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Seit 30 Jahren gibt es die „Flohkiste“

Geburtstagsfeier in der Karl-Große-Straße Seit 30 Jahren gibt es die „Flohkiste“

Seit 30 Jahren schon gibt es in der Tauchaer Karl-Große-Straße 6 die „Flohkiste“. Aus diesem Anlass wurde am Freitag in der Kindertagesstätte mit Kindern, Erzieherinnen, Wegbegleitern und Eltern groß gefeiert. Dafür hatten die Kinder ein kleines Programm mit Liedern und Tänzen einstudiert. Das Besondere dabei: die Musik stammte aus der Anfangszeit der Einrichtung.

Mit einem kleinen Programm feiern die Kinder der Tauchaer „Flohkiste“ mit ihren Erzieherinen vor vielen geladenen Gästen den 30. Geburtstag der Einrichtung.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Seit 30 Jahren schon gibt es in der Tauchaer Karl-Große-Straße 6 die „Flohkiste“. Aus diesem Anlass wurde am Freitag in der Kindertagesstätte mit Kindern, Erzieherinnen, Wegbegleitern und Eltern groß gefeiert. Dafür hatten die Kinder ein kleines Programm mit Liedern und Tänzen einstudiert. Das Besondere dabei: die Musik stammte aus der Anfangszeit der Einrichtung. Am 10. Januar 1986 war das Haus als Kindergarten mit vier Gruppen und insgesamt 72 Kindern eröffnet worden.

„Auch vor 30 Jahren war das schon ein schöner Kindergarten. Hier wurde gespielt, gelacht, geweint und im Garten getollt. Auch daran wollen wir mit unserem kleinen Liederprogramm erinnern“, sagte Leiterin Kerstin Schlaupe, die hier seit anderthalb Jahren in dieser Einrichtung der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental Chefin ist. Zuvor hatte die Tauchaerin 15 Jahre in Schkeuditz-Wehlitz die „Sonnenkäfer“-Kita geleitet. Mit Kollegin Simone Potrykus, die bereits zum 15. Geburtstag das Programm musikalisch geleitet hatte, griff Schlaupe zur Gitarre und sang mit. Melodien und Texte stammen von den beiden DDR-Schallplatten „Kommt und singt mit Pittiplatsch“ sowie „Liederspielplatz 2 – Das Karussell“. Dass da auch das Lied vom freundlichen Volkspolizisten zu hören war, der Kindern über die Straße hilft oder wenn sie sich verlaufen haben, nach Hause bringt, erklärte Schlaupe schmunzelnd so: „Die Achtung vor der werktätigen Bevölkerung gehörte damals ja zum Bildungsauftrag, und auch die heutige Polizei verdient unsere Achtung.“

Etwas Nostalgie verströmt auch der original DDR-Linoleum-Fußbodenbelag. „In den letzten zehn, zwölf Jahren ist hier viel passiert. Neue Fenster, Jalousien, Mobiliar, Fassade, die Sanitäranlagen für die Kinder – das ist alles erneuert worden. Aber eine Renovierung und einen neuen Fußbodenbelag würden wir uns sehr wünschen. Und unsere Personal-Toilette ist geradezu antik“, nannte Schlaupe mit dem Blick nach vorn die nächsten Aufgaben, die momentan noch „Visionen“ sind.

Von Anfang an dabei ist Erzieherin Carolin Tschui. „Vor der Eröffnung hatten wir in dem Gebäude noch selbst die Grob- und Feinreinigung durchgeführt“, sagte sie. Sie habe das gern gemacht und gehe bis zum heutigen Tag gern in diese Einrichtung zur Arbeit. „Wir haben nach der Wende nicht alles komplett umgestellt. Uns war immer wichtig, dass unsere Kinder wirklich gebildet und nicht sich selbst überlassen werden. Die Kinder brauchen Ordnung und Ruhe, den Wechsel von Anspannung und Entspannung“, so Tschui. Nach der Wende habe man als Erzieherin besser und freier arbeiten können, erklärte die 57-Jährige: „Man konnte mehr seine eigenen Gedanken einbringen. Auch die Eltern sind jetzt viel aktiver als früher und bringen sich ein.“

Fotoalben mit vielen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Anfangszeit, eine Mappe mit zahlreichen LVZ-Artikeln über die Einrichtung und Kinderbücher aus der Vorwendezeit halfen den neugierigen Besuchern, die Entwicklung der Kindertagesstätte Revue passieren zu lassen. Im Laufe des Tages der offenen Tür kamen noch viele Gratulanten, die wie Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP) und Vertreter des Trägers dem Team und den Kindern der „Flohkiste“ alles Gute wünschten. Sieben Erzieherinnen, ein Hausmeister und ein technischer Mitarbeiter sind dafür verantwortlich, dass es auch künftig den 66 Kindern an nichts fehlt.

Von Olaf Barth

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