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Schilder künden jetzt auch bei Taucha vom sächsischen Lutherweg

Schilder künden jetzt auch bei Taucha vom sächsischen Lutherweg

Wer aufmerksam durch den nordwestlichen Teil der Tauchaer Flur spaziert, kann zum Beispiel im Ortsteil Seegeritz seit einiger Zeit neue Schilder und Markierungen erkennen.

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An diesem Wegweiser zeigt bei Seegeritz ein doppelter Richtungsanzeiger den Lutherweg an.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Sie gehören zu einem Projekt des in Waldheim ansässigen Tourismusverbandes Sächsisches Burgen- und Heideland. Dieser lässt auf einem 550 Kilometer langen Rundweg, der von Zwickau auch über Leipzig und Eilenburg bis nach Bad Düben führt (die LVZ berichtete), insgesamt 3500 Schilder und Markierungen anbringen. Ziel: zeigen, wo einst der Reformator Martin Luther unterwegs war.

Dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche Sachsen und dem Freistaat ist ein weiterer Baustein der Lutherdekade 2008 bis zum Luther-Jubiläum 2017. Denn dann jährt sich die Reformation zum 500. Mal. Doch ist Luther einst auf seinem Weg von Leipzig nach Eilenburg wirklich an Seegeritz vorbei gekommen, hat er sich vielleicht gar im Staditzteich, so es ihn schon gab, erfrischt? "Er war zwischen diesen beiden Städten unterwegs. Die Wahrscheinlichkeit, dass er diesen Weg genommen haben kann, ist gegeben. Ganz genau kann man das so natürlich nicht sagen, ist ja auch schon 500 Jahre her", ordnete Tourismus-Managerin Kristin Zschäbitz die historische Faktenlage ganz realistisch ein. Die 29-Jährige vom Burgen- und Heidelandverein ist in Sachsen für die Beschilderung des Lutherweges zuständig.

Und dafür nutzt der Verein verschiedene Möglichkeiten. "Vor allem versuchen wir, schon örtlich vorhandene Gegebenheiten zum Anbringen unserer Kennzeichnungen zu nutzen. Wegweiser, Masten, Pfosten oder Bäume. Auf die Bäume tragen wir natürlich nur umweltverträgliche Farbe auf. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Markierungen zeigen das grüne L auf weißem Untergrund", erklärte Zschäbitz. Die Vorarbeiten für dieses Projekt hatten bereits 2011 begonnen. Da seien die Markierungspunkte mit Hilfe des satellitengestützten Navigationssystems GPS festgelegt und mit einer Fotodokumentation erfasst worden. Im Sommer 2015 soll die Beschilderung komplett abgeschlossen sein. Eine Teileröffnung des sächsischen Lutherweges soll feierlich am Mittwoch in Gnandstein stattfinden.

Natürlich vermittelt das Projekt nicht nur Bildung und Heimatgeschichte, sondern hat natürlich auch einen touristischen Hintergrund. Und so lohnt ein zum Thema passender Stopp in Taucha auf jeden Fall. Denn auf dem Schlossberg mit seiner Kulturscheune und dem Rittergutsmuseum residierte einst das Geschlecht derer von Haugwitz. Mit einem 2009 angebrachten Haugwitz-Wappen über dem Schlosstor würdigt der Förderverein Schloss Taucha das Andenken an Wilhelm v. Haugwitz d. J., der im Jahre 1542 die jetzige Anlage errichtete. Was das mit Luther zu tun hat? Verschiedene Quellen geben an, dass die Mutter seiner Ehefrau Katharina von Bora eine geborene von Haugwitz ist. Schlossvereinsmitglied und Heimatforscher Detlef Porzig berichtete schon über die Verästelungen des Haugwitz-Clans, aus dessen Linie Luthers Gemahlin entstammen soll. Und Vereinschef Jürgen Ullrich verwies bei einer seiner Führungen als historischer Nachtwächter in der Tauchaer St.-Moritz-Kirche auf die Fenstermalerei. Diese zeigt zum Beispiel unter anderem Luther mit einer verkehrt herum gehaltenen Bibel und auch seine spätere Ehefrau Katharina von Bora, deren Großeltern vermutlich in Taucha gelebt haben. Doch auf dem jetzt ausgeschilderten Lutherweg gibt es auf all diese historischen Beziehungen zur Parthestadt keine direkten Hinweise. "Da sind die Städte, Vereine und Heimatforscher angehalten, in Eigenregie etwas zu dem Thema umzusetzen, wenn es etwas Sehens- und Berichtenswertes gibt. Natürlich können sie sich trotzdem auch an uns wenden", sagte Zschäbitz.

www.saechsisches-burgenland.de und www.lutherweg-sachsen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014
Olaf Barth

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