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Quelle gibt ihr Geheimnis nicht preis

Quelle gibt ihr Geheimnis nicht preis


Taucha. Mit rund 30 Metern ist der so genannte Binnengraben das kürzeste Gewässer in der Stadt Taucha. Alle Versuche, den Ursprung der auch Marienborn genannten Quelle zu finden, scheiterten bislang.

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Tatsächlich hat der Zweckverband Parthenaue ein Jahr lang das Mini-Gewässer, das an der Cradefelder Straße aus einem kleinen Hang austritt, untersuchen lasse. Hydrologen kontrollierten Menge und Qualität des Wassers, um Aufschluss über seine Herkunft zu bekommen und Aussagen treffen zu können über die Art des Gewässers. „Der Gutachter, der daran ein Jahr gesessen hat, empfiehlt nun selber, Schluss mit der Untersuchung zu machen“, so Verbands-.Geschäftsführer Andreas Gumbrecht.

Der Aufwand kam nicht von ungefähr. 2007 war es, als der kleine Bach plötzlich zwei Tage lang Hochwasser führte und benachbarte Grundstücke unter Wasser setzte. Dadurch sei der Born überhaupt erst wieder entdeckt worden, so Gumbrecht. Der Verband ließ vorsichtshalber ein kleines Flussbett herstellen, das ins Abwassernetz führt. Anschließend narrte das Gewässer alle Experten: Wenn anderswo viel Wasser floss, war es still in der Cradefelder Straße. Und wenn rundherum die Gräben austrockneten, fing der Marienborn wieder an zu sprudeln. Im Winter 2008/2009 schien er ganz zu versiegen, nur um im April 2009 wieder zu erwachen. Hydrologen dachten erst an eine unterirdische Blase, die sich nach und nach füllt und plötzlich entleert, dann wieder an eine Wanne, die erst nach entsprechender Füllung irgendwann überläuft. „Aber alle geologischen Erklärungen haben nicht gefruchtet“, so Gumbrecht.

Er glaubt nun, dass die Wasserführung des Baches von Menschen verursacht wird. „Vielleicht gab es irgendwo einen Rohrbruch und das Wasser hat sich danach durchs Erdreich gearbeit“, kann er nur mutmaßen. Vielleicht gebe es auch eine Verbindung durch den Hang hindurch zu einem Graben an der Eilenburger Straße. „Bei einer Kamerabefahrung sind wir aber nach zehn Metern im Rohr stecken geblieben“, berichtet er.

Der Marienborn gebe sein Geheimnis nicht preis. „Jetzt noch weiter untersuchen zu wollen, macht aber keinen Sinn“, sagt er. Der Bach führe inzwischen seit fast einem halben Jahr kein Wasser mehr, die bisherigen Proben hätten auch keine übermäßige Belastung mit Schadstoffe ergeben, erzählt er. Außerdem werde das Wasser ja ins Abwassernetz eingespeist – falls der Marienborn wieder mal alle narrt und erneut Wasser führt.

Jörg ter Vehn

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