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Taucha Pönitzer hoffen weiter auf Verkehrsberuhigung im Dorf
Region Taucha Pönitzer hoffen weiter auf Verkehrsberuhigung im Dorf
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14:28 19.05.2015
Anlässlich des gestrigen Deutschland-Spiels übergab Landrat Michael Czupalla den Pönitzer Waldgeistern ein Netz voller Bälle. Danach wurde mit Bürgermeister Holger Schirmbeck (rechts), Erziehern und Bürgern über den Verkehr im Ort diskutiert. Quelle: Olaf Barth

Czupalla fand eine Kinderschar in Deutschland-T-Shirts vor, schwarz-rot-gelbe Streifen auf den Wangen, Fahnen überall - in der Kita "Pönitzer Waldgeister" grassierte das Fußballfieber. Doch im Gruppenraum, wo sich die Erwachsenen auf den kleinen Kinderstühlen niederließen, gab es noch anderen "Schmuck": Plakate mit bedruckten Kinderhänden und der Zahl 30. Genau davor nahmen Czupalla, Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) und Nordsachsens Straßenverkehrsamtsleiter Klaus Huth Platz.

"Wir freuen uns über die neue Straße und Ihren Besuch heute. Aber wir haben ein Problem: Die Autos rasen durch den Ort, ebenso die vielen Laster. Wir haben Angst, dass etwas passiert, denn es gibt hier viele Kinder und auch viele ältere Menschen", sagte Kita-Leiterin Anja Grundmann. Das Dorf hat 344 Einwohner, die Kita ist mit 24 Kindern ausgelastet. Klaus Blümel vom Ortsbeirat schilderte die Gefährdung an der Bushaltestelle, da die Straße Richtung Liemehna schwer einsehbar sei. Viele Schulkinder würden den Bus nutzen und die Straße queren. Auch der Kindergarten nutze den Weg, um zum Bahnhof zu gelangen.

Lothar Böhmel wohnt auf der Seite ohne Fußweg. Die Straße sei nicht einsehbar, wenn er vorsichtig das Grundstück mit dem Auto verlasse, und deshalb sei der Verkehr mit 50 km/h zu schnell. "Die können nicht mehr rechtzeitig bremsen, wenn sie mich sehen. Selbst die Busse fahren zu schnell. Wieso hat die Kriekauer Straße mit ihrem 4,30 Meter breiten Fußweg in Plösitz 30 km/h, und wir mit unseren 80 Zentimetern nicht?", fragte der 77-Jährige.

Bürgermeister Schirmbeck zeigte zwar Verständnis dafür, dass auf dieser neuen, ordentlich ausgebauten Kreisstraße vom Grundsatz her 50 km/h vorgegeben sind, führte aber ebenso Argumente auf, die auf eine besondere Situation in Pönitz hinweisen: ein hoher Lkw-Anteil am Verkehr, die unübersichtliche Situation an der Bushaltestelle, das Fehlen eines Fußweges auf der einen Straßenseite. "Emotionen und politischer Wille bringen uns nicht weiter. Wir müssen die Straßenverkehrsbehörde mit einbeziehen und mit Fakten arbeiten", so Schirmbeck. Deshalb regte er weitere Verkehrserfassungen an, um ein objektives Bild zu erhalten.

Czupalla hörte aufmerksam zu und hakte auch immer wieder ein. "Die Prüfung für eine 30-km/h-Regelung ist angelaufen. Wir müssen sehen, wie wir das umsetzen können und welche Hürden da seitens des Gesetzgebers bei einer Kreisstraße zu nehmen sind. Vielleicht kann man auch etwas mit verkehrsbedingten Maßnahmen erreichen, dass man 30 km/h fahren muss", zeigte sich Czupalla offen für das Anliegen der Pönitzer. Bus- und Lkw-Verkehr ließen sich nicht von der Kreisstraße verbannen. Huth erwähnte, dass Parken in der Straße nicht verboten ist und dieses zur Verkehrsberuhigung beitragen kann. Darauf erwiderte Claudia Anger vom Ortsbeirat: "Wir lassen uns nicht freiwillig die Spiegel abfahren."

Czupalla schloss dann mit den Worten: "Wir haben verstanden, dass es hier um die Sicherheit geht und die Geschwindigkeit aus dem Ort genommen, aber auch die Bushaltestelle betrachtet werden muss. Wir werden intensiv nach Lösungen suchen. Ich komme wieder, verspreche aber nicht, dass alles gleich gelöst werden kann."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014
Olaf Barth

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