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Taucha Pensionäre lösen Bauboom aus
Region Taucha Pensionäre lösen Bauboom aus
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18:58 03.06.2011
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Taucha

Hinzu kommen fast 200 Seniorenwohnungen, die derzeit gebaut werden oder geplant sind. Die Betreiber sehen aufgrund der demografischen Entwicklung eine starke Nachfrage. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die vor den Risiken eines ungebremsten Baubooms warnen.

Im Dezember schon will der Pflegedienst Krabbes seine Anlage für betreutes Wohnen in der Lindnerstraße in Betrieb nehmen. 79 Wohnungen, die bis zu 45 Quadratmeter groß sind, sollen entstehen - eines der größten Projekte der Firmengeschichte. Rund um die Uhr soll Personal bereit stehen, den Kunden Sicherheit und Service bieten. Für bereits etwa ein Drittel der Wohnungen gäbe bereits es Interessenten, sagt der Geschäftsführer Wolfgang Fischer und meint: „Damit liegen wir gut im Plan.“ Trotz der wachsenden Konkurrenz in der Parthestadt, rechnet Fischer mit einem Erfolg seines Projekts. Durch die Nähe zu Leipzig und die grüne Lage würden auch Mieter aus Leipzig und ganz Nordsachsen Interesse zeigen.

Die Konkurrenz liegt nur einen Steinwurf entfernt. Am Markt errichtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine Anlage mit 42 Wohnungen und Gewerberäumen. Auch sie sollen bis Dezember bezugsfertig sein, sagt der Bauleiter Michael Klemm. Einen kleinen Bauverzug an einem der Häuser wolle man wieder aufholen. Es gäbe derzeit dreimal so viele Interessenten wie Wohnungen, teilt Jens Bruske vom DRK mit. Er prognostiziert: „Es wird keinen Leerstand geben.“ Der Bedarf sei vorhanden. Dennoch warnt er vor der Ansiedlung weiterer Objekte. Denn das könne in wenigen Jahren zur Zerreißprobe für den Landkreis werden. „Bei sinkenden Renten muss der Landkreis als Sozialkasse einspringen und wird diese Situation nur schwer meistern können“, sagt Bruske. Allen Warnungen zum Trotz: Es soll weiter gebaut werden.

Wenn es nach den Wünschen von Arnold Willemer aus Steinberg in Schleswig-Holstein geht, entsteht ab Herbst 2011 an den Schöppenteichen ein Mammutprojekt: Ein gigantisches Altenpflegeheim mit 120 Plätzen soll in 15 bis 18 Monaten aus dem Boden gestampft werden. Der 76-jährige Investor rechnet mit einer guten Rendite. „Das Haus ist zwar noch nicht gebaut und ist trotzdem schon verpachtet“, sagt er. Wer der Pächter ist, verrät er jedoch nicht. Seine Mitarbeiter hätten in Taucha die Wettbewerbslage analysiert. Außerdem habe er ein Gutachten zur Altersstruktur in der Region anfertigen lassen. Alles spreche dafür, dass das Projekt erfolgreich sein wird. Zurzeit zögere sich der Baustart jedoch hinaus, da eine Nachtragsgenehmigung auf sich warten lasse, sagt der Architekt des Hauses Michael Zielinski.

Thomas Scholz, Einrichtungsleiter des Altenpflegeheims am Schmiedehöfchen, ist sich unsicher, ob alle Investoren Erfolg haben werden: „Das wird lediglich für die nächsten 15 Jahre ein Wachstumsmarkt sein“, prognostiziert er. Sich verschärfender Wettbewerb in Taucha und Umgebung, sinkende Renten und wenig ausgebildetes Personal - das seien die Fallstricke, über die man stolpern könnte. Sein Heim sieht er gut gerüstet für die Zukunft: Die 93 Plätze seien dauerhaft belegt. In den Qualitätstests der Krankenkassen schneide sein Haus überdurchschnittlich gut ab.

Die Chefin des Altenpflegeheims am Veitsberg Ramona Springsguth hat keine Angst vor wachsender Konkurrenz. „Wir haben alle eine Chance am Markt zu bestehen“, glaubt sie. Ihr Haus bis auf den letzten Platz ausgebucht. Ein etwa vier Hektar großer Park und eine familiäre Atmosphäre zählt sie zu Besonderheiten ihres Hauses. Durch Sonderangebote wie ein Ergotherapeut und Zusatzbetreuer für Demenzerkrankte würde auf besondere Art und Weise für die Bewohner gesorgt. Dem Fachkräftemangel begegne sie dadurch, dass sie selbst ausbilden und die Gesundheit der Mitarbeiter in speziellen Kursen gefördert werde.

Eine weitere Wohnanlage plant der Bauunternehmer René Werner. Wenn es nach ihm geht, entstehen in einem alten Plattenbau an der Paul-Große-Straße 50 Seniorenwohnungen. Der Architekt ist schon beauftragt, die Finanzierungsplanung läuft. Derzeit prüfen die Banken noch, wieviel Rendite zu erwarten ist. Werner rechnet Ende des Jahres mit der Baugenehmigung. Mit insgesamt vier möglichen Pächtern des Hauses befindet er sich derzeit in Verhandlung. Ende 2012 könnte das Haus eröffnen. Nebenan soll auf 3000 Quadratmetern extra ein Park angelegt werden. „Damit Taucha aber auch Jüngeren etwas bietet, haben wir nebenan eine Bowlinganlage gebaut“, sagt Werner.

Benjamin Böhme

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