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Taucha Pflegeheim-Chefin geht in den Ruhestand: „Es gab eigentlich nie wirklich schwierige Zeiten“
Region Taucha Pflegeheim-Chefin geht in den Ruhestand: „Es gab eigentlich nie wirklich schwierige Zeiten“
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21:00 27.04.2010
Abschied mit Blumen: Christel Trotte mit Thomas Scholz, dem neuen Heimleiter sowie den Geschäftsführern Kurt-Josef Michels und Horst Hummelsheim (von links) Quelle: Daniel Große
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Taucha

Bürgermeister Holger Schirmbeck war gekommen, ebenso Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther, Hausarzt Manfred Staude sowie Vertreter von Apotheken, Berufsfach- und Sozialpflegeschulen und Physiotherapien. Kurt-Josef Michels, Geschäftsführer des Trägers Muldental Therapie und Pflege GmbH, dankte der 66-Jährigen für die geleistete Arbeit. Christel Trotte nutzte die Gunst der Stunde: „Eigentlich habe ich zu danken. Das Team hier leistet eine tolle Arbeit, unser Heim ist beliebt. Die Zusammenarbeit mit Apotheken und Ärzten war immer super und es gab eigentlich nie wirklich schwierige Zeiten“, fasste sie kurz zusammen. Auch als 2001 der damalige Landkreis Delitzsch das Pflegeheim verkaufte und sich ein Wechsel des Trägers von kommunal auf privat andeutete, blieb sie ruhig. „Natürlich war das für uns erstmal eine Horrorvorstellung. Es hat sich aber sehr schnell alles eingespielt und aus der heutigen Sicht betrachtet muss ich sagen, war die Veräußerung des Heimes ein Segen“, meinte sie. Und Kurt-Josef Michels, dessen Unternehmensgruppe bundesweit Kliniken, Pflegeheime und Hotels betreibt, fügte seinen Wunsch hinzu: „Ich hoffe doch, dass Sie dem Gesundheitswesen treu bleiben und uns nicht ganz vergessen.“Dieses Ansinnen hatte auch der Frauenchor des Pflegeheims Parkblick – ein Chor mit dem Durchschnittsalter von 88 Jahren. Die älteste Sängerin wird in diesem Jahr 100 und weigerte sich, die Texte des kleinen Programmes aufzuschreiben. „Die lerne ich auswendig“, beschloss sie und sang mit den anderen Damen ein Lied über den Alltag im Heim, der gar nicht so langweilig sei, wie viele denken. Im anschließenden Gedicht wünschten sie sich ein Wiedersehen mit ihrer Heimleiterin. „Ja, das klappt. Dann veranstalte ich eine Teestunde“, versprach diese.Christel Trotte ist eine echte Tauchaerin, wurde 1943 hier geboren, besuchte die Mittelschule und arbeitete seit 1964 im Krankenhaus der Stadt. Sie leitete die Station, wurde später Oberschwester und übernahm 1991 die Pflegedienstleitung des Altenheimes, ein Jahr später dann auch die Heimleitung. „Das war mein Leben, aber eigentlich habe ich auch nur meinen Job gemacht“, sagte sie bescheiden. Ändern wird sich nun vor allem ihr Tagesablauf. „Ich werde zusehen müssen, dass ich mir Beschäftigungen suche, um nicht nur am Kochtopf zu stehen“, lachte sie.Demnächst soll erstmal verreist werden: „Ich habe zum Abschied einen Reisegutschein geschenkt bekommen, mein Mann und ich werden wohl nach Wien fahren.“

Jörg ter Vehn

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