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Protestcamper setzen neue Schwerpunkte

Protestcamper setzen neue Schwerpunkte

Nicht mehr zuerst mit einer neuen B87 durch die Parthenaue, doch mit noch genügend anderen spannenden Themen beschäftigten sich zehn Tage lang die Akteure im dritten Parthenaue-Aktionscamp.

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Manuela Sommer (l.) führte die Diskussion in dem Workshops über Aktivismus und wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Quelle: Reinhard Rädler

Sehlis. Die kleine Zeltstadt bei Sehlis ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemüsekooperative Rote Beete, der Kommune in Sehlis, des Autobahnstammtisches Sehlis sowie einigen Privatpersonen. Etwa 200 Teilnehmer, unter ihnen Gäste aus Marokko, England und Syrien, waren seit dem 10. Juli bis zum heutigen Montag in das Camp gekommen. Mit Gleichgesinnten diskutierten sie in Gruppen über Themen wie Flüchtlingspolitik, Wachstumskritik, Feminismus, und dem stark umstrittenen, geplanten Freihandelsabkommen TTIP. Es wurden Workshops veranstaltet, Aktionen geplant und Kontakte geknüpft.

 Das eigentliche Haupt-Thema "Die Verhinderung der geplanten Schnellstraße B 87 n durch die Parthenaue", spielte zwar noch eine Rolle, aber da die Landesdirektion die Planungen zur umstrittenen Trassenführung kürzlich eingestellt hatte (die LVZ berichtete), gab es andere Themen-Schwerpunkte. Eine geplante Fahrradtour durch die Parthenaue wurde abgesagt. "Wir bleiben an dem Thema B 87 n aber dran", sagte Jörg Schmidt vom Organisationsteam.

 "Breiten Raum nahmen Gespräche über die Flüchtlingsproblematik ein. Einige in Taucha untergebrachte Syrier schilderten die politischen Verhältnisse in ihrem Land, vor allem in Nordsyrien", berichtete Mitorganisator Jan-Felix Thon. In den Workshops über den Umgang mit Rassismus in Deutschland diskutiert und machbare Wege zur Aufklärung und Beratung von Asylbewerbern aufgezeigt. Dazu stehe auch ein mittlerweile stark nachgefragter Infobus zur kostenlosen mobilen Beratung bereit.

 Bei einer Kräuterwanderung mit Expertin Sylke Kirsch aus Jesewitz entdeckten die Teilnehmer Heil- und Wildkräuter in der Umgebung. Es gab auch Ackerrundgänge, eine Hofführung in der Sehliser Gärtnerei Bienert und Diskussionen über die Zukunft der Gemüsekooperative. Diese Programmpunkte fügten sich in ein vielschichtiges Thema über die ökologische Nahrungsmittelproduktion, Monopolstellungen in der Landwirtschaft, kritische Forschungen zur globalisierten landwirtschaftlichen Produktion sowie alternative und solidarische Ökonomie, bis hin zum umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP.

 Die Teilnehmer erlebten zudem einige Konzerten und Filmvorführungen. Fünf Solarelemente sicherten die Stromversorgung. Und die "Krisenküche", wie sie scherzhaft genannt wurde, sorgte für die Verpflegung im Camp. Ein Tomaten-Brotaufstrich war dabei der Renner.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2015
Reinhard Rädler

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