Augen der 52-Jährigen leuchteten dabei. „Ich bin heute Oma geworden” sagte sie. Es wurde ausgeschenkt, angestoßen und gratuliert. Vor dem Essen sang Jutta Rösler das Lied „Das bisschen Haushalt“ von Johanna von Koczian, musikalisch wurde sie von ihrem Ehemann Josef Rösler auf der Mundharmonika begleitet. Solche kulturellen Einlagen gehören bei Veranstaltungen immer dazu. Im Jahr 1996 gründete sich der frankophile Verein. Die Ehrenvorsitzenden Jürgen Garn und seine Frau Antje waren zur Gründerzeit maßgeblich an dessen Entwicklung beteiligt. Die ehemalige Lehrerin unterrichtet derzeit im Verein die französische Sprache. Französischkenntnisse gehören aber nicht zu den Aufnahmebedingungen. Die meisten geben auch zu, außer ein paar Floskeln nicht allzu viel französisch sprechen zu können. Neben dem Feiern und dem Singen fühlt sich der Verein auch zu verantwortungsvollen Taten verpflichtet. So hatten am Freitag zum Beispiel sechs Vereinsmitglieder das Rosenrondell Chadrac/ Espaly an der Grundschule Am Park für den Frühling rausgeputzt. Viermal im Jahr kümmert sich der Verein liebevoll um das Rondell. „Ehrensache bei dem Namen“, meinte Mitglied Heidrun Schenkel. Am meisten freuen sich alle auf den September. Da geht es auf nach Chadrac, die französischen Freunde besuchen. Für ein paar Tage haben alle Beteiligten die Möglichkeit, mehr über das jeweils andere Land und deren Bräuche und Sitten zu erfahren. Letztes Jahr waren die Franzosen in Taucha und machten den Marktplatz unsicher. Können sich die Mitglieder nicht besuchen, informieren sie sich online über aktuelle Geschehnisse der Partnerstadt. Weitere geplante Höhepunkte in den kommenden Monaten sind eine mdr-Besichtigung, der Nachtwächterrundgang und natürlich die französische Sportart Boule. Aufgrund der Wetterbedingungen kann der Verein erst am letzten Aprilwochenende zur ersten sportlichen Tat schreiten.

Karoline Maria Keybe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vergangene Woche erreichte Bettina Kietzmann eine E-Mail des Kunst- und Kulturvereins Taucha. Der Chef Hans-Jürgen Rüstau bot der 23-Jährigen die Möglichkeit einer Vernissage.

20.04.2010

Viel Phantasie ist noch nötig, aber das zukünftige Domizil des Heimatvereins Taucha ist schon zu erkennen: In Haus vier auf dem Rittergutsschloss soll der rührige Verein einziehen, ergab jetzt eine Raumbesichtigung.

19.04.2010

Jetzt kann es losgehen: Am Tauchaer Markt soll schon bald der Bau eines großen Drogeriemarktes der Firma Rossmann starten. Die Baugenehmigung dafür liegt jetzt vor.

16.04.2010
Anzeige