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Taucha Segelfliegen mit „Thermikgefühl im Hintern“
Region Taucha Segelfliegen mit „Thermikgefühl im Hintern“
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18:26 27.07.2012
Roman Schneider (rechts) erhält von seinem Fluglehrer Bernd Krause (links) vor seinem ersten Alleinflug noch einmal Tipps. Quelle: Tina Soltysiak
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Taucha

Drei Mal muss er zum Bestehen der Prüfung starten, eine Platzrunde inklusive Kurven fliegen und sicher wieder landen. Das ist ihm geglückt: „Es ist keine Prüfung, sondern ein Erlebnis. Du bist ganz alleine. Keiner kann dir helfen. Alles hat geklappt, ich bin glücklich“, berichtet Schneider freudestrahlend.

Dieses Lächeln zeigt sich in den Gesichtern aller Männer, die sich gestern auf dem Segelflugplatz Taucha eingefunden haben, um ihrem Hobby nachzugehen. Denn der Segelflugwetterbericht hatte beste Bedingungen vorausgesagt: blauer Himmel, kleine weiße Wolkenfetzen, gute Thermik. Der gemeinnützige Verein Fliegerclub Leipzig/Taucha, mit derzeit 80 Mitgliedern, betreibt den gut 55 Hektar großen Flugplatz seit 1927. Fluglehrer Krause ist seit 55 Jahren dabei. „Jeder Flug ist immer wieder aufs Neue ein Erlebnis“, sagt der 70-Jährige, der bereits über 7700 Landungen absolviert hat. Diese gelingen ihm, trotz des unebenen Grasbodens, genauso sanft wie einem Linienflieger, der auf Beton aufsetzt. Seine Erfahrung spürt der Passagier, der im Zweisitzer Baujahr 1970 mit ihm erst gen Himmel und dann in Richtung Landeplatz schwebt. Gelassen nimmt er den lauten Knall hin, den es gibt, wenn sich das Seil, das ihn über eine Winde in die Höhe hat schnellen lassen, vom Flugzeug löst.

„An einem guten Tag wird der Flieger in drei Sekunden von Null auf Hundert beschleunigt“, erklärt Lars Reinhold. Wie seine Vereinskollegen trägt er eine Mütze. Denn die gehöre, wie auch die Sonnenbrille, zur Grundausstattung, weiß Klaus Wohllebe. Im April 2010 hat er sich seinen Traum erfüllt – endlich Fliegen lernen. „Die Theoriestunden waren viel interessanter, als ich dachte“, berichtet der 58-Jährige. Gelehrt bekommen er und seine Mitschüler alles von Meteorologie über Luftrecht bis hin zum menschlichen Leistungsvermögen. Das Hobby sei auch nicht so teuer, wie viele denken, berichtet Wohllebe: „Wer viel raucht, bezahlt im Monat genauso viel.“ Neben dem Gefühl „in 600 Metern Höhe zwischen einem Schwarm von Gänsen durch die Luft zu gleiten“, schätzt er die Gemeinschaft. „Dieser Sport funktioniert auch nur als Team“, ergänzt Reinhold. Damit einer Abheben kann, seien vier Personen am Boden erforderlich: ein Flugleiter, einer an der Winde, ein Starthelfer und der Fluglehrer.

Gestern Abend haben alle Anwesenden Roman Schneider noch gratuliert – mit einem Klaps auf den Hintern. „Eine alte Tradition – für das Thermikgefühl“, scherzt Karsten Nowack.Tina Soltysiak

Tina Soltysiak

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