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Taucha Seegeritzer Ortsgemeinschaft startet neu durch
Region Taucha Seegeritzer Ortsgemeinschaft startet neu durch
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16:38 01.02.2018
Der harte Kern der Ortsgemeinschaft Seegeritz: Monika Thalheim (62), Grit Marucha (39), Christiane Kühn (56) und Anja Siebert (47/von links) von links, es fehlt bei dieser Beratung noch Mitstreiterin Kathrin Schmich (48). Quelle: Foto: Olaf Barth
Seegeritz

Für Roland Wagner von der Interessengemeinschaft Merkwitz war das gar kein Thema: „Natürlich schließe ich unser ,Stübchen’ auf. Später kommt dann ohnehin noch unsere Seniorensportgruppe.“ Damit war die Suche nach einem Treffpunkt für das LVZ-Gespräch mit der Ortsgemeinschaft (OG) Seegeritz beendet. – Von so etwas, wie diese Begegnungsstätte kann die OG aus dem Nachbardorf nur träumen.

„Wir mussten 2015 leider aus unserem Treffpunkt in Seegeritz raus, weil der Eigentümer für die Räume einen Mieter gefunden hatte. Dass dies so kommen kann, hatte er aber auch vorher schon gesagt“, erzählt OG-Sprecherin Monika Thalheim. Seitdem sei man zu „Kneipengängern“ geworden, halte meist im Gasthof Plaußig die Beratungen ab. „Als wir keinen Anlaufpunkt mehr im Dorf hatten, verloren wir Mitglieder und standen kurz vor der Auflösung“, blickt die 62-Jährige zurück. Anfang 2016 habe sich der alte Stamm der OG getroffen und beschlossen, weiter zu machen. „Jetzt zeigen wir jedem: Uns gibt es noch! Wir hatten ja bereits einiges erreicht, aber das kann nicht alles gewesen sein. Wir wollen weiter Sprachrohr des Dorfes gegenüber der Stadt und für sie Ansprechpartner sein“, nennt Thalheim Gründe für das weitere Engagement der OG. Inzwischen habe man die kritische Mindestgrenze von nur sieben Mitgliedern hinter sich gelassen und sei bei zehn angelangt. Man sei weiter arbeitsfähig. Und das Werben um Mitstreiter gehe weiter. In diesem Jahr feiert die OG ihr zehnjähriges Bestehen.

Als es noch den Treffpunkt im Dorf gab, hatte die OG Kaffeekränzchen für bis zu 30 Senioren aus dem Ort und Bastelstunden organisiert, dazu Verbesserungen am Spielplatz erreicht. Auch die Dorffeste am Sportplatz sind vielen noch in bester Erinnerung. An all das würde die OG gern anknüpfen, wenn es die Rahmenbedingungen nur erlauben würden. Darüber hinaus wolle die OG aber auch gegenüber der Stadtverwaltung etwas für Seegeritz erreichen, denn da liege einiges im Argen, betont Thalheim unter der Zustimmung ihrer Mitstreiterinnen Grit Marucha, Christiane Kühn und Anja Siebert.

Zum Beispiel müssten die Straße und der Dorfteich saniert werden. Ebenso sei ein Radweg nach Merkwitz dringend nötig. Auch schwebe der OG die Wiederbelebung eines historischen Brunnes an der Hauptstraße vor. Eine Bank, Blümchen und ein Schild könnten zum Verweilen einladen. Bei all dem wolle man sich mit der Stadt schlau machen, welche Fördermöglichkeiten es da zum Beispiel beim Leader-Programm für den ländlichen Raum gibt. Thalheim: „Im September 2016 hatten wir uns in einem ersten Gespräch dem neuen Bürgermeister vorgestellt und die Teichsanierung sowie andere Themen angesprochen.“

Ein zweites Gespräch zum Thema Dorfteich habe es dann vorigen Oktober gegeben. Die Stadt habe über ein noch nicht zu Ende ausgewertetes Gutachten berichtet und bereits angedeutet, dass die Entsorgung des seit Jahrzehnten angesammelten und kontaminierten Schlammes wohl zu teuer sei. Keine guten Aussichten für eine Sanierung. „Warum können wir den Teich dann nicht zuschütten? An der Stelle könnte ein schöner Anger entstehen, vielleicht mit Backofen, an dem die Dorfgemeinschaft sich zweimal im Jahr zum Backen und Feiern trifft“, schlägt Christiane Kühn vor.

Mitte Februar gibt es wieder ein Gespräch im Rathaus, dann mit mehr Informationen zum Teich, weiß Thalheim. Erneut soll es unter anderem auch um Ordnung und Sauberkeit im Dorf, einen Radweg nach Merkwitz sowie um schnelleres Internet gehen. Außerdem informiert die OG über ein erstes neues Projekt, das gemeinsam mit der Nabu-Regionalgruppe Partheland umgesetzt wird: Am Tauchaer Weg/Ecke „Kirschallee“ mit Blick zur Gartenanlage soll im Frühjahr ein Insektenhotel entstehen.

Wer Ideen oder Angebote für einen Treffpunkt der OG im Dorf hat, möchte sich bei den Mitgliedern melden. Ebenso, wer alte Fotos besitzt, die die Dorfstraße mit dem historischen Brunnen zeigen. „Es ist ja bekannt, wo wir wohnen, jeder kann sich an uns wenden“, sagt Thalheim.

Von Olaf Barth

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