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Projekt in Taucha soll mehr Gerechtigkeit für die Jugend bringen

Sächsischer Kinder- und Jugendring Projekt in Taucha soll mehr Gerechtigkeit für die Jugend bringen

Die Stadt Taucha wurde jetzt vom Sächsischen Kinder- und Jugendring unter zahlreichen anderen Bewerber-Kommunen für ein ganz spezielles Projekt ausgewählt: In der Stadt soll in den nächsten 18 Monaten für mehr Gerechtigkeit für die Jugend gesorgt werden.

Ein Graffiti-Workshop am Jugendclub Taucha. Das neue Projekt soll über Veranstaltungen im Club und über die Aktivitäten des Jugendparlamentes hinausgehen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Dieser Tage startete in Taucha ein neues Projekt. Auf Einladung der Stadt und des Kinder- und Jugendringes Sachsen (KJRS) trafen sich die Beteiligten unlängst im Rittergutsschloss. In anderthalb Jahren soll nun in der Parthestadt mehr Gerechtigkeit für die Jugend einziehen. Konkret geht es um Möglichkeiten, wie Jugendliche mehr mitreden, mitmachen und mitgestalten können.

Tauchas Stadträte hatten jüngst einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass die Stadt bei diesem Projekt mitwirkt und es aktiv mitgestaltet. Zuvor hatte Anja Thiele als Prozessbegleiterin den Stadträten ausführlich erläutert, worum es geht. So beinhaltet der Titel des Projektes nicht ohne Grund, dass gerade mit Blick auf den demografischen Wandel Jugendgerechtigkeit und stärkere Jugendbeteiligung für die Kommunen auch Standortfaktoren sind. „In Taucha gibt es zwar schon ein Jugendparlament, doch die Aktion geht darüber hinaus. Es gibt auch bereits viele Akteure in Taucha, die mit Jugendlichen arbeiten, aber die sind noch nicht so gut miteinander vernetzt“, zählte Thiele einen Schwachpunkt auf, der im Laufe der nächsten anderthalb Jahre möglichst behoben werden soll. Außerdem gebe es in Taucha im Vergleich zu anderen Kommunen einen knapperen hauptamtlichen Personalbestand an Erwachsenen, der abgesehen von den Lehrern fachspezifisch mit Jugendlichen arbeitet. Das sei zum einen die Jugendclubleiterin und zum anderen die Sozialarbeiterin in der Oberschule.

Insgesamt hätten sich für dieses Projekt in Sachsen 14 Kommunen beworben, darunter drei aus dem Landkreis Nordsachsen. „Es ist schön, das wir für dieses Projekt ausgewählt wurden und so auch mal einen Blick von außen erhalten, wie wir mit der Kinder- und Jugendarbeit aufgestellt sind, wo es Reserven gibt und Ansatzpunkte für Verbesserungen“, sagte Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Und nicht ganz ohne Stolz verweist er darauf, dass für Taucha auch ein Alleinstellungsmerkmal den Ausschlag gegeben hat, ausgewählt zu werden: „Wir schrumpfen nicht, wir wachsen. Die vielen neu hinzukommenden Kinder und Jugendlichen mit einzubeziehen und mit den Alteingesessenen zu verbinden, ist eine spannende Aufgabe.“ Das bestätigte Thiele: „Es ist schon eine besondere Herausforderung, diesen Prozess in einer wachsenenden Kommune zu gestalten. Deshalb wollen wir ja auch möglichst alle Akteure in diesem Bereich an einen Tisch holen.“

Die 35-Jährige machte vor dem Hintergrund der 18-monatigen Projektdauer klar, dass Jugendbeteiligung vor allem Zeit und Dialog brauche. Es gebe auch keine Patentrezepte, wie das Ziel von mehr Jugendbeteiligung in den einzelnen Kommunen zu erreichen sei. Die Akteure vor Ort müssten die passende und tragfähige Lösung gemeinsam entwickeln. So könnten morgen alle, die in Taucha mit Jugendlichen arbeiten, bei dem Treffen dabei sein. Daraus soll im besten Fall eine „Entwicklungs- und Steuergruppe Jugendbeteiligung“ hervorgehen, die dann gemeinsam mit Jugendlichen ein Jugendbeteiligungsprojekt in Taucha plant und begleitet. Zu den Zielen dieses Projektes gehöre nicht nur der Aufbau eines kommunalen Netzwerkes für die Jugendbeteiligung, sondern auch, dass die neu hinzugezogenen Jugendlichen mit den schon hier wohnenden zusammengeführt werden. Außerdem sollten Plätze zum Treffen der Jugendlichen geschaffen werden, die auch von anderen Bevölkerungsgruppen in der Stadt akzeptiert werden. Die Verantwortung für diese Plätze oder Orte sollen in Begleitung von Erwachsenen die Jugendlichen selbst übernehmen. Auch von einer AG Jugend ist die Rede. Was dann am Ende die tatsächlichen Schwerpunkte eines Projektes sein werden, bestimmen die Jugendlichen selbst mit.

Anja Thiele vom KJRS aus Dresden begleitet das Ganze und will dafür sorgen, dass es tatsächlich auch zu einem Abschluss eines ganz konkreten Projektes oder Vorhabens kommt. „Im Sommer 2018 wollen wir mit der Umsetzung fertig sein und im Herbst die Auswertung vornehmen“, sagte Thiele. Von einem Stadtrat auf Erfahrungen in anderen Städten angesprochen führte sie aus, dass zum Beispiel in Zittau auf diese Weise Anlaufpunkte für Jugendliche geschaffen wurden. Dort gebe es einen Jugendstammtisch. „Das Schöne ist, die treffen sich heute noch“, so Thiele. Und in Stollberg hätte sich aus den Bemühungen um mehr Jugendbeteiligung ein Kulturtag ergeben.

Von Olaf Barth

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