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Taucha Rotstift bei Ein-Euro-Jobs ist ein „Riesenproblem“
Region Taucha Rotstift bei Ein-Euro-Jobs ist ein „Riesenproblem“
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21:00 29.03.2011
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Taucha

Wer die Arbeiten nun ausführen soll, ist vollkommen offen.

Ein-Euro-Jobber gab es beim Reitverein Sehlis, beim Hundesportverein und beim DRK-Pflegeheim Am Veitsberg. Der AC Taucha hatte einen Platzwartgehilfen, die SG Taucha ebenso, der Zweckverband Parthenaue konnte auf vier „Arbeitsgelegenheiten“ zurückgreifen, die Mobile Tierhilfe Taucha in ihrem Heim in der Matthias-Erzberger-Straße auf ebenso viele. Drei Helfer gab es in den Grundschulen, deren Stellen zum 30. Juni auslaufen, in der Mittelschule Taucha hatte eine ehemalige Bibliothekarin in der Schulbibliothek vorige Woche ihren letzten Tag.

„Etwa 60 bis 70 Arbeitslose konnten wir mit Hilfe der Maßnahmen übers Jahr verteilt in Taucha unterbringen“, erklärt Achim Teichmann von der gemeinnützigen Arbeitsförderungsgesellschaft Taucha. Die meisten dieser Euro-Jobs seien ausgelaufen oder stünden kurz davor. Es sei ein starker Einschnitt für alle Betroffenen. Er hoffe, in diesem Jahr wenigstens ein halbes Dutzend Stellen zu erhalten.

Allein 30 Jobber halfen jedes Jahr in Taucha bei der Pflege des öffentlichen Grüns und in den Wohngebieten. Über das Bauamt wurden die Hilfskräfte auf die Stadtgebiete verteilt. Weitere sechs Kräfte hatte die Stadt jeden Winter für die so genannte Umfelderhaltung zur Verfügung.

Diese Arbeiten wurden wie rund die Hälfte der anderen Angebote vom Jobcenter Nordsachsen aus dem „Katalog förderfähiger Maßnahmefelder“ gestrichen. Zahlenmäßig besonders hart traf es den Landschafts- und Naturschutz mit der Umfelderhaltung und den Komplex Schule/Hort/Kindergarten/Jugendeinrichtungen.

Rund ein Drittel des Jobcenter-Etats für 2011 sei gestrichen worden, erläuterte deren Sprecher Volkmar Beier gestern den Grund. Geschäftsführer Frank Germer gehe davon aus, dass nur noch rund die Hälfte der Maßnahmen des Vorjahrs in diesem Jahr möglich seien. „Und es ist klar, dass etwa beim Bereich Umfelderhaltung eher gestrichen wird als bei den Themen Pflege sowie Kinder -und Jugendbetreuung“, sagte Beier.

Die betroffenen Einrichtungen müssen nun sehen, wie es ohne die helfenden Hände weitergeht. Die Bücherei in der Mittelschule könne vorerst weiter genutzt werden, so Schulleiter Frank Baumann. „Aber eine Pflege des Bestandes kann nicht mehr stattfinden“, bedauert er. Tierheim-Chefin Carmen Limbach ist vollkommen ratlos: „Wie hatten drei bis vier Jobs beantragt. Klar fehlen die Leute. Beim Ausgehen mit den Tieren, beim Beschäftigen, beim Streicheln. Dafür fehlt uns selbst die Zeit.“

Bürgermeister Holger Schirmbeck sieht „ein Riesenproblem“ auf die Stadt zukommen. Einige Jobber hätten in Handarbeit etwa bei der Grünpflege geholfen. „Dafür haben wir jetzt keine Lösung und auch kein Geld im Etat eingeplant“, so Schirmbeck. Die Leistung könne also auch nicht an Firmen delegiert werden. Die Aufgaben müssten insgesamt anders verteilt, eventuell neue Schwerpunkte gesetzt werden. Heute werde darüber beraten.

Jörg ter Vehn

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