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Schnitzkunst kündet jetzt von Taucha

Schnitzkunst kündet jetzt von Taucha

Einen alten Baum sollte man nicht verpflanzen, weiß der Fachmann. Wenn es ein ganz altes Exemplar ist oder wenn er nicht mehr standfest ist, gibt es für ihn sogar nur ein Schicksal: Er wird gefällt.

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Am Schöppenteich in Taucha neben der Sommerfelder Straße haben jetzt Holzschnitz-Künstler zwei Baumstämme mit Tauchas Namen und mit dem Stadtwappen gestaltet.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Das kann, muss aber nicht (immer) sein, wie in Taucha in der Sommerfelder Straße, Ecke Auenweg zu beobachten ist.

Als vor etwa zehn Jahren ein starker Sturm die beiden gut 100 Jahre alten Pappeln an der Straßeneinmündung arg in Mitleidenschaft gezogen hatte, versuchte die Stadtverwaltung, die Bäume nach Beseitigung der Sturmschäden noch irgendwie zu retten. Doch von Baumgutachter Klaus Kämpfe kam im vergangenen Jahr schließlich das "Aus". Er hatte bis zu fünf Meter lange Faulstellen an den Kronen und darunter festgestellt. Obwohl die Stämme noch kerngesund waren, war zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit ein Rückschnitt zwingend geboten. "Aber wir wollten die stattlichen Gehölze trotzdem irgendwie erhalten und haben nach einer Lösung gesucht, die Sinn macht", blickte die Baumschutz-Sachbearbeiterin im Rathaus, Kathrin Gottschalk, zurück.

"Eine Holzplastik soll es werden", war schließlich die zündende Idee. Also wurden die Baumkronen erst einmal bis zum gesunden Holz auf etwa fünf Meter Höhe herunter geschnitten. "Wir haben dann lange gesucht und sind schließlich mit dem Holzkünstler Raik Zenger aus Bad Düben hier ganz in der Nähe fündig geworden. Er war uns durch seine ,Kunst mit Kettensägen' aufgefallen", zeigte sich die Rathausmitarbeiterin erfreut. In Zaasch, zwischen Brehna und Delitzsch gelegen, hatte sie sich bei dort von Zenger gefertigten Holzskulpturen einen ersten Eindruck holen können.

Seit Anfang dieser Woche waren dann am kleinen Schöppenteich die typischen Kettensäge-Geräusche zu hören. Zenger hatte sich mit Christian Schmidt aus Rauschwitz aus dem Holzland bei Eisenberg noch künstlerische Verstärkung geholt, denn auch der Thüringer ist Kettensägen-Schnitzer. "Der Entwurf mit dem senkrecht verlaufenden Schriftzug TAUCHA an dem einem und dem Stadtwappen an dem anderen Stamm gefiel uns gleich", so Kathrin Gottschalk. 3000 Euro lässt sich das die Stadt kosten. "Als überraschender Gag kommt noch hinzu, dass sich TAUCHA, außer dem ,C', aus Richtung Sparkasse auch spiegelbildlich lesen lässt", freuten sich Künstler und Rathausmitarbeiterin.

Die beiden Holzkünstler sind reine Autodidakten. Während der 51-jährige Zenger ein Hochschulstudium in Mineralogie und Geochemie abschloss und im damaligen Landratsamt Delitzsch als Umweltinspektor tätig war, erlernte der 32-jährige Schmidt den Fleischerberuf. Eher zufällig kamen beide zur Holzschnitz-Kunst mit der Kettensäge. Mittlerweile haben sie sich ihrer Profession mit Leib und Seele verschrieben und sich mit ihrer künstlerischen Begabung selbstständig gemacht.

Auf vielen Veranstaltungen, Künstler-Workshops und Märkten in Deutschland sowie dem Ausland sind sie mit ihrer "Kunst mit Kettensägen" anzutreffen. Zum Beispiel sind Zenger-Werke in der Dübener Heide, an der Ostsee, in Brandenburg oder auf Zypern vertreten. Im Mühltal, im Naumburger Dom, aber auch in Polen, in der Schweiz oder in Luxemburg ist Schmidts Kunst zu sehen. Überall, sagen sie, treffen sie auch viele Kollegen und tauschen Tipps und Tricks untereinander aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2014
Reinhard Rädler

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Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 33,23 km²

Einwohner: 15.128 Einwohner (Dezember 2015)

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