Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Quelle gibt ihr Geheimnis nicht preis
Region Taucha Quelle gibt ihr Geheimnis nicht preis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 08.04.2010
Anzeige

.

Tatsächlich hat der Zweckverband Parthenaue ein Jahr lang das Mini-Gewässer, das an der Cradefelder Straße aus einem kleinen Hang austritt, untersuchen lasse. Hydrologen kontrollierten Menge und Qualität des Wassers, um Aufschluss über seine Herkunft zu bekommen und Aussagen treffen zu können über die Art des Gewässers. „Der Gutachter, der daran ein Jahr gesessen hat, empfiehlt nun selber, Schluss mit der Untersuchung zu machen“, so Verbands-.Geschäftsführer Andreas Gumbrecht.

Der Aufwand kam nicht von ungefähr. 2007 war es, als der kleine Bach plötzlich zwei Tage lang Hochwasser führte und benachbarte Grundstücke unter Wasser setzte. Dadurch sei der Born überhaupt erst wieder entdeckt worden, so Gumbrecht. Der Verband ließ vorsichtshalber ein kleines Flussbett herstellen, das ins Abwassernetz führt. Anschließend narrte das Gewässer alle Experten: Wenn anderswo viel Wasser floss, war es still in der Cradefelder Straße. Und wenn rundherum die Gräben austrockneten, fing der Marienborn wieder an zu sprudeln. Im Winter 2008/2009 schien er ganz zu versiegen, nur um im April 2009 wieder zu erwachen. Hydrologen dachten erst an eine unterirdische Blase, die sich nach und nach füllt und plötzlich entleert, dann wieder an eine Wanne, die erst nach entsprechender Füllung irgendwann überläuft. „Aber alle geologischen Erklärungen haben nicht gefruchtet“, so Gumbrecht.

Er glaubt nun, dass die Wasserführung des Baches von Menschen verursacht wird. „Vielleicht gab es irgendwo einen Rohrbruch und das Wasser hat sich danach durchs Erdreich gearbeit“, kann er nur mutmaßen. Vielleicht gebe es auch eine Verbindung durch den Hang hindurch zu einem Graben an der Eilenburger Straße. „Bei einer Kamerabefahrung sind wir aber nach zehn Metern im Rohr stecken geblieben“, berichtet er.

Der Marienborn gebe sein Geheimnis nicht preis. „Jetzt noch weiter untersuchen zu wollen, macht aber keinen Sinn“, sagt er. Der Bach führe inzwischen seit fast einem halben Jahr kein Wasser mehr, die bisherigen Proben hätten auch keine übermäßige Belastung mit Schadstoffe ergeben, erzählt er. Außerdem werde das Wasser ja ins Abwassernetz eingespeist – falls der Marienborn wieder mal alle narrt und erneut Wasser führt.

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach der überlangen Winterpause wächst der Rad- und Wanderweg von der Glockentiefe um den Schlossberg herum in die Altstadt und herauf zum Rittergutsschloss jeden Tag.

08.04.2010

Die Bürgerinitiative „Alternative B87" sieht die Gefahren für die Parthenaue und die Endmoränenlandschaft durch die geplante B87n noch nicht vom Tisch und ruft alle Beteiligten zum Dialog an einen runden Tisch.

07.04.2010

Taucha. Im Tierheim Taucha wuselt es in den nächsten Wochen nicht nur in den Käfigen und Ställen, sondern auch an der Fassade. Grund: Jugendliche und junge Erwachsene arbeiten als berufsvorbereitende Maßnahme die maroden Fenster auf.

07.04.2010
Anzeige