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Reitwege, Orte am Wasser und Lehrpfad: Partheland soll erlebbarer werden

Reitwege, Orte am Wasser und Lehrpfad: Partheland soll erlebbarer werden

Die Parthenaue soll als touristische Marke im Leipziger Neuseenland entwickelt werden und Gäste anlocken. Nächsten Dienstag wird eine Studie vorgestellt, wie der Natur- und Kulturraum erlebbar gemacht werden könnte.

Taucha/Leipzig. Schon jetzt zeichnen sich eine Reihe von Projekten ab. Von Borsdorf bis zur Mündung in die Weiße Elster hinter dem Leipziger Klärwerk im Rosental habe das beauftragte Planungsbüro die Parthe befahren und untersucht, erzählt Andreas Gumbrecht vom Zweckverband Parthenaue. Nächste Woche würden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie den Bürgermeistern und Verbandsräten vorgelegt, vorher gebe es auch keine detaillierten Informationen aus der Studie, so der Verbands-Geschäftsführer. Klar sei aber schon jetzt, dass die Landschaftsplaner vorschlagen, zunächst den Bereich in Leipzig von Thekla bis hinter dem Zoo in Angriff zu nehmen. „Dort sind die Voraussetzungen für eine Genehmigung vom Naturschutz her deutlich günstiger“, erzählt Gumbrecht. Bekanntlich fließt die Parthe von Borsdorf bis Leipzig weitgehend durch mehr oder weniger geschützte Landschaften. Da die Parthe bei Starkregenereignissen aber schnell stark anschwille, müssten in Leipzig in dem zumeist begradigten Flussbereich Notausstiegsstellen geschaffen werden, erzählt er nur ein Beispiel aus der komplexen Untersuchung. „Die Parthe soll Identität in den Raum bringen“, erklärt er einen der Hintergedanken der Untersuchung. Insgesamt 14 Orte und Ortsteile lägen an dem Fluss, jeder könnte mit einem kleinen Angebot sich sehr individuell einbringen. „Ort am Wasser“, nennt Gumbrecht dieses Konzept, das die Einzigartigkeit der Parthe selbst und die Kontraste des Raumes, durch den sie fließt, darstellen soll. „Dadurch wird es sehr kurzweilig, etwa durch die Parthenlandschaft zu paddeln“, glaubt er. Schließlich gehe es darum, mit den „Orten am Wasser“ ein Raumerlebnis zu schaffen. Eventtourismus werde es nicht geben, „die Leute können bei uns Kultur und Natur erleben“, erklärt er. Unabhängig von der Studie seien daher Projekte wie das am Lösegraben wichtig, meint er. Der soll von der Portitzer Straße bis zur Mündung in die Parthe zu einem Wasserlehrpfad ausgebaut werden. Für diesen Teil erstelle der Verband in den nächsten Monaten sowieso einen Gewässerpflege- und Entwicklungsplan, der eine ökologische Entwicklung des Grabens vorsieht. Der Wasserlehrpfad könne dort einbezogen werden. Der Bach sei logistisch günstig gelegen, so könne der Pfad durch die Mitarbeiter des Verbandes vernüftig bewirtschaftet werden. Außerdem befänden sich ganz in der Nähe weitere Lehrpfade, die so vernetzt werden könnten. Um ein Zusammenbringen und besser erlebbar machen geht es Gumbrecht auch bei den Reitern. Nachdem Ende der Neunzigerjahre die Arbeit an einem Reitwegekonzept wegen unterschiedlicher Vorstellungen der Reiter auf Eis gelegt worden war, solle noch in diesem Jahr ein neuer Anlauf starten, so Gumbrecht. Es gebe rund um Taucha mehr als ein halbes Dutzend Reiterhöfe, deren Gäste hoch zu Ross auch die Landschaft erleben wollen. Durch unkontrollierte Wege kreuz und quer werde aber wertvolle Natur zerstört. Er wolle nun darauf drängen, dass über den Grünen Ring Leipzig und dessen Arbeitsgruppe Tourismus und Naherholung ein Konzept mit Reitwegen im Raum Taucha erarbeitet wird.

Jörg ter Vehn

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