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SPD-Stadtrat ist mit seinem Parteifreund Martin Dulig unzufrieden

Prekäre Verkehrslage in Taucha SPD-Stadtrat ist mit seinem Parteifreund Martin Dulig unzufrieden

Es gibt Stoßzeiten, in denen erstickt Taucha förmlich im Verkehr. Staus an den Bahnübergängen sorgen für Frust, wie auch die Aussagen von Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD), der die Staatsregierung für das Bahnprojekt in Taucha als für nicht zuständig erklärte.

Die vorbereitenden Arbeiten für das Großprojekt der Deutschen Bahn in Taucha laufen schon einige Wochen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Thomas Kreyßig ist Sozialdemokrat und sitzt als solcher seit der ersten Stunde des Neuanfangs nach der Wende im Tauchaer Stadtrat. In den LVZ-Artikeln vom 19. Mai „Minister Dulig: Staatsregierung für Bahn-Projekt in Taucha nicht zuständig“ sowie „Die Bahn – ein Staat im Staate?“ sieht Kreyßig nach eigener Aussage genau beleuchtet, „was demokratische Bürgerbeteiligungen aus der Sicht der von uns gewählten Volksvertretern bedeuten: Zeitvergeudung in sinnlosen Quasselstunden“. Besonders enttäuscht ist der 74-Jährige von seinem Parteifreund Martin Dulig, der ja erst vor Kurzem bei seiner Küchentisch-Tour die Nähe zu und das Gespräch mit den Tauchaern gesucht hatte.

In den erwähnten LVZ-Artikeln war unter anderem über Duligs Antwort im Landtag auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion bezüglich des Bauvorhabens der DB in Taucha berichtet worden. Dulig hatte die Staatsregierung für nicht zuständig erklärt, obwohl die zum Freistaat gehörende Landesdirektion als Anhörungsbehörde in das Verfahren um den Ausbau des Tauchaer Haltepunktes und den Trogbau in der Portitzer Straße involviert ist.

„Wenn der Sächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister für unsere Verkehrsprobleme in puncto Deutsche Bahn nicht zuständig ist und deshalb keine Auskünfte geben kann, will ich das ja noch verstehen. Er sollte aber Kraft seines Amtes einmal daran denken, die dringenden Anliegen der Bürger und ihrer Stadt in seinem Zuständigkeitsbereich mit den Verantwortlichen im Bund zu besprechen. Oder gehört es sich für einen Landespolitiker nicht, die Bundespolitiker mit den Anliegen aus der Provinz zu behelligen?“, fragt sich der Tauchaer Sozialdemokrat und fährt fort: „Es sind bald Wahlen, da brauchen wir keine blumigen Versprechen, sondern Lösungen. Der Spruch ,lasst euch an den Taten messen‘ ist gerade im Vorfeld von Wahlen sehr aktuell.“ Der oft von Spitzenpolitikern zu hörende Satz „Wir müssen den Menschen zuhören“ verkomme zur Worthülse, wenn auf das Zuhören keine verwertbaren Reaktionen folgen. Seit vielen Jahren würden sich Stadtverwaltung, Stadtrat, die demokratischen Parteien und der Nabu um für Taucha verträgliche Lösungen zur B 87 und für den Ausbau der Bahnstrecke durch Taucha bemühen. „Damit werden wir nicht nachlassen“, so Kreyßig.

Allerdings resümiert der Stadtrat auch mit Blick auf die öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung zu diesen Themen am 4. Mai: „Wir haben auf die Bahn keinen Einfluss, und der Verkehrswegeplan ist bis 2030 festgeschrieben, die Entlastung der B 87 durch Taucha kommt darin nicht vor. Das bedeutet wohl, schnelle Hilfe für Taucha gibt es nicht. Was soll also das weitere Geschwätz? Schade um unsere Zeit.“ Gleichzeitig sieht Kreyßig in der Veranstaltung einen Hoffnungsschimmer, „da scheinbar doch Bewegung in die Sache gekommen ist, die Hoffnung stirbt zuletzt“. Die LVZ-Anfragen vom 18. Mai an die DB und das Bundesverkehrsministerium zum DB-Vorhaben in Taucha blieben bisher unbeantwortet.

Von Olaf Barth

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