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Taucha Seegeritzer Wiese wird aufgepeppt
Region Taucha Seegeritzer Wiese wird aufgepeppt
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12:34 22.07.2016
Anna Catharina Voges stellt auf dem Plaußiger Betriebsgelände die Schautafeln im neuen Pavillon vor, mit denen über die Feldarbeit informiert wird. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Taucha/Plaussig

Auf den Feldern und Wiesen zwischen Taucha, Plaußig und angrenzenden Orten tut sich was. Und damit sind nicht nur die derzeit laufenden alltäglichen Ernte- und Pflegearbeiten gemeint. Eher Ungewöhnliches ist zum Beispiel auf einer Wiese zwischen dem Tauchaer Ortsteil Seegeritz und Plaußig zu beobachten. Was es mit den vom Pflug gezogenen, langen Streifen auf sich hat, weiß Landwirtin Anna Catharina Voges.

„Das ist eine neue Maßnahme im Rahmen der produktionsintegrierten Kompensation. Wir versuchen, die Artenvielfalt auf der Wiese zu erhöhen.“ Auf gut zwei Hektar sollen im September in die zwischen fünf und zehn Meter breiten „Etablierungsstreifen“ von einer Spender-Wiese verschiedene Pflanzenarten eingebracht werden. Nach der Einsaat gebietsheimischen Saatgutes wird auf die Streifen das Spender-Mahdgut ausgebracht. Gewonnen wird das auf den noch artenreichen Wiesen des Abtnaundorfer Parkes. „Auf dieser Wiese, die wir aufwerten wollen, haben wir lange nicht gedüngt und kein Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Das passiert da auch künftig nicht. Wir wollen die Nutzung so anpassen, dass Artenvielfalt entsteht und erhalten wird, trotzdem aber die Heugewinnung möglich bleibt“, erklärte Voges. Die 38-Jährige ist Geschäftsführerin der Saat-Gut Voges KG Plaußig. Ein Landwirtschafts-Unternehmen mit 15 Mitarbeitern, das im Nordosten von Leipzig rund 2500 Hektar Ackerflächen bewirtschaftet. Der Betrieb hat sich bereits voriges Jahr an den „Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen“ (PIK) beteiligt (die LVZ berichtete).

Erste kleine Erfolge werden auch schon festgestellt. Die sogenannten Lerchenfenster, das sind von der Bewirtschaftung ausgesparte Flächen in den Feldern, hätten bereits zu einem Anstieg der Lerchenpopulation geführt. Die genauen Zahlen werden vom Partner Technische Universität Dresden per Drohnenflug ermittelt., sagte Voges, sie sei gespannt. Auch die neu angelegten Blühstreifen entlang der Felder zum Beispiel nahe Hohenheida, würden Wirkung zeigen. „Insekten, Fasane, Rehe werden jetzt wieder mehr gesichtet“, zählte Voges auf. Aber auch nicht so gern gesehene Mäuse machen sich die Renaturierung zunutze. Für deren natürliche Feinde, die Raubvögel, hat das Unternehmen deshalb weitere Sitzkrücken aufstellen lassen. Ein positives Fazit zieht die 38-Jährige auch bezüglich des vor zwei Jahren bei Seegeritz verlegten Wiesenweges. „Der neue Weg wird von den Nutzern gut angenommen und die Wiese entwickelt sich prächtig.“ Ein Schild weist jetzt auch auf die „Renaturierung der Seegeritzer Wiese im FFH-Gebiet Parthenaue“ hin.

Auch an den anderen Kompensationsprojekten wird auf Schildern erklärt, worum es geht. Ebenso wird für die alltäglichen landwirtschaftlichen Arbeiten mit größtmöglicher Transparenz um Verständnis in der Bevölkerung geworben. Mehr als 500 Besucher folgten unlängst der Einladung des Unternehmens zum Hoffest auf dessen Plaußiger Betriebsgelände. Und auf der zum alten Rittergut gehörenden Parkwiese ließ die Landwirtin einen Pavillon errichten, unter dessen Dach vier farbige, übersichtlich gestaltete Wissenstafeln die landwirtschaftlichen Tätigkeiten erläutern. „Besucher, wie zum Beispiel Schulklassen, können sich hier gern für einen Rundgang auch durch unser Museum anmelden und sich über die Arbeiten in der Landwirtschaft informieren“, lädt Voges ein.

Kein Geheimnis macht sie auch um das aktuelle Erntegeschehen und neu angebaute Pflanzenarten. „Die Gersteernte ist abgeschlossen, die Erträge sind gut. Raps, Weizen, Erbsen folgen“, zählte Voges auf. Neu angebaut wurden dieses Jahr probeweise Lupinen, auf gut 20 Hektar an drei Standorten bei Seehausen, Thekla und dem BMW-Werk. „Das ist eine heimische Eiweiß-Pflanze für die menschliche Ernährung als Alternative zu Soja“, erklärte die Geschäftsführerin. Ebenfalls neu im Programm ist der zunächst probeweise Anbau von alten Getreidesorten wie Dinkel und Emmer. Voges: „Auch das wird zunehmend wieder nachgefragt. Gerade Dinkel hat sich gut etabliert.“

Von Olaf Barth

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