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Taucha Reinhard Müller entwirft in Roman Ideen zur Rettung der Erde
Region Taucha Reinhard Müller entwirft in Roman Ideen zur Rettung der Erde
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13:05 10.12.2009

Dienstagabend feierte es Premiere im Tauchaer Verlag. Es geht um nicht weniger als unsere reale Erde, die durch Hunger, Armut, Umweltzerstörung, Gier und Machtmissbrauch aus den Fugen geraten ist. Müller entwirft dazu eine fiktive Geschichte um einen schlauen Kardinal, einen reichen Mäzen und zwei junge Uni-Absolventen, die sich aufmachen, Konzepte zur Rettung der Welt zu entwerfen. Ein bisschen Liebe, etwas Intrige, illustre Schauplätze wie Rom, New York und Nigeria, ein wenig Spannung und viele kluge Gedanken mischt Müller hinzu, erzielt eine angenehm lesbare Komposition mit hohem moralischen Inhalt. Keine große Literatur, aber ein gutes Buch mit Ideen, wie die Welt besser gemacht werden könnte. „Es entwickelt eine Dynamik, die einen ins Buch hineinzieht“, schwärmte Verleger Dieter Nadolski bei der Vorstellung mit Lesung im ausgebuchten Café esprit vor illustren Gästen, angeführt vom Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe (CDU), über die Kreispolitik bis hin zu Vertretern der lokalen Wirtschaft. Acht Jahre schrieb der kaufmännische Leiter der städtischen Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft (IBV) Taucha heimlich, still und leise an seinem „Lebenswerk“, wie er es selber nennt. Ehefrau Elke, von Beruf die Hauptamtsleiterin von Taucha, hielt ihm den Rücken frei, wenn er mal wieder am Schreibtisch saß, dort recherchierte, konzipierte und formulierte. Selbst die Kinder wussten zunächst nichts von Reinhard Müllers Leidenschaft. Was Wunder, dass sich Müller liebevoll und demonstrativ bei seiner Gemahlin und seiner Familie für die Geduld bedankte. „Es war mitunter nicht ganz einfach“, erklärte Elke Müller vielsagend. Etwas in ihm habe lange gearbeitet und sei ausgebrochen, erklärte der 58-Jährige, der an der Verkehrshochschule in Dresden Betriebs- und Verkehrswirtschaft studierte, seine Motivation für das Buch. Er habe sich immer schon für die gesellschaftlichen Entwicklungen interessiert, als Jugendlicher den Internationalen Frühschoppen im Fernsehen verfolgt, nach der Wende die Berichte des Expertenkreises Club of Rome gelesen, „und die Tagesschau ist heute noch Pflicht“, sagte er. Dreh- und Angelpunkt von Müllers Ideen ist die Natur. Von der habe der Mensch sich allzuweit entfernt, seine Umwelt bei Gefahr seines eigenen Untergangs mehr und mehr zerstört. Müller entwirft als Lösung wissenschaftlich objektivierbare Grundsätze, die von allen Regierungen in einer Art Global Government akzeptiert werden müssen. Interessanterweise ist es gerade ein Kirchenmann, der bei Müller die Bewegung ins Rollen bringt, nach Lösungen suchen lässt und dabei auch in seiner Glaubensgemeinschaft auf Argwohn trifft. „Der Glaube spielt eine entscheidende Rolle für viele Menschen. Unsere Kultur ist nun mal aus dieser Richtung erwachsen“, so Müller. Im Alten Testament habe er außerdem mit dem Turmbau zu Babel, der Geschichte über Sodom und Gomorrha sowie dem Bau der Arche Noah eine Reihe von uralten Geschichten gefunden, deren Themen wie Eitelkeit, Laster und Umweltzerstörung auch heute noch eine Rolle spielen. „Das kurzfristige Denken ist eines unserer Hauptprobleme“, so Müller. Religionen würden in anderen Zeiträumen denken. 272 Seiten umfasst Müllers Werk über Geld, Macht und Lösungsansätze für eine bessere Zukunft. Seine Ideen seien nicht Utopie, sondern sein persönlicher Standpunkt, sagte Müller mutig. „Ich würde mich freuen, wenn wir darüber ins Gespräch kommen könnten.“ Im März ist im Rahmen der Buchmesse eine weitere Lesung in Taucha geplant, Verleger Nadolski will das Werk auch an ein großes Nachrichtenmagazin zur Rezension geben.

Jörg ter Vehn

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