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Taucha Seidemannhaus soll in neuem Glanz erstrahlen
Region Taucha Seidemannhaus soll in neuem Glanz erstrahlen
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14:00 10.08.2018
Schon außen ist das repräsentative Seidemannhaus am Taucher Markt reichlich mit Stuck verziert, der nun aufgearbeitet wird Quelle: Olaf Barth
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Taucha

„Ich habe das Haus im zweiten Halbjahr 2017 erworben, weil es einfach sehr schön ist. Es gehörte zwei Schwestern, die es geerbt hatten. Eine lebt in der Schweiz, die andere in den alten Bundesländern, beide hatten mit dem Haus nichts am Hut“, erzählt Richard Zikeli. Der Tauchaer Projektentwickler und Immobilien-Profi hat sehr wohl etwas mit dem Gebäude „am Hut“. 1,1 Millionen Euro will er hier investieren, um es wieder in alter Pracht erstrahlen zu lassen. „Im Erdgeschoss war leider schon viel kaputt, sonst geht es aber. Es wird eine Bestandssanierung. Die Räume und Grundrisse werden nicht verändert, es gibt keine statischen Eingriffe“, sagt Zikeli und führt mit leuchtenden Augen durch das Treppenhaus und in die künftigen Wohnungen in der ersten Etage. Originale Decken- und Wandmalerein sowie reichlich Stuck an den Decken lassen erahnen, dass es hier beim Bau nicht an Geld gefehlt hat.

Ein alter, großer Kachelofen, die hölzernen, originalen Treppengeländer sowie die Türgewänder sind dick in Schaumstofffolie eingepackt, damit sie bei den Sanierungsarbeiten nicht beschädigt werden. Der originale Eichenparkett-Fußboden bleibt erhalten, ebenso wie auch viele Fenster. Was erneuert werden muss, wird aus Holz nachgebaut. „Es wird alles so saniert, wie es von den Denkmalschützer erwartet wird und mit ihnen abgesprochen ist“, so Zikeli.

Verzierungen aus Sandstein und Gips

Dieses Vorgehen gefällt auch Jens Barthelmes. Der Tauchaer Stukkateurmeister hat den Auftrag für die Sanierung der Fassaden und der Innen-Elemente erhalten. „Toll, dass das Haus denkmalgerecht saniert wird und hier wieder Leben einziehen wird. Es ist unglaublich, was man an den Wänden noch alles an Malerei und Details entdeckt, das ist eine wirklich wertvolle Immobilie“, schwärmt der 46-Jährige. Einige der Stuckelemente wird er ausbauen und in der Werkstatt aufarbeiten. Die Fassade aus gelben Klinkern auf der Rückseite wird gereinigt und neu verfugt, kaputte Steine werden ersetzt. Am Portikus, am reichlich verzierten Erker und an den Ecken bestehen die Verzierungen aus Sandsteinelementen, an anderen Stellen wurden die Stuck-Darstellungen aus Gips geformt. An der Vorderseite des Gebäudes wird der nach der Wende fälschlicherweise aufgebrachte Scheibenputz durch Glattputz ersetzt, so wie er historisch einst auch genutzt wurde.

Eigentlich besteht das Gebäude aus zwei Häusern mit separaten Eingängen. Insgesamt entstehen sechs Vier-Raum-Wohnungen mit Größen von 105 bis 132 Quadratmetern. Doch bis hier vielleicht in einem Jahr eingezogen werden kann, haben Handwerker und Restauratoren noch reichlich zu tun. Freigelegte Wandmalerein im Treppenhaus sind von Experten als Befunde markiert und registriert worden. Ebenso mit Stuck eingerahmte bildliche Darstellungen unter der Decke.

Porzig: Wunderschöner Blickfang“

„Das ist sehr sehr gut, dass das Haus saniert wird. Es ist ein Blickfang und auch innen wunderschön“, freut sich Stadthistoriker Detlef Porzig über die begonnene Sanierung. Errichtet worden sei das Haus im Auftrag von Ziegelleibesitzer Albin Seidemann. „In welcher Form er und der Architekt verwandt sind, das wollte ich sowieso gerade noch im Kirchenbuch recherchieren und herausfinden“, sagt der 74-Jährige, der bis zur Beendigung der Arbeiten noch den einen oder anderen historischen Fakt beisteuern könnte.

Auf der Denkmalliste des Freistaates wird das Haus als anspruchsvoll gestaltetes Neorenaissance-Gebäude von künstlerischem Wert bezeichnet. Es sei städtebaulich, baugeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung.

Von Olaf Barth

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