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Taucha Schlossverein und Stadt suchen neue Basis
Region Taucha Schlossverein und Stadt suchen neue Basis
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10:00 27.09.2011
Soll saniert werden: Der Weinberg am Schloss droht abzurutschen. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

Das kündigte Schlossvereinsvorsitzender Jürgen Ullrich unlängst bei der Jahreshauptversammlung seines Vereins an.

„Danke, Danke, Danke“, sagte Ullrich zu seinen Weggefährten im Verein und den Sympathisanten. Zusammen sei vieles geschafft worden in den vergangenen 18 Monaten: Insgesamt 79 Veranstaltungen habe der Verein organisiert oder sei mitverantwortlich, darunter so große Events wie die Rocknächte, das Maultrommelfestival oder das Mittelalterspektaculum, aber auch den Weihnachtsmarkt, die acht Kunstausstellungen in der Galerie sowie 29 Vermietungen von Scheune oder Weinkeller für Familienfeiern, Firmenjubiläen oder Klassentreffen. Schon jetzt lägen 56 Anfragen für die nächsten Jahre vor, die nicht mehr alle befriedigt werden könnten, so Ullrich.

Kritisch ging Ullrich mit dem Rathaus um. Der Vorstand versuche derzeit, Ordnung in die Vielzahl der Vereinbarungen zwischen Stadt und Verein zu bringen. Aber: „Kein einziger Vertrag hält einer baurechtlichen Prüfung stand“, meinte Ullrich. So seien Weinkeller und Kulturscheune dem Verein zur Nutzung übergeben worden, „obwohl beide Objekte nie fertiggestellt und abgenommen wurden“, erläuterte er. Der Weinkeller sei inzwischen als solcher nutzbar, auch die Auflagen aus dem Gesamtbrandschutzkonzept seien realisiert oder nach langen Gesprächen reduziert worden. Die Umnutzung der Kulturscheune als Veranstaltungsstätte stehe noch aus, brandschutztechnische Auflagen stünden dem entgegen, erklärte Ullrich. Seitens der alten Vorstände sei angesichts dieser Situation „äußerst riskant“ gearbeitet worden, stellte er klar.

Salopp gesagt, zeichne der Verein für sämtliche Arbeiten und Kosten verantwortlich. Die Stadt als Eigentümer der Immobilie hingegen könne Auflagen erteilen, die vom Verein auszuführen sind. Schlossverein und Stadtverwaltung würden nun die Vereinbarungen überarbeiten. Im neuen Gesamtvertragwerk solle es eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung geben, kündigte Ullrich an. Der Vorstand habe erste Überlegungen dazu der Stadt übergeben. Bürgermeister Holger Schirmbeck bestätigte das. Allerdings sei dem Verein niemals etwas aufgedrückt worden, die Verträge entsprächen dem jeweils Gewünschten. Gleichwohl müsse jetzt die Basis geschaffen werden für nötige Investitionen, sagte er.

Welche Kraft hinter dem Verein mit seinen 69 Mitglieder steckt, bewiesen die Mitglieder etwa bei der Eröffnung des Rittergutsmuseums. Mehr als 1300 Arbeitsstunden seien hineingeflossen, 7300 Euro investiert worden, sagte Ullrich. In den letzten 18 Monaten seien mindestens 7000 ehrenamtliche Arbeitsstunden auf dem Schloss geleistet worden, so Ullrich. Nächste Aufgaben seien die Sanierung des Weinberges, bei dem die Trockenmauern abzustürzen drohen, und die Erneuerung der Elektroanlage in der Kulturscheune. Freuen können sich Kulturinteressierte im nächsten Jahr auf Jüdische Tage auf dem Schloss, die 1. Tauchaer Dixielandnacht mit vier Gruppen, einen Clubabend für Bluesfreunde sowie Ausstellungen von Andreas Tüpke und des Tauchaers Peter Franke.

Jörg ter Vehn

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