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Schmaler, billiger – Autobahnamt plant B 87 n um

Schmaler, billiger – Autobahnamt plant B 87 n um

Nach der Überprüfung der Kosten der umstrittenen B 87 n favorisiert das zuständige Autobahnamt Sachsen für den Abschnitt Leipzig-Taucha nun einen schmaleren, aber immer noch vierstreifigen Neubau.

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Das Autobahnamt will die B87n am liebsten durch die Parthenaue zwischen Panitzsch und Taucha legen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. An der Vorzugstrasse zwischen Panitzsch und Taucha hindurch hat sich auch nach neuerlicher Überprüfung nichts geändert.

Wie berichtet, hatte das Autobahnamt vom Bundesverkehrsministerium den Auftrag, die B 87 n-Planung nach Kostengesichtspunkten zu überarbeiten und sie auf die Kostenprüfstation zu stellen, da die Straße wegen knapp 360 Millionen Euro Investitionsbedarf als nicht mehr bauwürdig erschien. Wie das Amt auf Anfrage erläuterte, sei zudem die Verkehrsprognose statt 2020 auf das Jahr 2025 fortzuschreiben gewesen. Außerdem sei eine neue Richtlinie für den Bau von Landstraßen anzuwenden gewesen, die nun im Entwurf vorlag.

Der Abschnitt Eilenburg-Torgau wurde darauf von vierspurig auf dreispurig heruntergestuft (die LVZ berichtete). „Für den Raum Leipzig-Eilenburg hat die Kostenprüfstation ergeben, dass der bisher geplante Regelquerschnitt von 28 Metern – zweibahnig vierstreifig mit Standstreifen – nicht erforderlich ist“, so Amtssprecher Burkhard Zscheischler. Der Querschnitt reduziere sich um sieben Meter auf 21 Meter, ein Standstreifen sei nicht mehr geplant – im Prinzip würde es eine vierspurige Landstraße.

Bei der Überprüfung seien auch die Hinweise der Kommunen und der Bürgerinitiative auf eine neue Trassenführung zwischen Leipzig und Eilenburg, nämlich nördlich entlang der S 4, eingeflossen, heißt es aus dem Amt. Statt bislang drei Haupttrassen seien dadurch fünf näher betrachtet worden. „Die erneute Abwägung ergab, dass weder die S 4-Variante noch die B 6-Variante vorzugswürdig sind“, meint das Amt. In der Gesamtabwägung der notwendigen Kriterien Umweltverträglichkeit, Verkehrswirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Verkehrssicherheit habe sich die bisher vorgeschlagene Variante bestätigt.

Wie berichtet, würde die Vorzugstrasse zwischen Plösitz und Panitzsch über freies Feld durch die Parthenaue führen, in Sehlis zwischen dem Dorf und dem kirchlichen Heim die Aue überqueren, um dann durch die Endmoränenlandschaft gen Eilenburg zu führen. Umweltschützer und Bürgerinitiativen hatten deshalb mobilisiert, mehr als 3000 Einwendungen bei einem parallele laufenden Verfahren beim Regionalen Planungsverband initiiert. Der Verband war daher den Kritikern gefolgt, hatte diese Trasse aus raumordnerischer Sicht für nicht möglich gehalten. Der Freistaat baute in den Beschluss jedoch eine Hintertür hinein, die den Bau der Trasse ermöglicht, sofern nachfolgende Verfahren diese für nötig erachten.

Ein solches könnte das Raumordnungsverfahren sein, dass demnächst bei der Landesdirektion Leipzig wieder anläuft. „Wir warten auf die überarbeiteten Unterlagen des Autobahnamtes“, so Sprecher Stefan Barton. Möglich sei, dass das Verfahren aufgesplittet und die Abschnitte Eilenburg-Torgau und Leipzig-Eilenburg getrennt betrachtet würden. Danach untersucht ein Planfeststellungsverfahren flurstücksgenau den Bau. In diesem Rahmen steht Betroffenen der Klageweg offen.

Die Unterlagen seien beim Bundesverkehrsministerium zur Überprüfung, heißt es aus Dresden. Auf der Kostenseite seien durch die Reduzierung des Querschnitts und den niedrigeren Ausbaustandard bei annähernd gleicher Leistungsfähigkeit Einsparungen möglich, hieß es aus dem Amt. Anstelle der zuletzt geplanten 360 Millionen Euro werde die umgeplante, nach wie vor gut 60 Kilometer lange B 87 n nun 258 Millionen Euro kosten.

Jörg ter Vehn

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