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Protest-Aufsteller umgestoßen

Protest-Aufsteller umgestoßen

Das Thema "Massentierhaltung" stand bei den Workshops im Rahmen des Sehliser Protestcampes (die LVZ berichtete) zwar nicht als einzelner Diskussionspunkt im Programm.

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Teilnehmer am Sehliser Protestcamp machen mit diesem Banner auf die Massentierhaltung in den Hühnerfarmen bei Taucha aufmerksam. Kurz darauf liegt es am Boden und die Polizei kommt zum Einsatz.

Quelle: Privat

Sehlis. Doch kritisch mit der Erzeugung von Lebensmitteln wurde sich dennoch auseinandergesetzt. Der entsprechende Vortrag hieß "Kritische Forschung zur globalisierten Nahrungsmittelproduktion". Zusätzlich machten die Protestcamper auf ein aus ihrer Sicht ganz regionales Thema aufmerksam: auf die Hühnerfarmen nahe Taucha. Dazu spannten sie ein Banner auf und postierten es auf einem privaten Grundstück des Sehlisers Carlo Bergmann. "Respekt statt Quälerei, lasst die Hühner frei!", war darauf zu lesen.

Bergmann steht der Massentierhaltung sehr kritisch gegenüber und wollte 2013 bereits die von ihm mitinitiierte Kunstaktion in Sehlis unter dieses Thema stellen. Daraus wurde bekanntlich nichts und Bergmann stieg aus dem Projekt aus. Im selben Jahr hatte er seinen Grundbesitz in den Dienst des Naturschutzes gestellt und 87 Hektar Flächen rund um den Tauchaer Ortsteil in die von ihm gegründete, gemeinnützige "Stiftung Partheland Sehlis" eingebracht, die erste Natur-Stiftung in Sachsen. Auf einem Stück dieser Stiftungs-Flächen war nun das Banner aufgestellt worden. "Gemessen an der Größe eines Käfigs, in dem die Legehennen der Hühnerbarone vielerorts in Deutschland ihr Dasein fristen, weist das mit Eigentumsnachweisen versehene Flurstück 120/5 durchaus großzügige 124 Quadratmeter auf. Jedenfalls passten siebzehn von uns samt Banner gut auf die kleine Dreiecksfläche, die wir symbolisch einzäunten, um auf die Lebensbedingungen der Legehennen hinzuweisen", teilte Bergmann mit. Das Grundstück befinde sich an der Privatstraße der Sachsen Ei GmbH Taucha. "In den an der Straße befindlichen neun Farmen sollen insgesamt 793 000 Legehennen dahinvegetieren", erklärte der 66-Jährige. Zu den "verschiedenen Varianten massenhafter, antibiotika-gedopter Legehennenhaltung" in Deutschland würden er und die Aktivisten des Protestcamps ganz klar Nein sagen.

Am Sonntagmorgen war das Banner laut Bergmann abgerissen und die Einzäunung teilweise zerstört. Die von ihm informierte Polizei nahm den Sachverhalt auf. Pressesprecher Uwe Voigt: "Der Aufsteller war von Unbekannten umgestoßen, aber nicht weiter beschädigt worden. Wir haben über den Vorfall das Dezernat Staatsschutz informiert. Weitere Ermittlungen schließen sich aber nicht an."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2015
Olaf Barth

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