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Petition fordert Busse auch vormittags

Petition fordert Busse auch vormittags

Ganze Ortsteile von Taucha sind seit der Umstellung der Buslinien im Dezember 2009 in den Vormittags- und Abendstunden vom Öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt. Betroffene haben sich mit einer Petition und Unterschriftensammlung an die Stadtratsfraktionen gewandt, fordern Verbesserungen.

Taucha. Ein Blick auf den Fahrplan genügt, um die Dewitzer Abseitsstellung zu erkennen: Morgens fahren zwei Schulbusse Richtung Stadtmitte, dann klafft zum Beispiel an der Haltestelle Wachbergsiedlung in Dewitz zwischen 8.12 Uhr und 12.45 Uhr eine Riesenlücke im Fahrplan-Angebot. Nachmittags gibt es dann fast stündlich Fahrmöglichkeiten in die Stadt, die allerdings in der Wachbergsiedlung 16.45 Uhr enden. Danach ist Schluss. Der Weg zurück gestaltet sich ähnlich. Morgens um acht Uhr fährt ein Bus in der Lindnerstraße ab, dann erst wieder um 11.58 Uhr, aber dann stündlich bis 16.58 Uhr. Danach ist mit den regulären Nahverkehrsmitteln nicht mehr nach Dewitz herauszukommen. Vergleichbares gilt für Merkwitz, wo ebenfalls die Vormittagsversorgung fehlt und abends frühzeitig die Haltestellen hochgeklappt werden.

Betroffen davon sind vor allem die Schwächeren der Gesellschaft. „Vielen Älteren und Behinderten mit körperlichen Einschränkungen bleiben Mobilität und Eigenständigkeit in der Lebensführung verwehrt, weil die Haltestellen der Buslinien 175 und 176 vormittags bis zu fünf Stunden nicht bedient werden“, heißt es in einer Petition von mehr als 40 Betroffenen, die bei den Stadtratsfraktionen einging.

„Für Arzt- und Behandlungstermine, Behördengänge, Besuche weiterer Einrichtungen, Einkäufe und so weiter in der Innenstadt müssen Wege zu Fuß zwischen zwei und vier Kilometern oder Taxikosten in Kauf genommen werden, auf Dauer insbesondere von Rentnern nicht zu akzeptieren“, heißt es. Auch Berufstätige könnten in dieser Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel für den Arbeitsweg nicht nutzen.

Mit einer Umverteilung von Fahrzeiten könnte nach Ansicht der Petitenden das Dilemma gelöst werden. Möglichkeiten sehen sie in der neu eingerichteten Linie 173, die Taucha über Plösitz stündlich mit Borsdorf verbindet. „Uns ist es unverständlich, warum der Linienverkehr in der Stadt so drastisch beschnitten wird, anderseits der Bahnhof Borsdorf mit der Linie 175 zusammen täglich 40 mal bedient werden muss“, so die Bittsteller. Von Auslastung könne bei dem Bus nicht die Rede sein.

Denkbar wäre es, die alte Linienführung der 175 über Dewitz und Sehlis mehrmals täglich in die 173 zu integrieren, oder wie in Eilenburg einen Ringverkehr zu installieren, der die Ortsteile mit der Stadt und ihren Einrichtungen verbindet. Möglich wäre auch ein Anrufbus, der alle Haltestellen bedienen darf, heißt es in der Schrift.

Bürgermeister Holger Schirmbeck erklärte, die Ideen würden geprüft, zuständig sei aber letztlich der Kreis. Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) teilte Frank Dietze mit, die Anforderungen des vom Kreis beschlossenen Nahverkehrsplanes würden erfüllt. Die Änderungen seien seinerzeit gemacht worden, um den Zuschussbedarf gering zu halten. Die Auslastung in Dewitz sei sehr schwach gewesen, habe zwischen null und zwei Gästen pro Fahrt gelegen.

Jörg ter Vehn

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Taucha in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 33,23 km²

Einwohner: 15.128 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 455 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04425

Ortsvorwahlen: 034298

Stadtverwaltung: Schlossstraße 13, 04425 Taucha

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