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Schirmbeck schließt Unterführung im Gerichtsweg nicht aus

Schirmbeck schließt Unterführung im Gerichtsweg nicht aus

Morgen läuft die Frist ab, in der Hinweise und Einwände zum Thema Bahnhofsumbau und Schrankenschließungen in Taucha vorgebracht werden können. Wie bereits ausführlich in der LVZ beschrieben, möchte die Deutsche Bahn voraussichtlich ab 2016/2017 den Tauchaer Bahnhof zu einer modernen Umsteige-S-Bahnstation umbauen und die Gleisanlagen neu ordnen.

Taucha. Zudem sollen die Bahnübergänge im Gerichtsweg sowie in der Portitzer Straße geschlossen werden. Ersatz an Ort und Stelle ist lediglich in der Portitzer Straße vorgesehen. Dort soll künftig der Verkehr in einem sogenannten Trog unter die Gleisanlagen hindurch geführt werden. Eine Einmündung der Bahnhofstraße in die Portitzer Straße ist dann aber nicht mehr möglich. Für all diese Vorhaben hatten die Unterlagen bis zum 4. Februar öffentlich ausgelegen. Zahlreiche Tauchaer haben Einsicht genommen und ihre Anmerkungen dazu abgegeben. Auch die Stadtverwaltung Taucha will bis morgen der Deutschen Bahn eine fundierte Stellungnahme abgeben. In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Technischen- und dem Umweltausschuss wurden dazu gestern Abend letzte Absprachen getroffen.

Eine große Rolle dabei soll laut Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) auch die von der Stadt veranlasste Verkehrszählung spielen. Ohne der Stellungnahme vorweg greifen zu wollen, deutete Schirmbeck aber schon mal an: "Es gibt erhebliche Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen dem Vorhaben der Bahn und der Verkehrssituation auf Tauchas Straßen. Wir können mit den Verkehrszahlen belegen, dass der Bahnübergang im Gerichtsweg keine untergeordnete Bedeutung hat." Ein "mit großer Weitsicht" angelegtes und zukunftssicheres Verkehrskonzept müsse eigentlich im Gerichtsweg eine zweite Unterführung beinhalten. "Aber am Ende muss das auch alles bezahlt werden", gab Schirmbeck Einblick in seine Überlegungen. Allerdings müsste so eine Forderung gegenüber der Bahn mit handfesten Fakten und Zahlen, wie eben aus der Verkehrszählung und daraus folgenden Konsequenzen, untersetzt werden. "Da kann in Abwägung mit diesem Großvorhaben der Bahn, dass ja auch Taucha als modernen Verkehrsknotenpunkt aufwertet, nicht von entscheidender Bedeutung sein, ob einige Kleingärtner nun über den Bahnübergang in ihre Gärten gelangen oder nicht." Doch die prognostizierten Folgekosten für die Aufrechterhaltung einer funktionstüchtigen Verkehrsinfrastruktur in Taucha könnten sehr wohl als Argument für einen Übergang im Gerichtsweg taugen.

"An unserer Stellungnahme wird noch gearbeitet. Aber klar ist, eine Schließung des Gerichtsweges hat erheblichen Einfluss auf die Verkehrsströme in Taucha und bringt Probleme bezüglich der Leistungsfähigkeit anderer Kreuzungen mit sich", ist sich Schirmbeck sicher. Daraus resultierende Folgekosten könnten möglicherweise jene für eine Unterführung im Gerichtsweg übertreffen. Schirmbeck: "Wir werden da ganz sachlich und ohne Emotionen ran gehen. Jetzt fallen die Würfel für die Verkehrssituation Tauchas in den nächsten 50 Jahren, darauf müssen wir jetzt Einfluss nehmen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2015
Olaf Barth

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