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Schweres Schicksal, Romantik und blutige Krimis

Schweres Schicksal, Romantik und blutige Krimis

Der Leipziger Erfolgsautorin Susan Hastings war es vorbehalten, als erster „Profi“ bei „Leipzig liest in Taucha“ vorzutragen. Im voll besetzten Café Esprit las sie aus ihrer historischen Romanbiografie „Blauer Staub“, der im Oktober 2010 erschien.

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Starkes Werk: Susan Hastings las aus ihrem neuen historischen Roman "Blauer Staub".

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Diese wahre Begebenheit aus ihrem eigenen familiären Umfeld hatte zehn Jahre in der Schublade geschlummert, weil die Verlage meinten „das liest keiner“. Bis sich ihr mit der 2008 erschienen historischen Romanbiografie „Der Wollhändler“ beim Leipziger Plöttner-Verlag dafür die Türen öffneten. Susan Hastings hatte nach Erzählungen ihrer 90-jährigen Tante die bewegende Geschichte ihrer Urgroßtante Elisabeth Voigt aus Leipzig-Volkmarsdorf in eine romanhafte Form gebracht.

Beim Vortrag spann sie mit geschickt ausgewählten Kapiteln den Bogen vom elterlichen Milieu ihrer Urgroßtante Betty in der Konradstraße und ihrer ersten Begegnung mit einem vermeintlichen Diamantenhändler aus Südafrika über ihre Naivität und Arglosigkeit bis nach Kapstadt, wo sie schließlich 1886 in die Hände skrupelloser Geschäftemacher geriet. Sieben lange Jahre war Betty dort in einem Bordell Gefangene, bis sie freigekauft wurde und durch eine Heirat doch noch in die bessere Gesellschaft aufstieg.

„Hier wäre bei Courths-Mahler die Geschichte zu Ende gewesen“, sagte Susann Hastings am Schluss ihrer Lesung mit Augenzwinkern, „Aber nicht bei mir! Wer mehr wissen will, sollte das Buch lesen.“ Ihr ist mit dem 336 Seiten dicken Buch eine wirklich starke Geschichte gelungen, die Lust auf Lesen macht.

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Blutige Sache: Henner Kottes Krimis überraschten am Ende mit teils grotesken Szenen.

Quelle: Reinhard Rädler

Aus ganz anderem Holz geschnitzt waren die Kriminalgeschichten des Leipziger Krimi-Autors Henner Kotte, die er zu später Stunde vortrug. In ausschweifenden Milieu- und Situationsbeschreibungen und stimmigen Dialogen schilderte er gekonnt zuerst Alltagssituationen, die jeder schon so oder so erlebt oder zumindest gedacht haben könnte. Doch dann, meist in den letzten fünf Sätzen seiner Geschichten, kippte das Ganze plötzlich in blutige oder grotesk brutale Situationen um, mit denen der Autor seine erschrockenen Zuhörer alleine ließ, indem sie sich selbst einen Reim auf die Ereignisse machen mussten, die allesamt nicht nach Happy End aussahen. „Die Motive in einem Krimi ähneln sich irgendwie alle“, so der erfahrene Autor. „Man muss nur eine spannende Geschichte drumherum bauen.“

Da mag man kaum glauben, dass Henner Kotte auch Kinderkrimis schreibt, die für Erstklässler geeignet sind. Den Spagat hat er mit einer kindgemäßen Schreibweise und der Möglichkeit geschafft, den Täter an Hand schöner bunter Buch-Illustrationen zu überführen.

Wenn auch die Inhalte der beiden Lesungen konträrer nicht hätten sein können, eines haben die beiden Autoren gemeinsam: Sie sitzen beide in der Jury des Literaturwettbewerbes 2011 der Stadt Taucha.

Reinhard Rädler

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