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Taucha Projekt Bogumilspark: Verfahren zu "Waldumwandlung" ohne Wald
Region Taucha Projekt Bogumilspark: Verfahren zu "Waldumwandlung" ohne Wald
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00:30 23.08.2015
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Taucha

Den hatte der Stuttgarter auf dem Online-Portal "Taucha direkt" als Anzeige veröffentlicht und dabei auch auf den jüngsten LVZ-Artikel zu diesem Thema Bezug genommen. "Wir werden sicher darüber reden, wie wir uns dazu positionieren", so Kreyßig.

Wie berichtet, plant Hickethier auf der derzeitigen Brachfläche zwischen B87 und Ernst-Moritz-Arndt-Straße die Errichtung eines Wohngebietes. Da die Stadt aber auf ihrer Planungshoheit und einem von 1993 stammenden Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) besteht, der dort ein Hotel vorsieht, laufen Hickethiers Bemühungen bisher ins Leere. Er spricht von unzulässiger Blockadehaltung und hat deshalb eine Normenkontrollklage gegen die Stadt eingereicht.

Der Investor wandte sich kürzlich auch direkt an die LVZ. Denn in dem Artikel vom 6. August war auf Informationen aus dem Landratsamt Nordsachsen verwiesen worden, wonach bei der unteren Forstbehörde auch noch ein Verfahren zur Waldumwandlung anhängig ist, weil sich die Grünfläche zu einem Wald nach Sächsischem Waldgesetz entwickelt hatte. - Allerdings befindet sich auf dem Grundstück schon seit längerem kein Baumbestand mehr, der als Wald bezeichnet werden könnte. Dazu Hickethier gegenüber der LVZ: "In Bezug auf die Ausführungen zum ,Waldstatus' ist zu ergänzen, dass ich hierfür 2012 sowohl bereits eine bedingte Waldumwandlungsgenehmigung von der unteren Forstbehörde erhalten hatte. Als auch, dass ich 2012 in Abstimmung mit dieser Behörde einen Wald-Flächenausgleich über 1,5 Hektar realisiert und bezahlt habe. Deshalb wurde 2012 bereits gerodet und die Fläche ist forstlich als ,Kahlschlag' gewertet." Für die nun von ihm beabsichtigte Wohnbebauung stehe er dahingehend mit der unteren Forstbehörde im Gespräch, dass von ihm gegebenenfalls ein zusätzlicher Ausgleich für weitere 0,6 Hektar bezahlt wird, sobald die baurechtlichen streitigen Voraussetzungen geklärt seien. Die jetzt noch stehenden alten Bäume sollen im ökologischen und städtebaulichen Interesse den Charakter der geplanten Parkwohnanlage gewährleisten.

Auf eine entsprechende Anfrage zum Thema "Waldstatus" antwortete Patricia Groth, die Justiziarin im Landratsamt Nordsachsen: "Es ist richtig, dass im Jahr 2012 eine Waldumwandlungsgenehmigung bezüglich des Bauvorhabens ,Appartementhotel Bogumils Garten' durch die untere Forstbehörde des Landratsamtes Nordsachsen erteilt wurde. Ein von Herrn Hickethier diesbezüglich gestellter Verlängerungsantrag wurde abgelehnt. Der Ablehnungsbescheid ist Gegenstand eines Widerspruchsverfahrens, so dass weitergehende Auskünfte zum laufenden Verfahren nicht erteilt werden können."

In seinem offenen Brief bittet Hicke­thier nun die Stadträte, dass sie seine Antrage auf formale Aufhebung des VEP zugig unterstutzen und damit den Weg zur Wohnbebauung seines Grundstucks frei machen. Am Ende seines Briefes schreibt Hickethier: "Alternativ werde ich zwecks sinnvoller Nutzung in der Zeit des Streitens prufen, ob ich das gunstig gelegene innerstadtische Grundstuck aus aktuellen Erfordernissen heraus nicht zur temporaren Nutzung und Aufstellung von Wohncontainern fur die Aufnahme von Fluchtlingen anbiete. Das ware besser als eine jahrelange Brache und wurde die bekanntlich schwebende ,Waldumwandlungsproblematik' ebenfalls losen. Und ich gehe davon aus, dass mein Angebot aus humanitaren Grunden zugig und gern angenommen werden wurde." Adressaten für dieses Angebot sind der Freistaat, das Landratsamt und die Stadt Taucha.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2015
Olaf Bartth

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