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Plan: Umlandpolizeireviere werden künftig von Leipzig aus geführt

Plan: Umlandpolizeireviere werden künftig von Leipzig aus geführt

Die Polizeireviere von Schkeuditz und Taucha, aber auch Markkleeberg und Markranstädt sollen an Reviere in Leipzig angeschlossen werden. So sieht es der jüngste Vorschlag zur Polizeireform von Leipzigs Polizeichef Horst Wawrzynski vor.

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Im Hinterhof des Rathauses untergebracht: das Polizeirevier Taucha. Geplant ist, es künftig vom Revier Leipzig-Nord aus zu führen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. In den Orten rund um Leipzig regt sich der Widerstand.

Straftäter machen nicht an Stadtgrenzen Halt, sondern wechseln häufig hin und her. Für ihn sei das Gebiet rund um Leipzig daher ein kriminalgeographischer Raum, erklärt Leipzigs PD-Chef Horst Wawrzynski. Den gelte es im Zusammenhang zu sehen bei der anstehenden Polizeireform. Wie berichtet, will der Freistaat dabei auf die zurückgehende Bevölkerung reagieren und bis 2020 insgesamt 2600 Stellen streichen – ohne beim Streifendienst oder den Bürgerpolizisten zu sparen.

„Wir rechnen daher von unten nach oben“, so Wawrzynski. Dadurch könne er aber eigentlich nur auf Leitungs- und Führungsebene sparen. Und je Revier seien etwa zehn Personen für die Führung nötig, erläutert er seine Gedanken. Wie jetzt bekannt wurde, plant er Folgendes: Die Reviere Taucha und Schkeuditz könnten von Leipzig-Nord geführt werden, Markkleeberg von Leipzig-Süd und Markranstädt von Leipzig-West. Wawrzynski, der im Auftrag von Landespolizeipräsident Bernd Merbitz den Vorbereitungsstab der Reform für den Raum Leipzig leitet, äußerte sich dazu nicht. Das Feintuning, aus dem auch die Stärke der jeweiligen Polizeireviere hervorgehen soll, sei noch lange nicht fertig, erklärte er. Klar sei aber schon, dass auch künftig alle jetzigen Polizeistandorte besetzt blieben. Wenn das Papier stehe und auch der Minister zugestimmt habe, werde er vermutlich ab dem späten Sommer in die Kommunen gehen und sein Konzept vorstellen.

Dort formiert sich schon heftiger Widerstand. Schkeuditz war am schnellsten (siehe Kasten), diskutierte öffentlich seine Sicherheitssorgen, in Markkleeberg soll nächste Woche der Stadtrat informiert werden, in Taucha wurde die Sicherheitslage unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Verwaltungsausschuss besprochen. Bürgermeister Holger Schirmbeck sagte auf Nachfrage, er sehe die Lage „kritisch“. In einem so großen Gebilde wie Leipzig-Nord müssten die Belange der Stadt Taucha eine untergeordnete Rolle haben. Die entscheidende Frage sei die der Besetzung der Standorte. „Wenn nur noch ab und zu ein Polizist auftaucht, wäre das überhaupt nicht akzeptabel“, so Schirmbeck.

Wawrzynski konterte, dass die Polizei auch künftig die Fläche abdecke. Vor der Reform würden natürlich die Delikt- und Unfallzahlen der jeweiligen Region analysiert, um mit der Besetzung dauerhafte Strukturen zu schaffen, die auch auf lokale Besonderheiten reagieren können.

Schirmbeck erklärte, er habe mit anderen betroffenen Bürgermeistern einen Brief ans Innenministerium aufgesetzt. „Wir wollen zumindest gehört werden als betroffene Kommunen“, forderte er. Nötig sei etwa eine gesetzlich geregelte Hilfsfrist wie bei Rettungsdienst oder Feuerwehr. „Wir müssen als Kommune zum Beispiel sicherstellen, dass binnen zwölf Minuten die Feuerwehr am Einsatzort sein kann“, sagte er.

Er fürchte, dass mit der Reform höhere personelle Anforderungen auf die Ordnungsämter der Städte zukommen, „ohne dass der Freistaat uns dafür einen Ausgleich zahlt“.

Jörg ter Vehn

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