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Pfarrer schreibt über Tauchas Stadtkirche

Pfarrer schreibt über Tauchas Stadtkirche

Auf so vielen Seiten, wie ein Jahr Tage hat, können Leser jetzt jede Menge interessante Informationen aus der Geschichte der Tauchaer St. Moritz-Kirche erfahren.

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Michael Gehre, Die Stadtkirche St. Moritz zu Taucha, im Eigenverlag, 365 Seiten, für 29,50 Euro in der Tauchaer Buchhandlung Leselaune zu erwerben.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Denn der dort von 1977 bis 2008 als Pfarrer wirkende Michael Gehre hat unter dem schlichten Titel "Die Stadtkirche St. Moritz zu Taucha" sach- und fachkundig ein äußerst aussagekräftiges Nachschlagewerk zusammengestellt. Es umfasst die enorme Zeitspanne von den nicht ganz eindeutig zu definierenden Anfängen im 11. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Aus den unterschiedlichsten Quellen fügte Gehre Schrift-Kopien von zahlreichen Zeitdokumenten in seinen Text ein und bebilderte die historische Kost mit Holzschnitten und Fotos aus weit zurückliegender sowie jüngerer Zeit.

Wer also für kalte Winterabende Lesestoff sucht oder für historisch Interessierte nach einem Weihnachtsgeschenk Ausschau hält, kann dafür ruhigen Gewissens Gehres Werk in Erwägung ziehen. Und beim Schmökern in dieser Tauchaer Kirchen-Geschichte findet der Leser natürlich auch Bezüge zur Stadtgeschichte und Einblicke in das jeweilige gesellschaftliche Umfeld. Denn Kirchengeschichte ist immer auch mit der Geschichte des Ortes verbunden. So findet natürlich auch einer der "dunkelsten Tage in der Geschichte Tauchas" Erwähnung: Am 9. Juli 1768 zerstörte ein verheerender Stadtbrand nicht nur Wohnhäuser und Rathaus, sondern auch die um 1200 errichtete Kirche, die dann bis 1774 neu aufgebaut wurde. Auf vielen Seiten spürt Gehre ebenso der Vergangenheit von Glocken und Orgeln nach. Auch deren Geschichte wird detailliert nachvollzogen. Zum Beispiel ist zu lesen, dass in Taucha 1796 eine gebrauchte Thayßner-Trampeli-Orgel geweiht wurde, auf der in der Leipziger Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai bereits Johann Sebastian Bach musiziert hatte. 1911 wurde sie verschrottet, heißt es. Weitere Orgeln folgten.

Dass sich die Kirchengemeinde auch zu DDR-Zeiten um den Erhalt ihres Gotteshauses bemühte, davon zeugen unter anderem die Dokumente im Zusammenhang mit der 1964 vollzogenen Glockenanfertigung oder die aus dem Jahr 1983 stammende Urkunde vom Rat des Kreises, Kraft derer die Kirche zum Denkmal erklärt wird und nun "als kultureller Besitz der sozialistischen Gesellschaft unter staatlichem Schutz" steht. Vervollständigt wird das Werk mit Berichten aus dem Gemeindeleben und damit verbunden mit einer Vielzahl von Namen und Fotos, die den an dieser Stätte tätig gewesenen Geistlichen gewidmet sind.

Während seiner Zeit in Taucha hatte Pfarrer Gehre nach eigener Aussage immer eine Zusammenfassung von Nachrichten und Berichten über die Entstehung und Geschichte der Kirche vermisst. Im Ruhestand habe er nun die Zeit gefunden, selbst so ein Projekt "St. Moritz-Buch" in Angriff zu nehmen. Jetzt steht es Interessenten als lohnenswerte Lektüre zur Verfügung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2013
Olaf Barth

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