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Schranken sind öfter geschlossen

Schranken sind öfter geschlossen

Obwohl viele Tauchaer froh über die neue S-Bahn-Anbindung nach Leipzig sind, bedeutet der erweiterte Personennahverkehr für die Parthestädter auch Unannehmlichkeiten.

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Der besondere Bahnübergang: Am Tauchaer Gerichtsweg kurbelt ein Angestellter die Schranke noch mit der Hand hoch und runter. Eine Sanierung des Übergangs ist nicht geplant. Die Deutsche Bahn will ihn in einigen Jahren schließen.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Denn die drei Schranken sind nun häufiger und nicht selten auch länger geschlossen als vor der Freigabe des Leipziger City-Tunnels.

Eigentlich sollte mit Inbetriebnahme des City-Tunnels der Tauchaer Bahnhof zum S-Bahn-Umsteigepunkt umgebaut sein. Dazu gehörte eine Unterquerung der Eisenbahngleise in der Portitzer Straße, sodass die dortige Schranke hätte wegfallen können. Doch die Bahn hatte diese Pläne immer wieder aufs Neue verschoben (die LVZ berichtete). Und so stehen jetzt die Tauchaer immer öfter und auch länger alternativlos an einer der drei Schranken, wenn sie vom südlichen in den nordwestlichen Teil der Stadt gelangen möchten. Gerade während der Stoßzeiten stauen sich nicht selten in der Portitzer und in der Graßdorfer Straße die Autos so weit zurück, dass auch der Verkehr auf der Bundesstraße 87 betroffen ist. Und manchmal schaffen es gar nicht alle wartenden Autos bei einer Schrankenöffnung über die Gleise, da geht der rot-weiße Balken schon wieder runter.

Viele Tauchaer, aber auch Leipziger Pendler nennen die Schranken schon genervt "Sabotagebalken". Und manche Fußgänger verlieren allmählich die Nerven, wie Augenzeugen beobachteten. Nach zirka 20 Minuten Wartezeit sollen unlängst in der Portitzer Straße Passanten, teils mit Fahrrad, unter der Schranke durchgeschlüpft sein, um so endlich ihren Weg fortsetzen zu können. "Wenn uns unerlaubte Überquerungen geschlossener Bahnübergänge bekannt werden, informieren wir die Bundespolizei", teilte Änne Kliem von der Deutschen Bahn mit. Auf LVZ-Anfrage bestätigte die Pressesprecherin aber auch, dass sich die Zahl der Schrankenschließungen "auf Grund der besseren Nahverkehrsanbindung" erhöht hat. Stündlich würden jetzt zwei Züge je Richtung, statt wie vorher jeweils einer verkehren. Eine Schließzeit von 20 Minuten könne im Ausnahmefall vorkommen. Hinzu kommen die Güterzüge. Deren Zahlen seien in den letzten fünf Jahren gleichbleibend gewesen, bis 2025 werde aber laut Bundesverkehrswegeplan ein "mäßiger Anstieg um bis zu vier Zugfahrten je Tag und Richtung" prognostiziert, informierte Kliem.

"Wir sind stets bemüht, Schrankenschließzeiten kurz zu halten. Für eine Zugfahrt werden durchschnittlich bis zu fünf Minuten als Schließzeit erforderlich. Diese verlängert sich bei Zugbegegnungen aus Sicherheitsgründen", sagte die Pressesprecherin. An einem beschleunigten Bau der Straßenunterführung in der Portitzer Straße sei dennoch nicht gedacht. Derzeit würden die Unterlagen zur Beantragung des Baurechts erstellt, die dieses Jahr bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht werden sollen. "Die Baumaßnahmen im Bahnhof Taucha sind von November 2016 bis Ende 2018 vorgesehen", informierte Kliem.

2018 soll auch das in Taucha geplante elektronische Stellwerk in Betrieb gehen und dann der Bahnübergang im Gerichtsweg geschlossen werden. Als Ersatz wird im Bereich des Bahnhofs eine Fußgängerunterführung gebaut. Tauchaer, wie zum Beispiel LVZ-Leser Jürgen Behm, kritisieren den schlechten Zustand des Bahnübergangs am Gerichtsweg und fordern dessen Sanierung. "Der Bahnübergang befindet sich in einem akzeptablem Gesamtzustand", erklärte Kliem. Aufgrund der beabsichtigten Schließung seien keine größeren Sanierungsarbeiten vorgesehen. Bis drei Meter zur Gleisachse sei die DB Netz AG zuständig, außerhalb davon der Straßenbaulastträger. Das ist die Stadt Taucha. "Die normale Straßenunterhaltung, zum Beispiel das Schließen von Schlaglöchern, findet hier statt. Aber da später beide Bereiche an den Gleisen Sackgassen werden und Wendeschleifen entstehen, sind keine Sanierungsarbeiten geplant", informierte gestern Barbara Stein, die zuständige Fachbereichsleiterin im Tauchaer Rathaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.01.2014
Olaf Barth

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