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Schlamm im Kleinen Schöppenteich doch kontaminiert

Schlamm im Kleinen Schöppenteich doch kontaminiert

Schlechte und gute Nachricht zugleich für den Kleinen Schöppenteich: Der Schlamm ist stärker verschmutzt als bislang gedacht. Die Sanierung könnte jedoch einfacher werden.

Taucha. Helma Anders, der einen Öko-Service unter anderem zur Teichsanierung in Weinböhla bei Meißen betreibt, wurde unlängst auf dem Teich gesichtet. Grund: „Ein Freund von mir züchtet Papageien in Taucha, kennt meine Firma und hat mir bei einem Besuch den traurigen Teich gezeigt“, erzählte Anders. Da habe er Schlammproben genommen und einen TOC-Wert, also den der gesamten organischen Kohlenstoffe, von mehr als 20 Prozent festgestellt, berichtete Anders. „Normal liegt der Wert bei drei bis fünf, ab neun spricht man von einem kontaminierten Gewässer“, erläuterte er.

„Damit gibt es für uns keine Möglichkeit mehr, den Schlamm herauszuholen. Wir würden ihn nicht mehr wie geplant auf die Felder oder auf eine normale Deponie bringen dürfen“, ärgerte sich Steffen Pilz, Vorsitzender des inzwischen auch eingetragenen Vereins „Kleiner Schöppenteich“. Wie berichtet, hat der sich seit dem vorigen Sommer in den Kopf gesetzt, mit bürgerschaftlichem Engagement, privatem Einsatz und Spenden den Teich für die Tauchaer zu sanieren. Bislang zog sich das jedoch nicht nur wegen der langen Vereinsgründung hin. Allerdings ging die letzte Gewässerprobe der Stadt noch von einer Deponierbarkeit des Schlamms aus.

„Bei unserem Verfahren spielt der hohe TOC-Wert keine Rolle“, kam jetzt Hilfe von Anders. Er setzt bei seinen Sanierungen auf die Biologie, aktiviert mit einer permanenten Sauerstoffzufuhr bis ins Sediment hinein die Mikroben im Wasser – und deren Appetit. Die Mikroorganismen fressen den kontaminierten Schlamm, vermehren sich, fressen noch mehr und so weiter. „Rund sechs Monate würde der Prozess in Taucha dauern“, schätzte Anders.

Rund ein Meter Schlamm bedeckt den Teichboden, 20 Zentimeter mehr als vor zwei Jahren. Der hohe Ölgehalt stamme von den Einläufen von der Straße her. Für die Mikroben sei das Öl aber kein Problem. Am Ende des Prozesses stehe ein Resultat wie in einem Komposthaufen.

Er habe derzeit ein Projekt im nahen Deuben laufen und sei daher sowieso in der Gegend, so Anders. Daher habe er dem Verein angeboten, quasi zum Selbstkostenpreis den Teich zu sanieren. Lediglich eine Art Aufwandsentschädigung erwarte er. „Und einen sicheren Standplatz mit Stromanschluss für den Kompressor, mit dem Luft ins Sediment gepustet wird“, so der Teichexperte.

Pilz ist froh über das Angebot. „Ich gehe davon aus, dass wir damit den Teich sogar kostengünstiger sanieren als bislang geplant“. meinte er. Er suche jetzt nach einer Vereinbarung mit der Stadt, wie verfahren werden könne.

Genehmigungsrechtliche Probleme sehe er nicht, so Anders. Zwar gebe es eine „gewisse Zurückhaltung“ gegenüber biologischen Sanierungsvorhaben. Schließlich wollten die meisten Teichbesitzer immer noch ihren Schlamm herausholen und wegbringen lassen. „Aber angesichts überall knapper Kassen setzt sich die Biologie immer mehr durch“, meinte er. Da er anderswo auch Teiche mit dem bekannten Verfahren saniere, rechne er nicht mit Schwierigkeiten.

Pilz will nun nächste Woche den Vereinsmitgliedern von dem Vorhaben berichten. Das Treffen finde am Donnerstag ab 19 Uhr in der Gartengaststätte Süd statt, erzählte er. Interessierte seien gern gesehen, so Pilz. 

Jörg ter Vehn

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